Oberallgäu/Kempten

„Retten, was nicht mehr zu retten ist“

Politischer Aschermittwoch: Freie Wähler

Politischer Aschermittwoch: Freie Wähler

Bild: Aimée Jajes

Politischer Aschermittwoch: Freie Wähler

Bild: Aimée Jajes

Freie Wähler Hugo Wirthensohn und seine Kollegen sticheln besonders gern gegen den CSU-Landratskandidaten
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Von jaj
27.02.2020 | Stand: 16:40 Uhr

Zu Beginn appellierte Landtagsvizepräsident Alexander Hold an die etwa 90 Besucher: Es lohne sich, bis zum Schluss zu bleiben. In der Tat nahm der politische Aschermittwoch der Kemptener und Oberallgäuer Freien Wähler zum Ende hin Fahrt auf. Ganz zum Schluss wurde es gar emotional.

Kabarettistin Johanna Hofbauer berichtete zunächst von einem mehr oder weniger missglückten Klassentreffen. Die Oberallgäuer und Kemptener Freien Wähler teilten schließlich in unterschiedlicher Besetzung gegen die anderen Parteien aus. Aber auch gegen die eigenen Leute: Als „Drei Engel für Charlie“ traten Kemptens Bürgermeisterin Sibylle Knott, Annette Hauser-Felberbaum und Sarah Lechner-Häckelsmiller auf. Hold zum Beispiel bezeichneten sie als „ganz gewaltiges Alpha-Tierchen“.

Hugo Wirthensohn, Vorsitzender des Oberallgäuer Kreisverbands, stichelte gegen den Landratskandidaten Alfons Hörmann: „Die CSU kommt mit ihrem letzten Aufgebot, um zu retten, was nicht mehr zu retten ist.“ Hörmann war mehrfach Zielscheibe des Spotts: „Der hat einen Geheimplan: Wenn er Landrat wird, würde er das Oberallgäu von der Sonnenalp aus regieren“, sagte der Kemptener Stadtrat Klaus Knott in einem Sketch. Mit Blick auf die Diskussion um das geplante 100-Euro-Ticket für Bus und Bahn frotzelte Wirthensohn: „Dass es uns einmal gelingt, Euch in Kempten so dermaßen auf dem linken Fuß zu erwischen, hat uns alle erstaunt und natürlich auch gefreut.“

Der scheidende Kemptener Stadtrat Dieter Zacherle sang zunächst im Duett mit seiner Frau Annemarie gegen die in der Stadt geplante Seilbahn. Ganz zum Schluss erhob der 79-Jährige noch einmal seine Stimme. Er dichtete Udo Jürgens’ Hit „Mit 66 Jahren“ um und verabschiedete sich von seinen Weggefährten: „Nach 48 Jahren hör’ ich im Stadtrat auf. Nach 48 Jahren ist nun endgültig Schluss.“ Das sichtlich gerührte Publikum stand auf und bedankte sich mit lang anhaltendem Applaus.