Steingaden-Wies

Seligpreisungen bei Fastenfreitagen

Fastenfreitag1

Fastenfreitag1

Bild: Philomena Willer

Fastenfreitag1

Bild: Philomena Willer

Es ist eines der Geheimnisse der Wieskirche bei Steingaden und man muss schon genau hinschauen, um oben über den Säulenpaaren die kleinen Medaillons zu entdecken mit den Putten, die auf liebenswerte Weise die Seligpreisungen der Bergpredigt symbolisieren. In diesem Jahr stehen sie einmal im Mittelpunkt als Thema der Fastenfreitage: Die Barmherzigen, die Friedensstifter, die reinen Herzens sind, die arm sind vor Gott, die Verfolgten und die Sanftmütigen.

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Von wil
02.03.2020 | Stand: 16:45 Uhr

Seit Jahren ruft die Wallfahrtskuratie Zum gegeißelten Heiland auf der Wies zu den Fastenfreitagen mit der bewussten Hinführung auf Ostern. „Seht den Menschen“, dieses Thema befasste sich voriges Jahr mit den Kreuzesdarstellungen der Kirche mit der Botschaft der Liebe, in diesem Jahr sind es die Seligpreisungen. In die Einstimmung auf die österliche Bußzeit mit Psalmen und Antiphonen vertieften sich die Besucher zusammen mit Wieskurat Pfarrer Gottfried Fellner angesichts der Kreuzigungsgruppe am Hauptaltar, die in der Passionszeit an alte Traditionen erinnert. Zur Betrachtung regte das Hungertuch der Aktion Misereor am Volksaltar an mit der Frage: Mensch wo bist du? Mit Erde aus Jerusalem hat der norddeutsche Künstler gearbeitet. Im Zentrum des goldenen Rings mit dem gemeinsamen Haus steht die Zusage, dass Gott besonders die Ausgegrenzten mitten hinein holt.

Wallfahrtsreferent Karl Müller-Hindelang übernahm die Predigt an diesem ersten Fastenfreitag. Er führte ein in den Leitfaden für die kommenden Wochen, und er sprach von unserem heutigen Verhalten, vom Einsparen und nutzbringendem Verwenden. Doch nicht nur um gerechtere Handelsstrukturen ginge es. „In der aktiven Nächstenliebe geht es auch ums Teilen, um Nachsicht und Verzeihen, ja auch sich selbst Fehler verzeihen.“ Und wenn es nicht 40 Tage lang geht, nehmen wir uns vor, für die kommende Woche liebevoller und gerechter zu sein, das gab er den Gläubigen mit auf den Weg. Beim anschließenden Frühstück mit Fastenbrezen im Pilgersaal wurden in den Gesprächen die Aussagen vertieft, auch sich einfach nett zu unterhalten, war erlaubt.