Zur Mozartwoche 2021

94 Sekunden vom Meister: Unbekanntes Mozart-Stück vorgestellt

Das Autograph - Vorderseite (oben) und Rückseite (unten) «94 Sekunden neuer Mozart» (KV 626b/16), einem dreiteiligen, tanzartigen Klavierstück von Wolfgang Amadeus Mozart (undatiert). Das bisher unbekannte Stück des Komponisten wird pünktlich zum 265. Geburtstag im Rahmen der Eröffnung der Mozartwoche am 27.01.2021 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. +++ dpa-Bildfunk +++

Das Autograph - Vorderseite (oben) und Rückseite (unten) «94 Sekunden neuer Mozart» (KV 626b/16), einem dreiteiligen, tanzartigen Klavierstück von Wolfgang Amadeus Mozart (undatiert). Das bisher unbekannte Stück des Komponisten wird pünktlich zum 265. Geburtstag im Rahmen der Eröffnung der Mozartwoche am 27.01.2021 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. +++ dpa-Bildfunk +++

Bild: Wolfgang Lienbacher, dpa

Das Autograph - Vorderseite (oben) und Rückseite (unten) «94 Sekunden neuer Mozart» (KV 626b/16), einem dreiteiligen, tanzartigen Klavierstück von Wolfgang Amadeus Mozart (undatiert). Das bisher unbekannte Stück des Komponisten wird pünktlich zum 265. Geburtstag im Rahmen der Eröffnung der Mozartwoche am 27.01.2021 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. +++ dpa-Bildfunk +++

Bild: Wolfgang Lienbacher, dpa

Die Stiftung Mozarteum hat ein bislang unbekanntes Klavierstück des 17-jährigen Mozart vorgestellt. Es entstand vermutlich während einer Italienreise.
dpa
27.01.2021 | Stand: 19:46 Uhr

Zum Start der digitalen Mozartwoche 2021 hat die Stiftung Mozarteum ein bislang unbekanntes Klavierstück aus der Feder des 17-jährigen Wolfgang Amadeus Mozart erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. "94 Sekunden neuer Mozart, das ist vielleicht nicht viel, aber wenn diese 94 Sekunden von einem Meister wie Mozart stammen, eröffnen sie doch einen ganzen musikalischen Kosmos", sagte Rolando Villazón, künstlerischer Leiter der Mozartwoche. Erstmals zum Klingen gebracht wurde die fragmentarische Komposition, ein Allegro in D KV 626b/16, von dem südkoreanischen Pianisten Seong-Jin Cho am Mittwochabend im Großen Saal der Stiftung Mozarteum in Salzburg.

Stück stammt vermutlich aus Mozarts dritter Italienreise

Mozart schuf das Stück mit großer Wahrscheinlichkeit während seiner dritten Italienreise im Frühjahr 1773. "Stilistische Besonderheiten lassen erkennen, dass es sich bei dem dreiteiligen Tanzsatz nicht um eine Originalkomposition für Klavier, sondern um Mozarts eigenhändigen Klavierauszug eines unbekannten Orchesterwerks handelt", heißt es in einer Mitteilung der Stiftung. Das Blatt stammt wohl aus dem Nachlass von Mozarts Sohn Franz Xaver Wolfgang, der es wiederum von seiner Tante, Mozarts Schwester Maria Anna, geerbt haben soll. Das Autograph wurde zwischen 1900 und 1928 mehrfach auf Auktionen angeboten, dessen Inhalt aber von Wissenschaftlern bislang nie untersucht.

Ingenieur erwirbt Blatt in Pariser Antiquariat

In den 1920er Jahren erwarb ein "musikbegeisterter Ingenieur" das Blatt in einem Pariser Antiquariat und es blieb fast 90 Jahre im Besitz der Familie, bevor es an die Stiftung Mozarteum vermittelt werden konnte. Es sei ein "besonderes Glück", dass die Originalhandschrift noch vor Ausbruch der Coronakrise angeboten worden sei, sagte Johannes Honsig Erlenburg, Präsident der Stiftung. Heute müsse man eine solche Anschaffung "wohl schweren Herzens ausschlagen". Die Wiederentdeckung einer bislang völlig unbekannten Mozart-Komposition ist ein sehr seltenes Ereignis und wurde zuletzt vor mehr als 80 Jahren gemeldet.

Voraussichtlich ab Ostern soll die Handschrift in Mozarts Geburtshaus in der Salzburger Getreidegasse ausgestellt werden. Eine Faksimileausgabe davon kann im Museumsshop und über den Buch- und Musikalienhandel erworben werden.

Lesen Sie auch: Welche Festivals im Allgäu sind im Jahr 2021 möglich? Eine Übersicht.

Lesen Sie auch
Konzert Sankt Lorenz
Kempten

Die Sopranistin jubelt hinreißend