Bürgermeister in Österreich zuerst geimpft

Bürgermeister drängeln sich bei Impfung vor: Jetzt prüft der Gesundheitsminister

Dass sich in Österreich mehrere Bürgermeister bei der Corona-Impfung vorgedrängelt haben, zieht weiter Kreise. Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat sich eingeschaltet.

Dass sich in Österreich mehrere Bürgermeister bei der Corona-Impfung vorgedrängelt haben, zieht weiter Kreise. Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat sich eingeschaltet.

Bild: Georg Hochmuth, dpa

Dass sich in Österreich mehrere Bürgermeister bei der Corona-Impfung vorgedrängelt haben, zieht weiter Kreise. Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat sich eingeschaltet.

Bild: Georg Hochmuth, dpa

Dass sich in Österreich mehrere Bürgermeister bei der Corona-Impfung vorgedrängelt haben, zieht weiter Kreise. Der Gesundheitsminister hat sich eingeschaltet.
22.01.2021 | Stand: 08:06 Uhr

Auch in Österreich laufen inzwichen die Corona-Schutzimpfungen und wie in Deutschland gibt es aktuell noch zu wenig Impfstoff für alle. Deshalb sorgte es kräftig für Empörung, dass in einigen Bundesländern übrig gebliebene Impfstoffe nicht an Heimbewohner, Gesundheitspersonal oder über 80-Jährige verabreicht wurden, sondern an Politiker, Gemeindebedienstete und Angehörige.

Scharf in die Kritik geriet so der Feldkircher Bürgermeister Wolfgang Matt, weil er sich am Wochenende in einem Seniorenheim gegen Corona impfen ließ. Matt ist 65 Jahre alt und wäre laut österreichischer Impfstrategie noch nicht an der Reihe. Auch seine Kollegin Katharina Wöss-Krall (43 Jahre) aus Rankweil holte sich in einem Seniorenzentrum ihre erste Impfdosis ab. Beide gehören der ÖVP an.

Matt erklärte in einem TV-Interview, er habe sich nur angestellt, um zu verhindern, dass Impfstoff weggeworfen werden muss, wenn nicht alle bereitgestellten Dosen Verwendung finden. Im Nachrichtenmagazin „ZiB 2“ des Österreichischen Rundfunks sagte er: „Ich schmeiße auch kein altes Brot weg.“

Gesundheitsminister prüft Vorgehen der Bürgermeister

Nachdem bereits Österreichs Bundeskanzler Kurz scharfe Wort für das Verhalten der Bürgermeister fand ("Für Vordrängen bei der Impfung habe ich überhaupt kein Verständnis"), schaltete sich nun auch Gesundheitsminister Rudolf Anschober ein. Den Vorwürfen, dass sich die Bürgermeister vorgedrängelt hätten, gehe man nach, bestätigte er im ORF. So prüfe man, ob die Bevorzugung gegen Bezahlung stattgefunden habe - was derzeit aber keinem Bürgermeister vorgeworfen werde.

Anschober sagte weiter, eine frühe Impfung eines Bürgermeisters sei dann möglich, wenn dieser zum Beispiel ehrenamtlich in einem Pflegeheim tätig sei. "Die Qualifikation als Bürgermeister ist keine Voraussetzung dafür, dass man bei der Impfung vorgezogen wird", so der Gesundheitsminister.

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