Impfpflicht vor dem Parlament

Impfpflicht in Österreich als verhältnismäßig eingestuft

Demonstranten halten Schilder mit der Aufschrift «Nein zur Impfpflicht» während einer Demonstration im Dezember gegen die Corona-Maßnahmen der österreichischen Regierung.

Demonstranten halten Schilder mit der Aufschrift «Nein zur Impfpflicht» während einer Demonstration im Dezember gegen die Corona-Maßnahmen der österreichischen Regierung.

Bild: Erwin Scheriau, dpa, APA

Demonstranten halten Schilder mit der Aufschrift «Nein zur Impfpflicht» während einer Demonstration im Dezember gegen die Corona-Maßnahmen der österreichischen Regierung.

Bild: Erwin Scheriau, dpa, APA

Die geplante Impfpflicht in Österreich landete heute vor dem Parlament in Wien. Wie die geladenen Experten die Regelung einschätzen und was noch offen ist.
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dpa
17.01.2022 | Stand: 16:59 Uhr

Experten haben die geplante Corona-Impfpflicht in Österreich in einer parlamentarischen Anhörung als flexible und verhältnismäßige Regelung bezeichnet.

Die im Impfpflicht-Gesetz vorgesehenen Schritte seien so angelegt, dass wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt werden könnten und das Parlament zum Beispiel vor einer möglichen scharfen Kontrolle der Bürger erneut beteiligt werden müsse, sagte die Juristin Christiane Wendehorst am Montag vor dem Gesundheitsausschuss des Nationalrats in Wien.

Impfpflicht in Österreich: Experten attestieren Verhältnismäßigkeit

"Das Covid-Impfschutzgesetz unterliegt einer kontinuierlichen Prüfung und Kontrolle", so die von der Regierung als Expertin berufene Juristin der Universität Wien. Auch der von den liberalen Neos als Fachmann geladene Jurist Konrad Lachmayer sah die Verhältnismäßigkeit des in der Öffentlichkeit kontrovers diskutierten Schritts als gegeben an.

Der Gesetzentwurf der ÖVP-Grünen-Regierung, der am Donnerstag vom Parlament beschlossen werden soll, sieht einen Stufenplan vor. Zwar soll wie geplant die Impfpflicht zum 1. Februar in Kraft treten, aber erst ab Mitte März stichprobenartig kontrolliert werden. Ob es zu einem lückenlosen Abgleich zwischen Melde- und Impfregister kommt, steht noch nicht fest.

Geimpfte weniger ansteckend als Ungeimpfte, FPÖ weiter gegen Zwang

Mediziner, die von der Regierung und der ebenfalls für die Impfpflicht eintretenden oppositionellen SPÖ geladen waren, wiesen auf den großen Nutzen der Impfung hin. Geimpfte seien unter anderem viel weniger ansteckend als Ungeimpfte, sagte der Wiener Mediziner Christian Sebesta. "Sie sind für ihre nächsten Mitmenschen kaum oder gar keine Bedrohung und nur für kurze Zeit eine Infektionsquelle."

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Hat die Impfpflicht im Gesundheitswesen eine Zukunft?

Für die rechte FPÖ, die als einzige Parlamentspartei gegen die Impfpflicht ist, bezweifelte der Jurist Michael Geistlinger die Angemessenheit des Gesetzes. Er verwies auf eine aus seiner Sicht unzureichende Datenlage.

Österreich hat mit 72 Prozent eine etwas geringere Impfquote als Deutschland. Die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, ist seit Wochen nur noch mäßig.

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