Prozess in Tirol

Corona-Kranker geht einkaufen: Sechs Monate auf Bewährung und hohe Geldstrafe

Polizeibeamte bei Kontrollen in Tirol (Archivbild): Weil er trotz Corona-Infektion einkaufen ging, ist ein 37-Jähriger in Österreich vor Gericht hart bestraft worden.

Polizeibeamte bei Kontrollen in Tirol (Archivbild): Weil er trotz Corona-Infektion einkaufen ging, ist ein 37-Jähriger in Österreich vor Gericht hart bestraft worden.

Bild: Helmut Fohringer, dpa

Polizeibeamte bei Kontrollen in Tirol (Archivbild): Weil er trotz Corona-Infektion einkaufen ging, ist ein 37-Jähriger in Österreich vor Gericht hart bestraft worden.

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Weil er trotz einer Corona-Infektion unterwegs war, ist ein 37-Jähriger in Tirol verurteilt worden. Das Gericht fand für den Mann klare Worte.
Polizeibeamte bei Kontrollen in Tirol (Archivbild): Weil er trotz Corona-Infektion einkaufen ging, ist ein 37-Jähriger in Österreich vor Gericht hart bestraft worden.
Von Allgäuer Zeitung
12.02.2021 | Stand: 15:26 Uhr

Das Landesgericht Tirol hat am Donnerstag einen 37-jährigen Mann wegen der "vorsätzlichen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten" zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss der Lastwagenfahrer 3.600 Euro Geldstrafe zahlen.

Der Mann war vor Weihnachten positiv auf Corona getestet worden. Die Tiroler Bezirkshauptmannschaft ordnete daraufhin an, dass der 37-Jährige sich in Quarantäne begeben müsse. Trotz des Verbots, die Wohnung zu verlassen, stieg der Mann den Ermittlungen zufolge in sein Auto, fuhr herum - und ging dann auch noch in einem Supermarkt einkaufen.

Der Angeklagte argumentierte vor Gericht, die Stadt sei menschenleer gewesen, er habe also niemanden gefährdet. Zeugen widerlegten diese Behauptung jedoch, berichtet die Tiroler Tageszeitung. Tatsächlich habe sich der 37-Jährige sogar noch mit dem Geschäftsführer des Supermarktes unterhalten. Eine Frau, die von der Infektion des Angeklagten wusste, und ebenfalls im Geschäft war, erstattete daraufhin Anzeige.

In der Verhandlung vor dem Landesgericht fand Richterin Sabine Krainer klare Worte für den Mann. „Nach einem Jahr Pandemie sollte wohl auch dem Letzten klar sein, dass man als Infizierter ansteckend ist. Seit einem Jahr hoffen alle, dass es endlich besser wird – und dann gibt es immer wieder Leute, die einfach alle Regeln links liegen lassen“, sagte sie dem Bericht zufolge.

Vorsätzliche Gefährdung durch Krankheiten: Bis zu drei Jahren Gefängnis möglich

"Vorsätzliche Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten" ist in Österreich ein Straftatbestand, der laut § 178 Strafgesetzbuch mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Die Richterin verurteilte den Mann zu sechs Monaten auf Bewährung und 3.600 Euro Geldstrafe.

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Für das österreichische Bundesland Tirol sind am Freitag strenge Ausreisebeschränkungen in Kraft getreten. Ein Verlassen des Bundeslands in Richtung Deutschland oder in angrenzende österreichische Bundesländer ist in den nächsten zehn Tagen nur mit einem negativen Corona-Test möglich, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Die Maßnahme soll helfen, eine Verbreitung der in Tirol gehäuft aufgetretenen südafrikanischen Corona-Variante zu verhindern.