Nationalfeiertag in Österreich

Von Käse, Tempolimit bis zum Handwerk: Das schätzen wir an unseren Nachbarn

Ja mei: In Österreich wird heute der Nationalfeiertag gefeiert. Wir listen auf, wofür wir unsere österreichischen Nachbarn schätzen.

Ja mei: In Österreich wird heute der Nationalfeiertag gefeiert. Wir listen auf, wofür wir unsere österreichischen Nachbarn schätzen.

Bild: Angelika Warmuth, dpa (Symbolbild)

Ja mei: In Österreich wird heute der Nationalfeiertag gefeiert. Wir listen auf, wofür wir unsere österreichischen Nachbarn schätzen.

Bild: Angelika Warmuth, dpa (Symbolbild)

In Österreich ist am 26. Oktober Nationalfeiertag. Wir listen einmal auf, was wir an unseren österreichischen Nachbarn schätzen - und was uns nicht so gefällt.
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Von Redaktion Allgäuer Zeitung
27.10.2021 | Stand: 08:55 Uhr

Viele Deutsche und Österreicher verbindet eine innige Hassliebe. Man denke nur an die vielen Sport-Duelle von Fußball bis Skirennen. Oder an liebevolle Artikel von österreichischen Autoren à la "Was uns Österreicher an euch Deutschen am meisten nervt" oder "Warum Österreicher Deutsche hassen" . Sei's drum.

Heute ist Nationalfeiertag in Österreich und das nehmen wir zum Anlass, um einmal aufzulisten, was wir an unseren Nachbarn in der Grenzregion schätzen und was uns nicht so gut gefällt.

Was wir an den Nachbarn in Österreich schätzen:

  • Die Gastlichkeit: freundlicher Service in Hotellerie und Gastronomie und ein anspruchsvolles, vielseitiges kulinarisches Angebot mit einem Schwerpunkt auf regional erzeugten Lebensmitteln.
  • Die Wertschätzung gegenüber dem Handwerk: Aus diesem Grund haben in Vorarlberg so viele handwerkliche Betriebe ein gutes Auskommen und zeichnen sich durch qualitätvolle Arbeit aus. Sich beim Schreiner eine Küche bauen zu lassen, ist dort kein seltener Luxusfall, sondern durchaus verbreitet. (Ingrid Grohe, Redaktion Weiler)
  • Tempolimit auf Autobahnen: Ein in Deutschland hitzig diskutiertes Thema ist in Österreich schon lange kein Thema mehr. Dort gilt auf Autobahnen ein generelles Tempolimit von 130 km/h. Auf manchen Strecken ist es sogar noch weiter begrenzt. Das macht entspanntes Fahren möglich und garantiert dennoch ein zügiges Vorankommen. Mehr Sicherheit auf den Straßen und eine geringere Umweltbelastung gibt es noch obendrauf. In dem Punkt haben uns die österreichischen Nachbarn kilometerweit abgehängt – auch wenn sie etwas langsamer unterwegs sind.
  • Ästhetik und Design: Die Vorarlberger haben auf Grundlage einer jahrhundertealten Baukultur neue architektonische Ideen entwickelt. In jedem Dorf finden sich herausragende Beispiele fortschrittlichen Bauens, auch im Gewerbe und in der Landwirtschaft. Dabei wird Altes nicht „plattgemacht“ sondern liebevoll erhalten und/oder mit modernen Mitteln aufgewertet. Architekten/Architektinnen beziehen beim Entwickeln neuer Ideen das Handwerk mit ein. (Ingrid Grohe, Redaktion Weiler)
  • Kulturszene: Kultur hat in Österreich traditionell einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Das schlägt sich nieder in hochkarätigen Kultureinrichtungen mit teils weltweiter Ausstrahlung und einer lebendigen Szene von Musikern/Musikerinnen und bildenden Künstlern/Künstlerinnen.
  • Entspannte Haltung: Unsere österreichischen Nachbarn wirklich in vielen Dingen entspannter als wir Deutschen. Im positiven Sinn. Sie gehen mit einem Lächeln und weniger verbissen als wir durch den Alltag und lassen sich weniger stressen (zumindest wirkt es so).
  • Besseres Bewusstsein für hochwertige regionale Lebensmittel: In Österreich achtet man bei der Bezeichnung von Lebensmitteln nicht so sehr auf Political Correctness. Die schreiben auch gerne mal auf die Milch "Bio ist besser".
  • Die besten Ermittler: Der wöchentliche Tatort-Sonntagskrimi in der ARD wird vor allem dann spannend, wenn unsere Nachbarn – Moritz Eisner und Bibi Fellner – in Wien ermitteln. Nicht selten tauchen die beiden in dunkle Unterwelten ein und lösen schwierige Fälle. Kracht es mal zwischen den beiden Ermittlern wird deutlich: Vielleicht sollten auch wir bei Streitereien ins österreichische Deutsch wechseln.
  • Guter Käse: Jedes Mal wenn ich aus dem Tirol zurück ins Allgäu fahre, dann nehme ich mir gern einen g’scheiten Käs' mit. Den gibt es zwar auch hier und da im Allgäu - im Tirol aber an jeder Ecke. Denn dort ist das Vieh noch auf dem Feld und nicht im Laufstall. Die Produkte der bodenständigeren Landwirtschaft schmeckt man einfach - am besten natürlich in Allgäuer Kässpatzen.

Was wir in Österreich nicht so mögen:

  • Knappe Zeitangaben auf Wanderschildern: Sind die Österreicher schneller zu Fuß als die deutschen Nachbarn? Diese Frage wird sich wohl schon so mancher Wanderer gestellt haben. Denn während die Wegbeschilderung in Deutschland oftmals viel zu üppige Zeitangaben für die Routen ausweist, müssen Bergsteiger in Österreich offenbar zügigeren Schrittes gehen. Denn die Zeit, die auf den Schildern für viele der Touren im Tannheimer oder Kleinwalsertal angegeben ist, ist ziemlich sportlich – zumindest für Gelegenheitswanderer und den durchschnittlich trainierten Urlauber. So manchen könnte das eine Tour zeitlich falsch einschätzen lassen. Daher wichtig: Die Wanderung vorab im Internet suchen und nachlesen, wie viel Zeit man als Durchschnittswanderer wirklich einplanen sollte (die Pausen nicht vergessen).
  • „Sonderfälle“ in der Politik: Dass ein 31-Jähriger vielleicht noch nicht die Werte verinnerlicht hat, die es als Kanzler eines stolzen Landes braucht, zeigt sich im Fall von Sebastian Kurz. Auffällig ist, dass Österreich eine leichte Affinität zu politischen „Sonderfällen“ hat - oft am blauen, rechten Rand: Haider, Westenthaler, Strache. Dabei sollten unsere Nachbarn als Maßstab nur den Satz des US-Autors Hunter S. Thompson anlegen, der im Wahlkampf von Richard Nixon fragte: „Würden Sie von diesem Mann einen Gebrauchtwagen kaufen?“
  • „Die Deitschn“: Wenn ich die paar Kilometer ins Tirol fahre, dann werde ich in Diskussionen gerne mal in Sippenhaft genommen. Dabei haben wir Allgäuer mit den österreichischen Nachbarn mehr gemeinsam, als mit den „Deitschn" aus Hamburg oder Castrop-Rauxel. Und sollten letztere den im Ausland so gefürchteten Besserwisser geben, dann schämt sich der Allgäuer und spielt dann ganz klar im Team Österreich.

Von Lena Lingg, Ingrid Grohe, Jessica Berger, Mark Bihler, Felix Futschik und Martin Schmid

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