Illegal über die Grenze

150 Millionen Euro verdient? Schlepper-Netzwerk nach 36.100 Schleusungen zerschlagen

Schleuser-Bande in Österreich festgenommen: Die Schleuser sollen mindestens 152 Millionen Euro eingenommen haben.

Schleuser-Bande in Österreich festgenommen: Die Schleuser sollen mindestens 152 Millionen Euro eingenommen haben.

Bild: Gert Eggenberger, dpa (Archiv)

Schleuser-Bande in Österreich festgenommen: Die Schleuser sollen mindestens 152 Millionen Euro eingenommen haben.

Bild: Gert Eggenberger, dpa (Archiv)

In Österreich und östlichen EU-Staaten sind 205 mutmaßliche Schleuser eines professionell organisierten Netzwerks verhaftet worden.
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dpa
12.05.2022 | Stand: 18:32 Uhr

Sie stehen unter Verdacht, seit Anfang des Vorjahres mehr als 36 100 Menschen illegal über Grenzen gebracht zu haben, wie Österreichs Innenminister Gerhard Karner am Donnerstag berichtete. Laut österreichischen Ermittlern wurden die meist aus Syrien stammenden Geschleppten nach Wien gebracht, von wo sie nach Deutschland, Frankreich und in den Benelux-Raum gelangen wollten. Die Schleuser sollen mindestens 152 Millionen Euro eingenommen haben.

Schleuser: Bande soll über 150 Millionen Euro eingenommen haben

Die Verdächtigen wurden in Österreich, Ungarn, der Slowakei, Tschechien und Rumänien festgenommen. Der mutmaßliche 28 Jahre alt Kopf der Bande wurde am 4. Mai in seinem Heimatland Rumänien gefasst. Die Polizei fand auch mehrere Werkstätten der Gruppierung in und um Wien, in denen Schlepperfahrzeuge umgebaut worden sein sollen. Rund 80 Fahrzeuge wurden sichergestellt. Die Kontrollen an der Grenze zu Österreich sollen verlängert werden.

Vorigen Oktober wurden in Österreich nahe der ungarischen Grenze zwei Tote in einem Fahrzeug mit rund 30 Menschen gefunden. Der Transport sei vom Netzwerk des 28-Jährigen durchgeführt worden, berichtete die österreichische Polizei. Der Lenker wurde inzwischen in Lettland festgenommen. Ein weiteres Bandenmitglied, das im Januar auf österreichische Soldaten geschossen hatte, sei in Ungarn festgenommen worden.

Minister Karner bekräftige angesichts der Dimension des Falles seinen jüngsten Entschluss, Grenzkontrollen an den EU-Binnengrenzen zu Ungarn und Slowenien zu verlängern. "Da sind Banden am Werk, denen Menschenleben völlig egal sind", sagte er.

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