Quarantänepflicht in Österreich

Österreich macht Ski-Urlaub für Ausländer an Weihnachten praktisch unmöglich

Viel Reiseurlaub dürfte es an der Grenze zu Österreich an Weihnachten nicht geben: Das Land verhängt eine zehntägige Quarantänepflicht für Einreisende aus Regionen mit hohen Corona-Zahlen.

Viel Reiseurlaub dürfte es an der Grenze zu Österreich an Weihnachten nicht geben: Das Land verhängt eine zehntägige Quarantänepflicht für Einreisende aus Regionen mit hohen Corona-Zahlen.

Bild: Gerd Eggenberger, dpa (Archivbild)

Viel Reiseurlaub dürfte es an der Grenze zu Österreich an Weihnachten nicht geben: Das Land verhängt eine zehntägige Quarantänepflicht für Einreisende aus Regionen mit hohen Corona-Zahlen.

Bild: Gerd Eggenberger, dpa (Archivbild)

Wer an Weihnachten Skiurlaub in Österreich machen wollte, kann seine Pläne begraben. Das Land verhängt eine zehntägige Quarantänepflicht für Einreisende.
02.12.2020 | Stand: 15:26 Uhr

Seit Tagen streiten Bayern und Österreich über das weitere Vorgehen, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Vor allem geht es um die Frage, wie es mit dem Skigebieten weiterlaufen soll. Bayerische Politiker appellierten an die Nachbarländer, auch dort den Skitourismus so gut wie möglich zu unterbinden, um eine Ausbreitung des Corona-Virus durch Urlauber zu vermeiden. Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) hatte dem zuletzt noch heftig widersprochen. „Wir lassen uns sicher nicht von einem anderen Land vorschreiben, wann wir was öffnen“, erklärte sie im Bayerischen Rundfunk.

Jetzt geht Österreich aber einen Schritt, der den bayerischen Politikern entgegenkommen dürfte. Das Land verhängt für alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten vom 7. Dezember bis zum 10. Januar eine zehntägige Quarantänepflicht. Außerdem bleiben Hotels und Gaststätten bis Heiligdreikönige zu.

Ziel sei es, den Tourismus weitgehend einzudämmen, teilte die Regierung am Mittwoch mit. Österreich setze auf ein konsequentes Grenzregime, damit das Virus nicht durch Rückkehrer oder Touristen ins Land getragen werde, sagte Kanzler Sebastian Kurz.

Österreich: Auch alle Gaststätten und Hotels müssen geschlossen bleiben

Der Schwellenwert seien mehr als 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. Das gelte praktisch für alle Nachbarstaaten und speziell auch für den Westbalkan, hieß es. Damti sind auch die meisten Regionen in Deutschland betroffen - inklusive Allgäu (Hier lesen Sie die aktuellen Inzidenz-Werte für das Allgäu).

Weiter erklärte die österreichische Regierung, dass alle Gaststätten und Hotels bis zum 7. Januar geschlossen bleiben müssen. Dafür werde es aber wirtschaftliche Entschädigungen geben, versicherte Kurz.

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Die Lifte in den Skigebieten dürfen ab dem 24. Dezember öffnen - und können somit im Wesentlichen von Einheimischen genutzt werden.

Zugleich dürfen nach dem Ende des aktuellen Lockdowns am 6. Dezember die Geschäfte und die Museen wieder öffnen. Auch die Pflichtschulen werden wieder geöffnet. Ausgangsbeschränkungen bestehen dann noch zwischen 20 Uhr und 6 Uhr.

"Die sinkenden Zahlen sind ein Erfolg, aber kein Grund zur Entwarnung", sagte Kurz. Eine Überlastung des Gesundheitssystems sei bisher verhindert worden. Er rief die Bürger auf, sich an den bevorstehenden Massentests zu beteiligen. In Wien, Tirol und Vorarlberg können sich die Menschen ab Freitag testen lassen. Danach folgen weitere Bundesländer. Die Experten hoffen, dass sich mehrere Millionen Menschen beteiligen, um so die Infektionsketten zu unterbrechen.

Quarantänepflicht in Österreich für Urlauber

In Österreich ist aufgrund des Lockdowns die Zahl der Neuinfektionen deutlich zurückgegangen. Allerdings ist der Abwärtstrend weniger stark als erhofft. Am Mittwoch wurden 3972 Neuinfektionen binnen eines Tages verzeichnet. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist dieser Wert um ein Mehrfaches höher als in Deutschland. Dazu verzeichnet das Land mehr Sterbefälle als üblich.

Deutschlands Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) begrüßte die von Österreich angekündigte Quarantänepflicht für Einreisende. Alle hätten die Erfahrungen aus Februar und März noch in den Knochen, dass durch den Rückreiseverkehr aus dem Skiurlaub das Virus teils unbemerkt in fast alle EU-Staaten mitgebracht worden sei, sagte Spahn am Mittwoch nach einer Videokonferenz mit seinen EU-Amtskollegen. Dabei sei Skifahren für sich allein nicht das Problem, es gehe um Aktivitäten rundherum. (mit dpa)