Auf Bundesparteitag

Rechtspopulistische FPÖ wählt Scharfmacher Kickl als neuen Partei-Chef

Hier mit Maske, obwohl er viele Corona-Maßnahmen für komplett überzogen hält: FPÖ-Fraktionschef Herbert Kickl applaudiert beim Außerordentlicher Bundesparteitag der FPÖ.

Hier mit Maske, obwohl er viele Corona-Maßnahmen für komplett überzogen hält: FPÖ-Fraktionschef Herbert Kickl applaudiert beim Außerordentlicher Bundesparteitag der FPÖ.

Bild: Georg Hochmuth, APA, dpa

Hier mit Maske, obwohl er viele Corona-Maßnahmen für komplett überzogen hält: FPÖ-Fraktionschef Herbert Kickl applaudiert beim Außerordentlicher Bundesparteitag der FPÖ.

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Die rechte FPÖ in Österreich stellt am Samstag wichtige Weichen: Die Partei wird künftig von Herbert Kickl angeführt. Welche Auswirkungen das haben könnte.
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dpa
19.06.2021 | Stand: 16:04 Uhr

FPÖ-Fraktionschef Herbert Kickl gilt als langjähriger Chefdenker der Rechtspopulisten und ist für seine besonders scharfe Rhetorik bekannt. Zuletzt stellte er sich an die Seite der Gegner der Corona-Maßnahmen.

Die Delegierten des außerordentlichen Bundesparteitags wählten den 52-Jährigen am Samstag in Wiener Neustadt mit 88,2 Prozent zum neuen Parteichef. Der FPÖ-Fraktionschef folgt Norbert Hofer an der Spitze der Rechtspopulisten nach. Hofer hatte vor wenigen Wochen auch wegen anhaltender Attacken von Kickl sein Amt niedergelegt.

Herbert Kickl ist in der FPÖ umstritten

Kickl ist auch in den Reihen der FPÖ nicht unumstritten. Vereinzelt traten Mitglieder aus der Partei nach der Nominierung des 52-Jährigen aus. Mit seinen verbalen Attacken gegen Migranten und gegen den Islam spricht Kickl zwar die Kern-Klientel der FPÖ an, kann aber nach Meinung vieler Beobachter kaum Anhänger anderer Parteien für die Rechtpopulisten gewinnen.

Jüngst bescheinigte Kickl der rechtsextremen Identitären Bewegung unterstützenswerte politische Ansätze. Die Gruppierung sei so etwas wie eine rechte Nichtregierungsorganisation, so der designierte Parteichef.

FPÖ mit Kanzler Kurz tief zerstritten

Mit der Wahl Kickls schwinden die Aussichten der FPÖ auf eine etwaige Neuauflage einer Koalition mit der konservativen ÖVP auf Bundesebene. Kickl ist einer der schärfsten Kritiker von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Insbesondere die Corona-Maßnahmen hält Kickl für völlig überzogen.

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Österreich

Prozess gegen Österreichs Ex-Vizekanzler Strache geht in die Endphase

Die FPÖ war von 2017 bis 2019 in einer Koalition mit der konservativen ÖVP unter Kurz. Das Bündnis zerbrach an der Ibiza-Affäre, in der Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache anfällig für Korruption wirkte. Die FPÖ gehört seit Jahrzehnten zur politischen Landschaft in Österreich mit teils hoher Zustimmung bei Wahlen. International bekannt wurde sie vor allem durch die Auftritte des 2008 tödlich verunglückten Parteichefs Jörg Haider, der von 1986 bis 2000 an der Spitze der FPÖ stand.