Kleinwalsertal

Rettung von 99 Schülern am Heuberggrat: Warum deutsche Behörden nicht mehr ermitteln

Am Heuberggrat im Kleinwalsertal sind im Juni 2022 99 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften in Bergnot geraten.

Am Heuberggrat im Kleinwalsertal sind im Juni 2022 99 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften in Bergnot geraten.

Bild: Privat/dpa (Archiv)

Am Heuberggrat im Kleinwalsertal sind im Juni 2022 99 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften in Bergnot geraten.

Bild: Privat/dpa (Archiv)

Die Ermittlungen zur Rettung von 99 Schülerinnen und Schülern am Heuberggrat im Kleinwalsertal sind kein mehr Fall für die deutsche Staatsanwaltschaft.
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Von Allgäuer Zeitung
28.09.2022 | Stand: 13:20 Uhr

Die Ermittlungen zu der großen Rettungsaktion von 99 Schülerinnen und Schülern im Juni 2022 am Heuberggrat im Kleinwalsertal liegt wieder auf dem Tisch der österreichischen Behörden. Das berichten mehrere Medien einstimmig.

Wie berichtet, sind am 7. Juni 2022 99 Schülerinnen und Schüler mit ihren acht Lehrkräften aus Rheinland-Pfalz am Heuberggrat im Kleinwalsertal in Bergnot geraten. Sie sind dabei einem unbeschilderten Weg gefolgt und hatten sich offenbar auf eine Tourenbeschreibung im Internet verlassen. Der Rettungseinsatz kostete über 13.000 Euro, die Rechnung übernahm das Bundesland Rheinland-Pfalz.

Rettung von Schülergruppe am Heuberggrat: Deutsche Behörden lehnen Ermittlungen ab

Die in Österreich zuständige Staatsanwaltschaft Feldkirch hatte ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Gemeingefährdung aufgenommen. Weil die Schülergruppe aus Rheinland-Pfalz kommt, wollten sie den Fall an die Behörden in Deutschland übergeben. Diese habe die Ermittlungen aber abgelehnt. Der Grund: In Deutschland gebe es eine andere Rechtslage.

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal in Rheinland-Pfalz leitete nach einer Strafanzeige sowie von Amts wegen ein Verfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung im Amt gegen den verantwortlichen Lehrer ein. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch übermittelte dafür ihre Erkenntnisse an die Behörde in Deutschland und bat darum, den Fall komplett zu übernehmen.

Darum kann die deutsche Staatsanwaltschaft nicht ermitteln

Doch die deutschen Kollegen mussten ablehnen. Die Gemeingefahr sei in Österreich anders und weiter gefasst, sagte Oberstaatsanwalt Hubert Ströber, Sprecher und Leiter der Staatsanwaltschaft Frankenthal in Rheinland-Pfalz. Zudem seien laut dem vorliegenden Abschlussbericht weder Schülerinnen und Schüler noch Lehrkräfte verletzt worden. Deshalb greife auch der Tatbestand einer Körperverletzung im Amt nicht. Das weitere Vorgehen sei laut Ströber nun Sache der Behörde in Österreich.

Die Staatsanwaltschaft Feldkirch wolle weiter ermitteln, sagte ein Sprecher. Wie lange die Ermittlungen dauern, sei derzeit nicht absehbar.

(Lesen Sie auch: Spurensuche am Heuberggrat: Wie konnte die Bergtour mit 99 Schülern so schiefgehen?)

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