Debatte um Lifte und Bergbahnen

Ski-Streit: So scharf schießen Politiker aus Tirol und Vorarlberg gegen Markus Söder

Corona-Regeln: Markus Söder will verhindern, dass Skifahrer aus dem Allgäu, Bayern und Deutschland in den kommenden Wochen zum Skifahren nach Österreich reisen. Er vermutet in belebten Skigebieten und vollen Bergbahnen ein erhöhtes Infektions-Risiko. Jetzt gibt es heftigen Widerstand aus Tirol und Vorarlberg.

Corona-Regeln: Markus Söder will verhindern, dass Skifahrer aus dem Allgäu, Bayern und Deutschland in den kommenden Wochen zum Skifahren nach Österreich reisen. Er vermutet in belebten Skigebieten und vollen Bergbahnen ein erhöhtes Infektions-Risiko. Jetzt gibt es heftigen Widerstand aus Tirol und Vorarlberg.

Bild: Felix Hörhager, dpa (Archiv)

Corona-Regeln: Markus Söder will verhindern, dass Skifahrer aus dem Allgäu, Bayern und Deutschland in den kommenden Wochen zum Skifahren nach Österreich reisen. Er vermutet in belebten Skigebieten und vollen Bergbahnen ein erhöhtes Infektions-Risiko. Jetzt gibt es heftigen Widerstand aus Tirol und Vorarlberg.

Bild: Felix Hörhager, dpa (Archiv)

Im Streit um die Ski-Saison im Corona-Winter wird der Ton schärfer. Nach Kritik aus dem Allgäu gibt es nun Attacken aus Tirol und Vorarlberg gegen Markus Söder.
28.11.2020 | Stand: 10:09 Uhr

Geht es nach dem Willen von Markus Söder und Angela Merkel ist klar: Die Bergbahnen und Ski-Lifte in Europa sollten bis mindestens 10. Januar 2021 stillstehen - als weitere Lockdown-Maßnahme im Kampf gegen Corona. Für Skigebiete, Gastronomie und Hotellerie im Allgäu und in den benachbarten Grenzregionen Tirol und Vorarlberg ein fatales Signal. Entsprechend groß ist der Widerstand von Tourismus-Vertretern und hiesigen Politikern.

Besonders scharfe Töne kommen aus Tirol: "Wenn es die Infektionszahlen zulassen, werden wir uns das Skifahren auch von Bayern nicht nehmen lassen", sagte Tirols Landeshauptmann Günther Platter am Freitag. Indirekt warf er Söder vor, Politik auf Kosten anderer Regionen zu machen.

Die Diskussion um eine generelle Schließung würde nicht nur Touristen aus Deutschland betreffen, sondern vor allem Einheimische, die über Weihnachten Skifahren wollen. "Das wird auch Bayern akzeptieren müssen", sagte der Landeshauptmann.

Markus Söder: "Ischgl ist noch nicht vergessen"

Söder hatte in seiner Regierungserklärung am Freitag auf das Risiko in belebten Skigebieten hingwiesen und mit Blick auf Tirol gesagt: "Halb Europa ist im Frühjahr von Ischgl aus mit infiziert worden." Ein Vorwurf, den man sich im Nachbarland nicht gefallen lassen will. Bereits im Sommer habe die Tourismusbranche in Tirol bewiesen, dass durch akribisch umgesetzte Hygienemaßnahmen "nur wenige Infektionen dem Tiroler Tourismus zuzuschreiben waren“, sagte Platter.

Günther Platter, Landeshauptmann von Tirol.
Günther Platter, Landeshauptmann von Tirol.
Bild: Matthias Balk, dpa (Archiv)

Gegenwind zu Söders Plänen kommt auch aus Vorarlberg. Dort stellte Landeshauptmann Markus Wallner bereits zur Wochenmitte gegenüber den "Vorarlberger Nachrichten" klar: "Das komplette Schließen von Skigebieten steht bei uns nicht zur Debatte". Landesrat Christian Gantner verbat sich eine Einmischung aus dem Ausland: "Wir brauchen weder aus Italien noch Bayern Zurufe", sagte er in der Sendung "Vorarlberg live" (Lesen Sie auch: Skilifte wegen Corona zu: Das sagt ein Allgäuer Liftbesitzer zur Schließung).

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Interessant: Trotz aller Bekenntnisse zum Öffnen der österreichischen Skigebiete gibt es auch im Nachbarland eine Diskussion darüber, inwieweit eine Wintersport-Saison in den kommenden Monaten überhaupt möglich ist. Bundeskanzler Sebastian Kurz verwies darauf, dass mögliche Öffnungen immer von den Infektionszahlen abhängig seien - fügte aber an: "und zwar den Infektionszahlen bei uns in Österreich." Tourismusministerin Elisabeth Köstinger setzt neben Hygienekonzepten auf Massentests und behutsame Öffnungsschritte. In Vorarlberg und Tirol wird die Bevölkerung Anfang Dezember einem Corona-Massentest unterzogen.

Dem Skitourismus aus Bayern nach Österreich hat Söder schon vorsorglich den Riegel vorgeschoben: "Wer nach Österreich fährt, muss danach zehn Tage in Quarantäne", sagte er am Donnerstag. Die neue Regelung ersetzt die bisherige Verordnung, nach der touristische Tagesausflüge in angrenzende Regionen noch möglich waren, ohne anschließend in Isolation zu müssen.

Im Allgäu dürfen Skilifte und Bergbahnen während des Lockdowns ohnehin nicht öffnen. Auch aus der Region hatte es deshalb wie berichtet Widerstand gegen den Vorstoß aus München und Berlin gegeben. Unter anderem sprach sich die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller in einem offenen Brief gegen die generelle Schließung der Allgäuer Skigebiete aus.

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