„Die Tür zum Wald“

Querfeldein über marode Waldwege - das ist vorbei: Neuer Grenzweg am Bärensee lockt in den Wald

Wanderweg Bärensee

Der neue Hornacher Grenzweg ist eröffnet. Dabei waren (von links) Frank Kroll (Forstverwaltung), Tobias Herfert (Firma Höbel), Marcus König (VWEW), Wolfgang Scupin (Hospitalstiftung) und Stephan Kleiner (Forstverwaltung) bei der Einweihung des Hornacher Grenzwegs. Foto: Kleber

Bild: Matthias Kleber

Der neue Hornacher Grenzweg ist eröffnet. Dabei waren (von links) Frank Kroll (Forstverwaltung), Tobias Herfert (Firma Höbel), Marcus König (VWEW), Wolfgang Scupin (Hospitalstiftung) und Stephan Kleiner (Forstverwaltung) bei der Einweihung des Hornacher Grenzwegs. Foto: Kleber

Bild: Matthias Kleber

„Die Bevölkerung profitiert von dem neuen Weg enorm“: Neuer Grenzweg am Bärensee lockt Spaziergänger, Wanderer, Jogger und erleichtert die Forstwirtschaft.
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Von mfk
22.07.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Esche, Eiche, Ahorn und Mehlbeere: Östlich des Bärensees entsteht ein vielfältiger Mischwald, den Naturbegeisterte nun deutlich einfacher über den neuen Hornacher Grenzweg erreichen können.

„Die Bevölkerung profitiert von dem neuen Weg natürlich enorm“, sagt Forstdirektor Stephan Kleiner. Wandererinnen, Jogger und Pilzsammlerinnen kämen so entspannt an ihr Ziel. Sie könnten nun den Wald auf sich wirken lassen, ohne querfeldein über marode Waldwege laufen zu müssen. „Aber vor allem auch Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, können so viel besser die Natur genießen. Die neuen Wege machen den Wald viel zugänglicher.“ Er kenne keine private Investition, bei der die Bevölkerung und die Umwelt so enorm profitierten, wie die Erneuerung der Waldwege, betont Kleiner. „Der Weg ist die Tür hinein in den Wald. Weder Förster noch Wanderer kommen ohne Wege in den Wald. Ein Wald ohne Weg ist wie ein Haus ohne Tür“, ergänzt er.

Rund 4.000 Tonnen naturbelassener Kies wurden für den rund einen Kilometer langen Waldweg verbaut. Auch wenn dieser zunächst wie ein extremer Einschnitt in die Natur anmutet, helfe die Erneuerung von Wegen dem Wald bei der langfristigen Bewahrung der Artenvielfalt und schone die unberührten Bereiche. „Die Waldbodenfruchtbarkeit wird dadurch erhalten“, erklärt der Forstdirektor. „Die eigentlichen Waldböden müssen nun nicht mehr befahren werden und werden so erhalten.“ Dadurch könnten sich Flora und Fauna zwischen den Wegen frei entfalten.

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Jäger Dominik Fetz unterstreicht indessen den Nachhaltigkeitsgedanken. „Es geht auch immer um eine Balance zwischen Wild und Wald. Insofern greifen die Jagd und der Waldbau definitiv ineinander, da der Wildbestand so reguliert werden muss, dass die Wälder – und da gerade die jungen Bäume – weiter bestehen können.“ Bietet ein ausgewogener Wald dann ausreichend Nahrung für das Wild, müssten Rehe nicht mehr außerhalb nach Futter suchen. Natur könne Natur bleiben.

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Entscheidend für den Neubau der Wege war außerdem das Zusammenspiel der beiden Waldeigentümer: Der Energieversorger VWEW und die Hospitalstiftung zum Heiligen Geist investierten insgesamt rund 100.000 Euro. Das Ganze sei ein gemeinsames Projekt, um die Erreichbarkeit der Waldgebiete zu verbessern und gleichzeitig etwas für die Umwelt zu tun.

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