Lindenberg

Schüler erforschen Alternative zu Plastik

Jugend forscht

Jugend forscht

Bild: Laura Lehner

Jugend forscht

Bild: Laura Lehner

Naturwissenschaften Lindenberger Schüler haben beim Wettbewerb „Jugend forscht“ gesiegt. Ihre Ideen beschäftigen sich mit der Umwelt. Eine davon ist besonders für die Landwirtschaft interessant
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Von von Laura Lehner
03.03.2020 | Stand: 16:30 Uhr

Eine umweltverträgliche Alternative zu Plastik, kostengünstig und im Überfluss vorhanden: Daran arbeiteten Schüler des Lindenberger Gymnasiums und gingen damit beim Wettbewerb „Jugend forscht“ an den Start. Das war nicht die einzige Idee. Außerdem entwickelten sie ein digitales Komplettüberwachungssystem für Heuballen und untersuchten die Auswirkungen von Pflanzen im Schlafzimmer auf die Schlafqualität. Zwei der Ideen der Lindenberger Schüler konnten sich den ersten Platz beim Regionalwettbewerb in Schongau in der Sparte Arbeitswelt sichern.

Nach einer ökologischen Alternative zu Plastik suchten Lukas Straub und Samuel Fäßler. Von November bis Mitte Februar arbeiteten die Gymnasiasten an der Umsetzung ihrer Idee. Herausgekommen ist eine Art Vlies aus verarbeiteter Schafwolle. Da diese in ihrem Naturzustand allerdings zu klumpig ist, verfeinerten die Jungen sie mit einer selbst gebauten Maschine aus einem alten Rasenmäher. In einem weiteren Schritt verfilzten sie das Material durch Rotation und Hitze mithilfe eines ebenfalls selbst konstruierten Gerätes.

Das entstandene Vlies kann vielseitig eingesetzt werden: Beispielsweise als Ersatz für Schutzfolien in Erdbeerplantagen. Das Vlies besitzt nämlich eine wasserundurchlässige Oberfläche und wirkt außerdem wärmeisolierend. Auch als Alternative zum herkömmlichen Verbissschutz für Tannen aus Plastik und als Ölbindemittel eignet sich die Erfindung, die beim Regionalwettbewerb mit dem ersten Platz ausgezeichnet wurde.

Samuel Fäßler konnte die Jury gleich mehrfach von seinen Ideen überzeugen, er siegte ein zweites Mal: Immer wieder hörten er und sein Mitschüler Cedric Steiert, 16, von Bränden auf Bauernhöfen, die durch zu stark erhitztes Heu entstanden. Ihre Lösung: ein digitales Komplettüberwachungssystem für Heuballen und -stöcke, das den Landwirt sofort benachrichtigt, wenn das Heu einen Grenzwert von circa 60 Grad Celsius überschreitet. Zwar gibt es bereits so genannte Messlanzen, allerdings ist deren Nutzung und Dokumentation sehr aufwendig, weshalb das Gerät oft nachlässig benutzt wird. Das System der Schüler erfasst deshalb die Temperaturen flächendeckend durch so genannte Thermistoren, speichert die Ergebnisse und stellt diese anhand eines Ampelsystems grafisch dar. Überschreitet die Temperatur im Heuballen oder -stock den Grenzwert, werden die Daten über das Internet übermittelt. Der Landwirt bekommt über eine App oder per E-Mail eine Benachrichtigung und kann entsprechend handeln. Immer wieder traten kleinere Probleme bei der Entwicklung des Systems auf, an ihrer Idee zweifelten die Jugendlichen allerdings nicht. Ihr Wissen zogen die Schüler aus Fachzeitschriften und Feuerwehrhandbüchern, sowie dem Internet. Außerdem bekamen sie Unterstützung durch Tobias Pilz, der das Projekt „Jugend forscht“ am Lindenberger Gymnasium betreut.

Zwar keinen Preis, aber eine wichtige Erkenntnis nahm Pia Mühlbauer aus ihrem Projekt mit: Ihre Mutter dachte, sie würde besser schlafen, wenn sie ein paar Pflanzen im Zimmer stehen hätte. Die Aussage weckte die Neugier der 17-Jährigen und sie begann, in über 20 Nächten verschiedene Messungen in ihrem Zimmer durchzuführen, um den CO2-Gehalt mit und ohne Pflanzen im Schlafzimmer zu ermitteln. Für eine Prämierung bei „Jugend forscht“ reichte es nicht, aber Pia konnte die Aussage ihrer Mutter widerlegen: „Man schläft besser, wenn sich keine Pflanzen im Raum befinden. Die Pflanzen stoßen so viel CO2aus, dass ein gewisser Grenzwert überschritten wird und das wirkt sich negativ auf die Schlafqualität aus.“