Sieg im Schwaben-Ländle

9. Sieg im 9. Profi-Kampf: "Allgäu Ali" verteidigt deutschen Titel. Kommt jetzt ein EM-Kampf?  

Boxen - Friedrichshafen - Boxen Live Sport im Sueden - 14.09.201

Ali Celik (links) verteidigte seinen internationalen deutschen Titel.

Bild: Shakral Photography // Florian Wolf

Ali Celik (links) verteidigte seinen internationalen deutschen Titel.

Bild: Shakral Photography // Florian Wolf

Mit einem unangefochtenen Sieg hat Profi-Boxer Ali Celik seinen deutschen Titel im Halbmittelgewicht verteidigt. Der 32-Jährige bezwang in Friedrichshafen den  kurzfristig eingesprungenen Islam Ashabov (Oldenburg), der nach sieben Runden aufgab. Jetzt wird mit Spannung erwartet, wie die Karriere des erfolgreichsten Allgäuer Boxers weitergeht.
14.09.2019 | Stand: 22:07 Uhr

9. Sieg im 9. Profikampf! "Allgäu Ali", wie ihn seine Fans nennen, hat in Friedrichshafen seine Ambitionen auf einen EM-Kampf oder eine vergleichbare internationale Ansetzung untermauert. Mit einem Arbeitssieg gegen den elf Jahre jüngeren Islam Ashabov baute der Kemptener seine Erfolgsbilanz aus.

Nach dem Frust über die Kampf-Absage von US-Boy John Rene, der eine Verletzung als Grund nannte, stieg Celik weitaus weniger emotional als erwartet in den Ring. Nach einer verhaltenen ersten Runde brachte ihn sein Trainer Alexander Buschel aber rechtzeitig in die Spur: "Auf geht's, Ali. Ein bisschen aktiver." Eine durchschnittliche Leistung genügte, um den auf zehn Runden angesetzten Titelkampf vorzeitig zu entscheiden.

Die Fans in der ZF Arena feierten "Allgäu Ali", rechts Ehefrau Elena.
Die Fans in der ZF Arena feierten "Allgäu Ali", rechts Ehefrau Elena.
Bild: Shakral Photography // Florian Wolf

Als der tapfer kämpfende Ashabov nach sieben Runden zu Boden ging, warf dessen Crew aus Sorge um die Gesundheit des gebürtigen Tschetschenen (bis dato drei Siege in sieben Kämpfen) das Handtuch.

Nach einer turbulenten Woche herrschte Erleichterung bei den mit vier Kleinbussen mitgereisten Fans von "Allgäu Ali" Celik aus Kempten. Wochenlang hatte  sich die Nummer eins im Allgäuer Boxsport gezielt auf John Rene vorbereitet, der zu den wenigen Boxern mit linker Schlaghand gehört. Durch die Absage des US-Boys fiel die anvisierte Taktik wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

"Hauptsache gewonnen", lautete die Bilanz der Ali-Anhänger nach dem jüngsten Aufritt bei "Sport im Süden - Boxen live." Wieviel der Sieg wert ist, wird sich in den kommenden Wochen bei den Verhandlungen für die nächsten Kämpfe zeigen.  "Ich denke, dass es jetzt Schlag auf Schlag gehen könnte. Ich trainiere nach diesem Kampf weiter - und hoffe, dass ich bei einem größeren Event als Außenseiter einspringen kann. Genau wie Ashabov jetzt gegen mich", sagte "Allgäu Ali", der bestätigt, dass er den Kampf noch schneller beenden hätte können. "Doch das hätte weder dem Publikum noch mir selbst was gebracht."               

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Update: Ein Neonazi-Skandal überschattete die Veranstaltung in Friedrichshafen. Video-Aufnahmen von "ran Fighting" zeigen den Gründer des "Germanen Boxstalls", für den Ashabov antrat,  im weißen T-Shirt mit der Aufschrift: "Kraft durch Freude".  Diese war zwischen 1933 und 1945 der Name der Freizeit-Organisation der Nationalsozialisten. Die Polizei prüft laut Medienberichten offenbar gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft den Vorfall.  Schockiert zeigte sich Ali Celik: "Wer solche T-Shirts trägt oder irgendwelche Nazi-Sprüche bringt, hat in unserem Sport nichts verloren und gehört ausgeschlossen."