Eishockey

Allgäuer Eishockey-Nachwuchs lernt von den Profis

Voll bei der Sache: 48 Kinder kamen zum Camp von Alexander Sulzer (Mitte) nach Kaufbeuren. Und auch der Chefcoach scheint hoch konzentriert.

Voll bei der Sache: 48 Kinder kamen zum Camp von Alexander Sulzer (Mitte) nach Kaufbeuren. Und auch der Chefcoach scheint hoch konzentriert.

Bild: Mathias Wild

Voll bei der Sache: 48 Kinder kamen zum Camp von Alexander Sulzer (Mitte) nach Kaufbeuren. Und auch der Chefcoach scheint hoch konzentriert.

Bild: Mathias Wild

Beim Nachwuchs-Camp von Ex-NHL-Spieler Alexander Sulzer in Kaufbeuren geben sich einige Promis ein Stelldichein. Wie die Kinder von Marcel Goc & Co. profitieren

10.08.2020 | Stand: 19:57 Uhr

Nicht drängeln. Nicht rennen. Nicht schubsen und nicht mit Wasser aus den Trinkflaschen herumspritzen. Das sind die eigentlich gängigen Anweisungen von Übungsleitern bei der Arbeit mit Kindern. Inzwischen sind weitere hinzugekommen: Maske auf, wenn es nach drinnen geht. Und immer wieder Hände waschen. 48 Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren haben vergangene Woche in der Kaufbeurer Erdgas-Schwaben-Arena das erste Eishockey-Camp des früheren NHL-Profis Alexander Sulzer erlebt. Und sich dabei eben auch an alle gängigen Corona-Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie halten müssen.

Viereinhalb Stunden Training pro Woche

Für den 36 Jahre alten namensgebenden Organisator, der in Kaufbeuren geboren ist, mittlerweile aber in Nordrhein-Westfalen lebt, bedeuteten die Regeln einen riesigen Aufwand. „Wenn man sich aber mal eingelesen hat und es alle Beteiligten verstanden haben, dann ist alles umsetzbar“, sagt der ehemalige NHL-Crack. Ohnehin zeigte sich der Sportler sehr zufrieden mit den Bedingungen in der Wertachstadt. Die Zusammenarbeit etwa mit dem Kommunalunternehmen Eisstadion sei vom ersten Tag an perfekt gewesen – genau wie letztlich die Bedingungen während des einwöchigen Camps. „Mit dem Sportplatz nebenan und dem Schwimmbad ein paar Meter weiter hätte es nicht besser laufen können“, freute sich Sulzer. Das Eis, ganz frisch gemacht, hätte zudem perfekt gepasst. Es war zuletzt gar in einem derart guten Zustand, dass die Trainer die Zeiten auf dem Eis etwas ausweiten konnten. Statt täglich vier Stunden wurden viereinhalb trainiert. Somit standen die Kids an den fünf Tagen 22,5 Stunden auf dem Eis.

Unterstützung von Eishockey-Profis

Sulzer coachte die Kids dabei keineswegs allein. Große Eishockey-Prominenz unterstützte ihn. „Es macht großen Spaß“, sagte etwa Stürmer Tobias Wörle während er eine Gruppe bei den Koordinationsübungen im Freien beobachtete. Neben den Lokalmatadoren Fabian Koziol, Dennis Pfaffengut und eben Wörle (alle vom ESV Kaufbeuren) gehörten auch weitere große Eishockey-Namen zum Trainerteam. Um die Nachwuchs-Torhüter kümmerte sich etwa Gustaf Wesslau. Der 35-jährige Schwede von den Kölner Haien betrieb mit den Kids regelrecht Zentimeterarbeit, wenn es um die genaue Haltung der Fang- und Stockhand ging, oder darum, auf welcher Position die Goalies bei Schüssen am besten stehen sollten. Mit viel Geduld und exaktem Augenmaß gab der Profi-Torwart Anweisungen, Pucks waren da noch gar nicht im Spiel. Erst nach einiger Zeit schoss er dann auch – übrigens ganz langsam, um mit den Kindern alle Bewegungen sehr exakt einzuüben.

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Reichlich Erfahrung brachten auch andere Akteure aus der DEL mit – etwa Nick Latta (Straubing) oder Marcel Goc (Kapitän der Adler Mannheim). Die Reihe der Übungsleiter ist noch länger, auch der ehemalige DEG-Spieler Marian Bazany gab sein Wissen an die Kinder weiter. Im Mittelpunkt stand dabei eine möglichst ganzheitliche Förderung. Es gehe nicht nur darum, sportliche Fähigkeiten zu vermitteln, sondern die Kinder auch menschlich zu entwickeln, sagte Sulzer. Körperwahrnehmung und andere Dinge standen immer wieder auf dem Programm. Für die Eltern fand ein Abend statt, an dem es um den Umgang mit sportlichen (Miss-)Erfolgen ging.

Wegen Corona: Viele Veränderungen

Corona habe freilich einiges nicht vereinfacht. Etwa mittags, beim Essen, wenn die Kinder immer nur zu zweit eingelassen werden durften und der Rest warten musste, bis diese ihren Platz eingenommen hatten. Letztlich aber halb so wild, denn Sulzer bezeichnete sein erstes Camp als vollen Erfolg und sprach von einer „Mega-Woche“. Es habe ihm richtig viel Spaß gemacht. Nicht zuletzt, weil alle Kids „so richtig viel Bock gehabt“ hätten. Eine Fortsetzung ist bereits beschlossen. In seiner Wahlheimat Bergisch Gladbach will Sulzer ein weiteres Camp im Oktober aufziehen.