Amateurfußball

Gerät der Amateurfußball im Allgäu aus dem Lot?

Der Amateur-Fußball in Bayern droht in der Corona-Krise aus dem Lot zu geraten. So wie die Spielfeldmarkierungen auf diesem Sportplatz, den unser Fotograf Bernhard Weizenegger aus der Luft entdeckt hat.

Der Amateur-Fußball in Bayern droht in der Corona-Krise aus dem Lot zu geraten. So wie die Spielfeldmarkierungen auf diesem Sportplatz, den unser Fotograf Bernhard Weizenegger aus der Luft entdeckt hat.

Bild: Bernhard Weizenegger

Der Amateur-Fußball in Bayern droht in der Corona-Krise aus dem Lot zu geraten. So wie die Spielfeldmarkierungen auf diesem Sportplatz, den unser Fotograf Bernhard Weizenegger aus der Luft entdeckt hat.

Bild: Bernhard Weizenegger

Fußball: Wegen des Corona-Lockdowns geht es für die meisten Amateur-Vereine im Allgäu vorzeitig in die Winterpause. Fürs Wochenende hagelte es Spielabsagen.
31.10.2020 | Stand: 07:26 Uhr

Nachdem die Bundesregierung den zweiten Lockdown in diesem Jahr ausgerufen hat, stehen nicht nur Gastronomie, Hotellerie und Einzelhandel vor großen Problemen. Auch der Amateur-Fußball in Bayern muss im November pausieren – demnach fallen ab Montag, 2. November, alle noch verbliebenen Spiele aus und es geht für die Vereine wohl direkt in die Winterpause. Ob die Partien nachgeholt werden, stehe noch in den Sternen, sagt Kreisspielleiter Elmar Rimmel: „Wir haben noch keinen Plan und werden einen solchen auch erst im Frühjahr angehen.“ Zu viele Unabwägbarkeiten gebe es bis dahin. „Wir wissen nicht, wie es mit Corona weitergeht. Wir haben schon mal ein Konzept erstellt, das aufgrund politischer Entscheidungen wieder gekippt werden musste. Diesen Fehler begehen wir nicht noch einmal“, sagt Rimmel deutlich.

Fußball-Kreisspielleiter Elmar Rimmel: "Zwei Wochen permanenter Terror"

Die vergangenen zwei Wochen seien „permanenter Terror“ gewesen, erzählt Rimmel. Ununterbrochen seien Anrufe oder E-Mails eingegangen: „Viele hatten Fragen, aber die meisten wollten ihre Spiele absagen.“ Für dieses Wochenende seien wegen Corona laut Rimmel bereits über 80 Prozent der Spiele abgesagt worden. „Wir haben den Vereinen angeboten, schon jetzt in die Winterpause zu gehen. Die meisten wollten eh kein Risiko mehr eingehen.“

So wie beispielsweise der SV 29 Kempten, der bereits Mitte September die Reißleine gezogen und sein Team aus dem Ligapokal abgemeldet hat. Nachdem – wie mehrfach berichtet – in einem Testspiel in der gegnerischen Mannschaft ein Spieler positiv getestet wurde und auch die Kemptener Fußballer mehrere Tage in Quarantäne mussten, ließen mehr als die Hälfte der Spieler die Vorstandschaft wissen, dass sie unter diesen Umständen nicht mehr spielen würden.

Ähnliche Maßnahmen wollte auch die Reservemannschaft des TSV Kottern treffen, die einen Corona-Fall in den eigenen Reihen hatte. Kapitän Giuliano Vacca sagt: „Wir haben überlegt, die Mannschaft von den Spielen zurückzuziehen. Der Lockdown hat uns die Entscheidung nun abgenommen.“ Vor allem die Besorgnis der Spieler, erneut in Quarantäne zu müssen, war ausschlaggebend. „Wir gehen alle arbeiten und Fußball ist nur ein Hobby. Da wollen wir keine Risiken eingehen“, sagt Vacca (Lesen Sie dazu unseren Kommentar zur Zwangspause für die Fußballer: "So darf es nicht weitergehen!").

Jahresversammlungen werden abgesagt und verschoben

In einigen Vereinen sollten im November die Jahresversammlungen stattfinden, wie etwa beim FC Wiggensbach. Diese Zusammenkunft musste nun verschoben werden. Zweiter Vorsitzender Michael Gaminek sagt: „Wenn es möglich ist, soll die Versammlung im Dezember stattfinden, doch das ist noch nicht fix.“ Den Wiggensbachern komme der Lockdown in sportlicher Hinsicht allerdings ganz gelegen, sagt Gaminek: „Wir haben viele verletzte Spieler und bei den anderen ist die Luft raus.“ Außerdem sei das Infektionsrisiko zu groß, die Ligapokalspiele wenig attraktiv.

Keine Hallensaison in diesem Jahr

Lesen Sie auch
##alternative##
2G-Regel im Ostallgäuer Sport

Unsicherheit und Verärgerung bei den Vereinen im Ostallgäu

Im Vergleich zur Meisterschaftsrunde findet auch Spielleiter Rimmel den Ligapokal zweitrangig: „Wie wir schon immer gesagt haben: Die Meisterschaft hat Priorität. Daran wird sich auch im neuen Jahr nichts ändern.“ Der Ligapokal sei in seiner aktuellen Form auf jeden Fall nicht mehr möglich. „Zu gegebener Zeit wird der Spielausschuss tagen und ein neues Konzept vorlegen.“

Bis dahin heißt es für die Amateurvereine warten. Eine Hallensaison ist in diesem Jahr nicht möglich, die offiziellen Wettbewerbe wurden schon abgesagt. Ob Hallentraining oder eigene Turniere stattfinden können, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen.