Snowboard-Weltcup in Laax

André Höflich aus Kempten schafft auf Anhieb den Sprung ins Halfpipe-Finale

André Höflich vom Skiclub Kempten startet am Wochenende bei Laax-Open. Die Wettbewerbe in der Schweiz sind heuer verspäteter Auftakt in den Weltcup-Winter der Snowboard-Freestyler.

André Höflich vom Skiclub Kempten startet am Wochenende bei Laax-Open. Die Wettbewerbe in der Schweiz sind heuer verspäteter Auftakt in den Weltcup-Winter der Snowboard-Freestyler.

Bild: Snowboard Germany

André Höflich vom Skiclub Kempten startet am Wochenende bei Laax-Open. Die Wettbewerbe in der Schweiz sind heuer verspäteter Auftakt in den Weltcup-Winter der Snowboard-Freestyler.

Bild: Snowboard Germany

Für André Höflich vom SC Kempten beginnt in Laax die Weltcup-Saison. Mit dem ersten Lauf in der Halfpipe qualifiziert er sich fürs Finale.
22.01.2021 | Stand: 09:17 Uhr

UPDATE, 22. Januar

André Höflich vom Skiclub Kempten setzt seine Erfolgsserie im Weltcup fort: Die Laax Open 2021 in der Schweiz sind für den Allgäuer saisonübergreifend der sechste Weltcup in Folge, bei dem er das Finale erreicht. Auch Schneefall und schlechte Sicht konnten den 23-Jährigen bei der Qualifikation am Donnerstag nicht davon abhalten, sich mit einem fehlerfreien Run einen Startplatz für das Nacht-Event am Samstagabend (ab 17.45 Uhr) zu sichern. Er sagt: "Ich bin sehr happy. Am Start hatte ich wirklich die Hosen voll. Der letzte Contest ist ja schon eine Weile her. Aber während des Runs kam die Sicherheit zurück. Fürs Finale habe ich noch einen Trick in der Hinterhand. Es ist ein cooles Gefühl, wenn man das nach dem Halbfinale sagen kann.“

Seit zwei Wochen ist André Höflich schon in der Schweiz

Seit zwei Wochen ist André Höflich schon in Laax. Der Wintersportort im Schweizer Kanton Graubünden ist so etwas wie die zweite Heimat des 23-Jährigen vom Skiclub Kempten geworden. Weil er dort weit und breit die besten Bedingungen für das Training auf dem Snowboard vorfindet. Selbst in diesen Tagen mit weit über einem Meter Neuschnee. „Der bremst natürlich in der Halfpipe, die fast randvoll ist. Aber das Training ist trotzdem okay. Man kann bei Neuschnee sehr gut seine Position über dem Board kontrollieren und merkt sofort, wie sich Gewichtsverlagerungen nach hinten oder vorne auswirken“, erzählt Höflich am Telefon.

Auf das Gletschertraining im Sommer musste André Höflich 2020 verzichten

Auch die nächsten Tage verbringt der Allgäuer, der seit ein paar Jahren in Berchtesgaden wohnt, noch in der Schweiz. Mit den „Laax Open“ läuten die Freestyler unter den Snowboardern ab Donnerstag ihre Weltcup-Saison ein. Verspätet. „Coronabedingt wurden heuer viele Wettkämpfe abgesagt“, sagt Höflich. Die Pandemie wirkte sich auch auf die Vorbereitung aus. Der 23-Jährige meint: „Es war ein schwieriger Sommer.“ Denn normalerweise verbringen die Freestyler die warmen Monate auf den Gletschern in Frankreich und Neuseeland, im November auf dem Kitzsteinhorn in Österreich zum ersten Schneetraining. „Es ist alles ausgefallen. Ich stand nach Ende der vergangenen Saison sogar acht Monate lang nicht auf dem Snowboard“, erzählt der Kemptener.

Trockentraining auf Trampolin und Skateboard

Doch er wusste sich zu helfen. Höflich simulierte auf dem Trampolin Tricks und Drehungen, um das Körpergefühl nicht zu verlieren. „Außerdem bin ich viel Skateboard gefahren. Ganz ohne Board und Sprünge geht es halt doch nicht“, meint er lachend. An der Christophorusschule Berchtesgaden, einer Eliteschule des Sports, haben Snowboard Germany und der Deutsche Skiverband im Juli 2020 die Trainingsinfrastruktur für Freestyle-Athleten am Stützpunkt in Berchtesgaden mit einer neuen Skateanlage ausgebaut. Zwar sei Skate- nicht gleich Schneetraining. Höflich: „Aber beide Boards haben koordinative Anforderungen. Wenn ich das Skateboard kontrollieren kann, kann ich das im Winter auf dem Snowboard auch.“

André Höflich, Freestyle-Snowboarder vom Skiclub Kempten.
André Höflich, Freestyle-Snowboarder vom Skiclub Kempten.
Bild: Snowboard Germany

Wenn er die jungen Sportler auf dem Board beim Training beobachtet, erinnert sich Höflich immer wieder auch an seine eigenen Anfänge. Die Trainingsmöglichkeiten waren damals noch längst nicht so gut wie heute. Doch der Allgäuer hat das Beste draus gemacht – und ist in der vergangenen Saison in seiner Disziplin in der Weltspitze angekommen. Er ist mittlerweile kein Einzelkämpfer mehr und mit 23 Jahren sogar der älteste Athlet des jungen deutschen Halfpipe-Teams. Als Fünfter des Gesamtweltcups 2019/2020 will er auch in diesem Winter wieder angreifen: „Klar setzt man sich selbst hohe Ziele. Ich war schon immer richtig ehrgeizig, will weiterkommen. Von außen spüre ich keinen Druck. Wenn überhaupt, mache ich mir den selbst. Ich habe einen Vierjahresplan im Kopf. Einen Punkt konnte ich mit meinem fünften Platz im Gesamtweltcup letzte Saison schon abhaken.“

André Höflich träumt von den Olympischen Spielen 2022

Der nächste Schritt dürfte es sein, sich im Feld der Großen zu etablieren, mit den Stars der Szene wie dem Australier Scotty James und dem dreifachen Olympia-Sieger Shaun White aus den USA mithalten zu können. „Und natürlich gehört auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr zu meinen großen Zielen“, sagt er. Aber auch will er mit der gewohnten Gelassenheit anpacken. Rückschläge hat er schließlich schon genügend kassiert in seiner noch jungen Sportlerkarriere. Höflich: „Ich bin sehr froh, dass ich nach zwei Kreuzbandrissen links und rechts meinen Sport überhaupt noch auf diesem hohen Niveau ausüben kann. Körperlich geht’s mir momentan gut.“