Sieg gegen Hertha

Bayern rutscht im Schneetreiben von Berlin nicht aus

So schnee: Kingsley Coman (l) feiert mit Thomas Müller von Bayern München sein Tor zum 0:1.

So schnee: Kingsley Coman (l) feiert mit Thomas Müller von Bayern München sein Tor zum 0:1.

Bild: John Macdougall/dpa

So schnee: Kingsley Coman (l) feiert mit Thomas Müller von Bayern München sein Tor zum 0:1.

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Im Schneetreiben bei Hertha und Bundesliga-Rückkehrer Sami Khedira reicht es für die Bayern auch ohne Glanz zum knappen Sieg. Ein Patzer war die Überraschung.
dpa
05.02.2021 | Stand: 22:22 Uhr

Glücklich klatschte Thomas Müller Herthas Bundesliga-Rückkehrer Sami Khedira ab und machte sich mit seinen Teamkollegen fix auf zum Flieger nach Katar. Der FC Bayern hat im Berliner Schneetreiben seine Siegesserie fortgesetzt und reist mit Schwung zur Club-WM. Der Fußball-Rekordmeister tat sich beim 1:0 (1:0) zum Auftakt des 20. Spieltags am Freitagabend im eisigen Olympiastadion allerdings schwer. Den fünften Sieg nacheinander als gelungene Einstimmung für den Anlauf zum Welt-Titel machte Kingsley Coman mit einem abgefälschten Schuss in der 21. Minute perfekt. Weltfußballer Robert Lewandowski scheiterte per Foulelfmeter (11.) erstmals seit mehr als zwei Jahren in der Liga wieder vom Punkt.

Müller nach knappen 1:0-Sieg in Berlin : "Ich bin zufrieden"

"Ich bin zufrieden", sagte Müller, der die Vorlage zum einzigen Treffer gab, bei DAZN. "Wir haben jetzt - wie viele Siege, vier oder fünf - in Serie. Wir freuen uns auf dieses Turnier und einen krönenden Abschluss. Nach der Champions League wollen wir uns jetzt die Krone aufsetzen." Auch Bayern-Coach Hansi Flick war zufrieden. "Es wird ein schöner Flug. So haben wir uns das vorgestellt."

In der Tabelle bauten die Bayern ihren Vorsprung vorerst zunächst auf satte zehn Punkte aus. Gastgeber Hertha BSC verlor hingegen auch das zweite Spiel seit dem Cheftrainer-Comeback von Pal Dardai, es droht der Absturz in die Abstiegszone. Khedira konnte die vierte Niederlage nacheinander nach seiner Einwechslung in der 81. Minute und seinem ersten Bundesligaspiel nach 3926 Tagen auch nicht abwenden. "Es war kurz, aber ungemein gut. Es ist ein großes Gefühl, wieder gebraucht zu werden", sagte der Ex-Weltmeister. "Uns hat die Kaltschnäuzigkeit gefehlt."

Es hapert noch immer in der Abwehr der Bayern

Mit einem frechen Auftritt hielt Hertha aber lange Zeit mit, konnte jedoch seine Chancen nicht nutzen. Besonders in der Abwehr präsentierten sich die Münchner nicht immer souverän, blieben jedoch zum dritten Mal in den vergangenen vier Partien ohne Gegentor.

Das Spiel fand eine halbe Stunde früher als üblich statt, da für die Bayern direkt nach Abpfiff die Reise nach Doha anstand. Bereits am Montag trifft der Champions-League-Sieger im Halbfinale auf den afrikanischen Vertreter Al Ahly SC aus Ägypten.

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Auf rutschigem Rasen präsentierte sich das Team des Ungarn organisiert und ohne Respekt. Bereits nach gut zwei Minuten hätte Dodi Lukebakio die Führung erzielen können, Bayern-Keeper Manuel Neuer parierte jedoch stark mit dem rechten Fuß. Nur zwei Minuten später vergab Leroy Sané gegen Rune Jarstein, auf den Dardai erneut anstelle des vorigen Stammtorhüters Alexander Schwolow setzte.

Und auch Lewandowski scheiterte am Norweger. Nach elf verwandelten Ligaelfmetern in Serie blieb der Pole erfolglos und auch ansonsten unauffällig. Bis zur Halbzeit kam Lewandowski nur auf 15 Ballaktionen, so wenige wie kein anderer Spieler auf dem Platz.

Am Ende hatten die Bayern auch Glück

Trotz größerer Spielanteile schaffte es Bayern gegen gut organisierte Berliner nur selten bis in die Spitze - bei der Führung hatten die Münchner zudem Glück. Hertha-Innenverteidiger Niklas Stark fälschte den Schuss von Sané aus 17 Metern unhaltbar für Jarstein ab. Die Vorlage lieferte Thomas Müller, der mit dem bereits zehnten Assist dieser Saison erneut seine derzeitige Topform unter Beweis stellte.

Vor allem Torschütze Coman wirbelte in der Bayern-Offensive, nach feiner Vorarbeit durch Sané schoss der Franzose jedoch kurz vor der Pause in den Berliner Nachthimmel. Mitte der zweiten Halbzeit ließen die Münchner den Gastgeber immer mehr aufkommen. Das Risiko konnte Hertha hingegen nicht bestrafen, Matheus Cunha schoss völlig alleine am Tor vorbei (89.) - so konnte der Rekordmeister den Sieg zum Start der Katar-Reise schnell abhaken.

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