Bundesliga

BVB festigt gegen Hertha Rang zwei - Labbadia erstmals besiegt

Manuel Akanji (r.) von Borussia Dortmund in Aktion gegen Krzysztof Piatek von Hertha BSC.

Manuel Akanji (r.) von Borussia Dortmund in Aktion gegen Krzysztof Piatek von Hertha BSC.

Bild: Lars Baron, dpa

Manuel Akanji (r.) von Borussia Dortmund in Aktion gegen Krzysztof Piatek von Hertha BSC.

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Borussia Dortmund müht sich gegen Hertha BSC zu einem 1:0. Der Sieg könnte am Ende enorm wichtig sein. Der BVB ist auf dem besten Weg in die Champions League.

dpa
06.06.2020 | Stand: 22:52 Uhr

Emre Can hielt als Abwehrchef die Dortmunder Innenverteidigung zusammen, erzielte das Tor des Tages - und machte sich dann für seinen gescholtenen Teamkollegen stark. «Trotz der Dinge, die er manchmal macht, ist er ein super Junge, auch außerhalb des Platzes», sagte der Nationalspieler nach dem 1:0 (0:0) des BVB gegen Hertha BSC am Samstag über Jadon Sancho und dessen Friseur-Fehltritt bei Sky. «Wir wissen, dass er in manchen Dingen disziplinierter sein muss, das weiß er selber aber auch. Ich glaube nicht, dass er das extra macht.»

Sancho (20) und Manuel Akanji (24) hatten sich unter der Woche daheim von einem Star-Friseur die Haare schneiden lassen, dabei gegen die strengen Corona-Bestimmungen verstoßen - und in der Vorbereitung auf das Hertha-Spiel für Unruhe gesorgt. Beide kassierten eine Geldstrafe durch die Deutsche Fußball Liga, vom Verein gab es tadelnde Worte. Wohl auch von Can: «Man muss Jadon ein bisschen führen. Bei solchen Sachen muss er einfach schlauer sein, erwachsener sein, erwachsener werden.»

Gegen die Hertha blieb die Affäre ohne Auswirkungen. Durch den knappen Sieg festigte der BVB den zweiten Tabellenplatz und beendete den Hertha-Höhenflug von Hertha BSC vorerst. Can traf in der 58. Minute zum verdienten Erfolg der Borussia, die bei noch vier Saison-Spielen sieben Punkte Vorsprung auf Rang fünf aufweist.

«Es geht darum, die Champions-League-Qualifikation so schnell wie möglich unter Dach und Fach zu bringen», sagte Julian Brandt. «Heute haben wir einen Riesenschritt gemacht. Das steht über allem. Natürlich, ich mache da kein Geheimnis draus, das war heute kein Gaumenschmaus.»

Die Gäste aus Berlin mussten dagegen die erste Niederlage unter der Regie des neuen Trainers Bruno Labbadia nach zuvor drei Siegen und einem Remis hinnehmen. «Leider ist das Ergebnis nicht gut für uns», sagte Vladimir Darida. Die ersten 30 Minuten sind schlecht gelaufen, Dortmund hat gut verlagert. Dann haben wir es ganz gut gemacht, auch in der zweiten Halbzeit.(...) Schade, dass wir keinen Punkt geholt haben.»

Der BVB übernahm von Beginn an die Regie und erspielte sich ein Plus beim Ballbesitz. Doch wie schon in den vergangenen Partien unter Trainer Labbadia erwies sich die Hertha-Defensive als gut organisiert und ließ in der Anfangsphase nur eine Chance des BVB durch Thorgan Hazard (21.) zu. Doch der Belgier schoss aus kurzer Distanz vorbei. Dass auch BVB-Spielmacher Julian Brandt zwei Minuten später aus rund 16 Metern das Tor verfehlte, passte ins Bild einer Borussia, die zwar engagiert, aber wenig zwingend auftrat.

So gelang es den Berlinern, die zuletzt starke Dortmunder Offensive in Schach zu halten. Dagegen ging der Plan von Labbadia, mit Kontern für Nadelstiche zu sorgen, nicht auf. Bis zur Pause blieben die Berliner ohne Torchance, weil sich auch die Dortmunder in der Abwehr keine Blöße gaben. Der Unterhaltungswert der Partie hielt sich deshalb zunächst in überschaubaren Grenzen.

Nach Wiederanpfiff mühte sich die Borussia weiter um mehr Torgefahr und war der Führung erstmals richtig nah. Doch nach sehenswerter Kombination und Zuspiel von Hazard ließ Sancho in der 51. Minute die bisher größte Chance der Partie aus und verfehlte aus wenigen Metern das Tor. Und weil sich nun auch die Berliner bei einem Schuss des in der ersten Halbzeit eingewechselten Alexander Esswein nur fünf Minuten später dem BVB-Tor annäherten, nahm die Partie nach langem Vorlauf Fahrt auf.

Der Führungstreffer der Borussia brach den Bann. Nationalspieler Can, der den gesperrten Mats Hummels als Abwehrchef vertrat, war nach einer Kopfballverlängerung von Brandt zur Stelle und schloss den Angriff mit einem überlegten Schuss aus 14 Metern ins rechte untere Eck zum 1:0 ab. Im Anschluss gab die Hertha zwar ihre defensive Grundausrichtung auf, das brachte die BVB-Abwehr aber nicht mehr ins Wanken.