Corona-Krise

Corona-Frust! Box-Profi läuft knapp 40 Kilometer von Kaufbeuren nach Kempten

Box-Profi Mike Eifert geht im Training an die Grenzen - und zwar als Läufer.

Box-Profi Mike Eifert geht im Training an die Grenzen - und zwar als Läufer.

Bild: Eifert

Box-Profi Mike Eifert geht im Training an die Grenzen - und zwar als Läufer.

Bild: Eifert

Wegen der Corona-Pandemie darf Box-Profi Mike Eifert derzeit nicht in den Ring. Jetzt lief er sich mit einem Beinahe-Marathon den Frust von der Seele.
27.04.2020 | Stand: 10:12 Uhr

Profi-Boxer Michael "Mike" Eifert setzt die Corona-Krise gewaltig zu. "Ich will so schnell wie möglich wieder in den Ring. Die ganze Situation ist einfach sehr belastend", sagt der 22-Jährige aus Kaufbeuren, der in sechs Profi-Kämpfen ungeschlagen ist und sich für 2020 so viel vorgenommen hatte.

Damit ihm die Decke nicht auf den Kopf fällt, forderte er nun einen imaginären Gegner heraus: seinen inneren Schweinehund!

Am Sonntag lief Eifert alleine knapp 40 Kilometer von seinem Heimatort Kaufbeuren bis nach Kempten, wo er normalerweise im Gym von Ali Celik trainiert. In vier Stunden legte der knapp 85 Kilo schwere Modell-Athlet die Distanz zurück. "Ich wollte eine meine Grenze gehen und mir einfach mal den Corona-Frust von der Seele laufen. Das hat auch funktioniert: Die Landschaft im Allgäu ist so schön, dass man schnell auf positive Gedanken kommt", sagt der Faustkämpfer über seine ungewöhnliche Aktion.

Bei seinem Beinahe-Marathon ließ er sich von seinem Handy navigieren. Der Weg führte von Kaufbeuren über Pforzen und Irsee nach Obergünzburg und von dort nach Kempten. "Am Schluss war es echt heftig", sagt Eifert, der im Rucksack Wasser mit sich schleppte. "Aber ich hab mich durchgebissen - und genau darum ging es mir." In der Corona-Krise hält sich Eifert mit Übungen im Garten beziehungsweise mit Dauerläufen fit.

Seine bisher längste Lauf-Strecke führte über 21 Kilometer. Er hofft darauf, so schnell wie möglich in den Ring zurückkehren zu können. Promoter Ulf Steinforth (52) vom Magdeburger SES-Stall, bei dem Eifert unter Vertrag steht, ist zuversichtlich, "dass wir vielleicht schon in diesem Jahr wieder boxen können", wie er der Bild-Zeitung sagte. Demnach werde auch über Geisterkämpfe oder Freiluftkämpfe mit gewissen Vorgaben nachgedacht. Mike Eifert gibt deshalb im Training weiterhin Vollgas, um für eine Rückkehr in den Ring gerüstet zu sein. Dann soll es endlich wieder gegen einen richtigen Gegner gehen und nicht nur gegen den inneren Schweinehund.