Formel 1

Crash-Chaos: Hamilton siegt in der Toskana - "Wollen die uns umbringen?"

Romain Grosjean (l) vom Team Haas und Red-Bull-Pilot Max Verstappen landen im Kiesbett

Romain Grosjean (l) vom Team Haas und Red-Bull-Pilot Max Verstappen landen im Kiesbett

Bild: Luca Bruno/Pool AP/dpa

Romain Grosjean (l) vom Team Haas und Red-Bull-Pilot Max Verstappen landen im Kiesbett

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In einem chaotischen Grand Prix fährt Lewis Hamilton in Mugello zum nächsten Formel-1-Sieg. Für Ferrari setzt es beim  Jubiläumsrennen auf der Hausstrecke wieder ein Debakel.
Romain Grosjean (l) vom Team Haas und Red-Bull-Pilot Max Verstappen landen im Kiesbett
dpa
13.09.2020 | Stand: 17:49 Uhr

Im Crash-Spektakel von Mugello hat Ferrari in seinem 1000. Grand Prix in der Formel 1 beim Sieg von Lewis Hamilton die nächste Demütigung eingesteckt. Auf der Hausstrecke der Scuderia wurde der chancenlose Sebastian Vettel am Sonntag nur Zehnter, während die Silberpfeile den 100. Mercedes-Erfolg seit dem Wiedereinstieg als Werksteam vor zehn Jahren feierten. Der Finne Valtteri Bottas als Zweiter machte beim wilden Großen Preis der Toskana mit mehreren Unfall-Unterbrechungen den Mercedes-Tag perfekt. Dritter wurde der Thailänder Alexander Albon, der im Red Bull erstmals einen Podestplatz eroberte.

Chaos-Rennen in der Toskana: Hamilton baut WM-Führung aus

Der Brite Hamilton baute durch seinen 90. Karriere-Triumph seinen WM-Vorsprung auf 55 Punkte vor Bottas aus und kann im kommenden Rennen in Russland mit Rekordhalter Michael Schumacher (91 Siege) gleichziehen. Im ersten Grand Prix nach Bekanntwerden seines Wechsels zu Aston Martin ab 2021 konnte Vettel im hoffnungslos unterlegenen Ferrari auch von heftigen Unfällen kaum profitieren und ergatterte nur einen WM-Punkt. Teamkollege Charles Leclerc war als Achter ebenfalls abgehängt.

Schon der Start ins Ferrari-Jubiläum mündete im Chaos. Hamilton kam von der 95. Pole Position seiner Karriere schlecht weg, Bottas raste sofort auf Rang eins. Dahinter versagte der Motor von Max Verstappens Red Bull, der Niederländer fiel ins Mittelfeld zurück und wurde dann von Kimi Räikkönen im Alfa Romeo unsanft ins Kiesbett geschoben. Schon zuletzt in Monza war der vermeintlich stärkste Mercedes-Jäger Verstappen nicht ins Ziel gekommen.

Auch nach dem Start-Crash gehg das Chaos weiter

Auch für Toro-Rosso-Pilot Pierre Gasly aus Frankreich, in der Vorwoche noch Sensationssieger, war der Arbeitstag nach wenigen Kilometern wegen dieses Unfalls schon vorbei. Weil sich auch der Spanier Carlos Sainz noch in seinem McLaren auf der Strecke drehte, mussten die folgenden Fahrer mühsam ausweichen. Vettel sah Sainz erst spät und beschädigte sich am McLaren den Frontflügel. Die Rennleitung griff ein und beorderte das Safety-Car auf die Strecke.

 

Auch in der Toskana nicht zu stoppen: Lewis Hamilton.
Auch in der Toskana nicht zu stoppen: Lewis Hamilton.
Bild: Jennifer Lorenzini/dpa

 

Acht Runden kreiselte Bernd Mayländer im diesmal ferrari-rot lackierten Mercedes-Sportwagen zur Sicherheit vor dem Feld. Dann wurde das Rennen wieder freigegeben - und erneut kam es zum Crash.

Bottas fuhr an der Spitze langsam Schlangenlinien, hielt damit den Rest zu lange auf. Weil am hinteren Ende die ersten Fahrer schon beschleunigten, krachte Antonio Giovinazzi mit seinem Alfa Romeo in den Haas-Rennwagen von Kevin Magnussen. Auch Sainz und Williams-Pilot Nicholas Latifi wurden in den Unfall verwickelt. "Wollen die uns umbringen?", schimpfte Haas-Pilot Romain Grosjean am Funk.

Trümmerteile auf der Zielgeraden

Die Zielgerade war übersät von Trümmerteilen, das Rennen wurde wie schon eine Woche zuvor in Monza vorerst gestoppt. Ein solches Spektakel hatten die Formel-1-Macher wohl eher nicht im Sinn, als sie in der Corona-Notsaison erstmals einen Grand Prix an die Ferrari-Hausstrecke in der Toskana vergaben. Immerhin bekamen die knapp 3000 Zuschauer, die erstmals in diesem Jahr bei einem Rennen zugelassen waren, aufregende Action in Überlänge geboten.

Nach 25 Minuten Pause formierten sich nur noch 13 der 20 Piloten zum Neustart. Wegen überhitzter Bremsen an seinem Renault hatte auch der Franzose Esteban Ocon aufgeben müssen.

Diesmal aber ging alles glatt, als die roten Ampeln erloschen. An der Spitze stellte Hamilton die normale Hackordnung wieder her, saugte sich zunächst im Windschatten an Teamkollege Bottas heran und zog dann vorbei. Dahinter gab Leclerc als Dritter den Gastgebern ein wenig Hoffnung auf ein Erfolgserlebnis zum großen Festtag. Doch bald konnte sich der Monegasse nicht mehr gegen die Verfolger wehren. "Wir sind so langsam", funkte er an die Box - und fiel weit zurück.

Crash-Spektakel von Mugello: Vettel wieder ohne Chance

Auch Ferrari-Rivale Vettel war einmal mehr chancenlos. Mit unterlegenem Motor ist die Aussicht für Ferrari, die seit einem Jahr anhaltende Sieglos-Serie zu beenden, bestenfalls minimal.

Dagegen läuft für Superstar Hamilton auf dem Weg zu seinem siebten Titel wieder alles nach Plan. Auch eine weitere Renn-Unterbrechung nach einem heftigen Abflug von Lance Stroll im Racing Point nach 45 Runden brachte den Briten nicht mehr vom Siegkurs ab.

Nachdem er in Monza noch wegen einer Zeitstrafe das Podium verpasst hatte, kann er nun in Sotschi Schumachers Siegrekord brechen. Mit der 222. Platzierung in den Punkten holte er sich schon in Mugello eine weitere Bestmarke des Rekordchampions.

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