Motorsport

Das sind die Kandidaten für einen Platz in den DTM-Fahrzeugen

Kandidaten für einen Platz in den DTM-Fahrzeugen von Abt Sportsline gibt es einige. Auch Nico Müller (rechts) und Robin Frijns (Zweiter von rechts) gehören dazu.

Kandidaten für einen Platz in den DTM-Fahrzeugen von Abt Sportsline gibt es einige. Auch Nico Müller (rechts) und Robin Frijns (Zweiter von rechts) gehören dazu.

Bild: Ralf Lienert

Kandidaten für einen Platz in den DTM-Fahrzeugen von Abt Sportsline gibt es einige. Auch Nico Müller (rechts) und Robin Frijns (Zweiter von rechts) gehören dazu.

Bild: Ralf Lienert

Im Juni startet die DTM, die Plätze in den Cockpits sind begehrt. Wer passt am besten zum Kemptener Rennstall Abt Sportsline?
21.01.2021 | Stand: 10:15 Uhr

Turbulente Zeiten für den Motorsport in Deutschland. Nach dem Ausstieg von Audi und BMW aus dem Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) und dem Abgang der Sportchefs Dieter Gass und Jens Marquardt werden die Weichen neu gestellt. Eine wichtige Rolle spielt der Kemptener Rennstall Abt Sportsline. Die Mannschaft von Hans-Jürgen Abt wird gleich auf drei Hochzeiten tanzen: Als Privatteam in der DTM und der neuen Extreme-E-Serie sowie als Werksteam in der Formel E. Offen ist die Frage nach den DTM-Fahrern. Inzwischen stehen die Kandidaten Schlange im Motorsportzentrum an der Johann-Abt-Straße.

Kemptener gehen mit zwei Audi R8 LMS GT3 an den Start

Sportdirektor Thomas Biermaier steht vor einer schwierigen Aufgabe, denn auf der Bewerberliste stehen bekannte Namen für die 16 Rennen in fünf Ländern. Abt Sportline tritt wieder als Privatteam an, so wie vor 21 Jahren. Damals war es ein in Eigenregie entwickelter Abt-Audi TT-R. Diesmal gehen die Kemptener mit zwei Audi R8 LMS GT3 an den Start. „Das erste Fahrzeug haben wir am Montag in Neckarsulm abgeholt“, verrät Biermaier. Für sein Team mit erfahrenen Ingenieuren und Mechaniker gehe es darum, das Auto mit 585 PS kennenzulernen. Doch wer sitzt am Steuer? Am einfachsten wäre es sicher, mit Nico Müller (Schweiz) und Robin Frijns (Niederlande) weiterzumachen. Die beiden sind perfekt auf das Team eingespielt und haben im Vorjahr gezeigt, dass sie gewinnen können. Zum Titel hat es aber nicht gereicht. Den fuhr René Rast ein und hat sich damit für das Team Abt Sportsline empfohlen. Die Kemptener kennen den 34-jährigen, der mit Freundin Diana Radeke und Sohn Liam James in Bregenz wohnt, schon lange. Da ist der Weg nicht weit ins Allgäu. In diesem Jahr sitzt Rast bereits in einem Formel E-Flitzer des Teams Audi Sport Abt Schaeffler. Zusammen mit Ex-Weltmeister Lucas di Grassi soll er den Titel wieder nach Deutschland holen.„Die beiden Audi-Elektroflitzer wurden in Kempten auf die Rennen vorbereitet und sind auf dem Weg nach Saudi-Arabien“, sagt Biermaier. Eigentlich sollte die Saison Mitte Januar in Chile starten, doch die Corona-Pandemie machte den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Jetzt treffen sich die Teams am 26. Februar in Diriyya bei Riad. Mit dabei ist auch wieder Daniel Abt. Der 28-Jährige ist neuer Rennexperte beim Fernsehsender Sat 1.

Abt-Fahrer Müller und Frijns starten wieder in Elektrorennserie

Der Allgäuer wird nicht nur mit seinem Ex-Teamkollegen di Grassi plaudern, sondern auch mit den beiden Abt-Fahrern Müller und Frijns. Die beiden DTM-Profis starten ebenfalls wieder in der Elektrorennserie. Frijns für das Audi-Kundenteam Virgin Racing und Müller für das US-Team Dragon Racing. Genau hier liegt das Problem für Biermaier. Die Rennkalender von Formel E und DTM kollidieren an mehreren Punkten. Das Elektrorennen auf dem Berliner Flugplatz Tempelhof ist für den 19. Juni geplant, gleichzeitig startet die DTM in Monza in die neue Saison. Am 24. Juli stehen die DTM-Boliden auf dem Lausitzring und die Formel E fährt in London um das Saisonfinale.

Das sind dann auch gleich die letzten Rennen der Ingolstädter in der Formel E. Audi-CEO Markus Duesmann hatte im Dezember 2020 überraschend den Rückzug verkündet. Er will seine Flitzer lieber bei der Rallye Dakar sehen. Gleichzeitig verkündete BMW den Ausstieg aus der Serie. Grund für die Entscheidung seien die eingeschränkten Entwicklungsmöglichkeiten. Bei den Münchnern sitzt derzeit der Oberallgäuer Maximilian Günther im Cockpit. Der 23-Jährige hat sich mit drei Siegen und vier Podiumsplätzen in zwölf Rennen für neue Aufgaben empfohlen. Er wäre sicher auch ein Kandidat für die Äbte.

Wer der nächste Aspirant ist

Der nächste Aspirant wohnt schon in Kempten und kennt die Äbte bestens. Kelvin van der Linde ist Audi-Werksfahrer und GT-Masters-Champion 2019 und 2014 (damals im Team von Christian Abt). Vor einem Jahr war er als Testfahrer der Formel E in Marrakech mit Audi und den Äbten unterwegs. Zu den Audi-Werksfahrern des Jahres 2021 gehört auch Nico Müller, DTM-Vize-Meister 2020: „Ich freue mich sehr, dass ich 2021 weiterhin Audi-Werksfahrer bin“, sagte Müller: „Ich bin super stolz, die vier Ringe auf und neben der Rennstrecke zu repräsentieren. Das Programm wird zu einem späteren Zeitpunkt bestätigt.“ Für Robin Frijns, dessen Vertrag auslief, ist offenbar kein Platz mehr bei Audi, er taucht im Kundensport-Kader zumindest nicht auf.

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Abt will in der DTM als Privatteam weitermachen

„Bei uns wird es nie langweilig“, lacht Biermaier. Er stellt derzeit einen Testplan für die neue DTM-Saison zusammen und bestellt mit seinem Team Spezialwerkzeug für die neuen Boliden. Und wer fährt nun? „Im Februar werden wir den ersten Vertrag unterschreiben und im März den zweiten.“