"Meine Familie lasse ich nicht beleidigen"

DFB-Pokal: HSV-Spieler Leistner attackiert Fan nach Niederlage

Im Zweikampf: Dynamos Christoph Daferner (Mitte) gegen Hamburgs Toni Leistner (rechts). Nach der Partie lieferte sich der HSV-Spieler eine Rangelei mit einem Dresden-Fan.

Im Zweikampf: Dynamos Christoph Daferner (Mitte) gegen Hamburgs Toni Leistner (rechts). Nach der Partie lieferte sich der HSV-Spieler eine Rangelei mit einem Dresden-Fan.

Bild: obert Michael,dpa-Zentralbild,dpa

Im Zweikampf: Dynamos Christoph Daferner (Mitte) gegen Hamburgs Toni Leistner (rechts). Nach der Partie lieferte sich der HSV-Spieler eine Rangelei mit einem Dresden-Fan.

Bild: obert Michael,dpa-Zentralbild,dpa

Der HSV-Profi Toni Leistner hat für Aufsehen nach der 1:4-Niederlage seines Vereins im DFB-Pokal bei Dynamo Dresden gesorgt: Er attackierte einen Dresdner Fan.

dpa
15.09.2020 | Stand: 08:19 Uhr

Fußball-Profi Toni Leistner vom Hamburger SV hat sich nach der 1:4-Niederlage seines Vereins in der 1. DFB-Pokal-Runde bei der Dynamo Dresden eine Rangelei mit einem Dresdner Fan auf der Tribüne geliefert. Ein privates Video zeigt, wie Leistner auf der Tribüne auf einen Mann losging und ihn zu Boden schubste, ehe umstehende Fans und Ordner die Lage entschärften und Leistner zurückdrängten. Der sprang daraufhin von der Tribüne wieder ins Stadioninnere.

 

 

Grund für den Ausraster Leistners waren seinen Aussagen zufolge Provokationen durch einen Dynamo-Anhänger zu Beginn eines Interviews mit dem Bezahlsender Sky. "Meine Familie lasse ich nicht beleidigen", sagte der 30-Jährige, nachdem er von der Tribüne wieder herunter gekommen war. Nach weiteren Beleidigungen brach der Abwehrspieler den zweiten Interviewversuch ab.

 

Leistner entschuldigt sich

Am Abend reagierte Leistner via Instagram auf den Vorfall und entschuldigte sich für die Aktion. Er sei nach dem Spiel von der Tribüne seiner Heimatstadt aus massiv beleidigt worden, schrieb er. Damit könne er normalerweise umgehen: "Doch dann ging es extrem und massiv unter die Gürtellinie gegen meine Familie, meine Frau und meine Tochter. In dem Moment sind mir die Sicherungen durchgebrannt, zumal dies ohnehin ein extrem emotionales Spiel für mich war."

 

 
 
 
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So etwas dürfe ihm "dennoch niemals passieren". Er sei Familienvater, der als Vorbild dienen wolle. "Ich entschuldige mich in aller Form für mein Verhalten und kann nur versprechen, dass mir - egal was mir an Beleidigungen an den Kopf geworfen wird - so etwas nie wieder passieren wird", schribe Leistner.

HSV-Trainer: "Kann es nicht bewerten"

HSV-Trainer Daniel Thioune sagte: "Ich habe nichts mitbekommen und nur gesehen, dass Toni Leistner den Rückweg von der Tribüne angetreten hat. Da muss sicherlich was im Vorfeld geschehen sein, aber ich kann es nicht bewerten, weil ich keine Bilder gesehen habe, wovon das ausgegangen ist."

Leistner ist gebürtiger Dresdner, der bei Dynamo ausgebildet wurde. Vor seinem Wechsel zum HSV war Leistner von Queens Park Rangers an den 1. FC Köln ausgeliehen.

Reaktion aus Dresden: "Emotionen gehören zum Fußball"

Auch nach seiner Attacke auf einen pöbelnden Fan hat HSV-Profi Toni Leistner bei seinem Stammverein Dynamo Dresden einen Stein im Brett. "Toni Leistner hat das Herz am rechten Fleck und ist immer willkommen in Dresden", sagte Dynamo-Pressesprecher Henry Buschmann am Montagabend nach dem 4:1-Erfolg des Drittligisten über den Hamburger SV. "Emotionen gehören zum Fußball dazu."

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