Burgschützen Emmenhausen

Diese Allgäuer Schützen sind in fünf Jahren fünfmal aufgestiegen

Portraits der Burgschützen Emmenhausen

Fabian Scheitle, Amanda Hofer, Julia Balser und Florian Völk von den Burgschützen Emmenhausen.

Bild: Michael Lindemann

Fabian Scheitle, Amanda Hofer, Julia Balser und Florian Völk von den Burgschützen Emmenhausen.

Bild: Michael Lindemann

Die Burgschützen Emmenhausen im Ostallgäu haben Außergewöhnliches geschafft. In fünf Jahren sind sie fünfmal aufgestiegen – von der A-Klasse in die Oberbayernliga. Wie das funktioniert hat...
18.06.2021 | Stand: 16:40 Uhr

Die Burgschützen Emmenhausen haben es geschafft: Zum fünften Mal seit 2015 ist die Erste Luftgewehrmannschaft Meister geworden und zum fünften Mal in Folge aufgestiegen. Nächste Saison startet das Team in der Oberbayernliga – der vierthöchsten Klasse in Deutschland. Mit dem Durchmarsch von der A-Klasse – bei nur einer Niederlage – ist die Mannschaft auch die hochklassigste im Gau Landsberg, in dem sie antritt.

Der Verein aus dem kleinen Ortsteil der Gemeinde Waal im Nordosten des Ostallgäus hat rund 150 Mitglieder – dabei hat Emmenhausen nur knapp 230 Einwohner. Das Team ist das sportliche Aushängeschild der Burgschützen, sagt Vorsitzender Andreas Port. „Und die Leistungen zeigen auch die gute Jugendarbeit von uns.“ Denn 2015 gab es in dem Team eine Zäsur: Mit Julia Balser, Fabian Scheitle und Florian Völk rückten drei 14- bis 16-Jährige in die Mannschaft. Lediglich die damals 26-jährige Amanda Hofer blieb von der alten Besetzung übrig.

Erfolgsrezept Zusammenhalt

Der gemeinsame Weg danach schweißte die Jungen zusammen und die Leistungen wurden immer besser: „Wir haben uns gegenseitig gepuscht“, erklärt Julia Balser. Voriges Jahr ersetzte ihre jüngere Schwester, Isabell Balser, Hofer, die eine Babypause einlegte. „In der Gauoberliga habe ich noch bis zwei Tage vor der Geburt geschossen“, berichtet Hofer. Nächste Saison wird die 31-Jährige aber wieder mit von der Partie sein, denn ab der Oberbayernliga werden fünf Schützen pro Team gewertet.

Der Zusammenhalt für diese Herausforderung ist immer noch vorhanden: „Wir sind schon so lange zusammen“, da stimme die zwischenmenschliche Chemie, meint Florian Völk. „Das passt“, sagt auch Hofer. Auf jeden Fall hat das Schießen für alle noch immer eine große Bedeutung, Hofer meint gar: „Ich habe das im Blut“. Auch Julia Balser ist trotz dualem Studium – Arbeit in Kempten, Studium im Hof – weiter dabei: „Ich will die Mannschaft nicht im Stich lassen. Das Persönliche ist da und es macht Spaß“.

Fünf Kaderathleten

Dabei liegen die Schnitte der Fünf zwischen 373 und 390 (Treffer bis 400). Der interne Leistungsunterschied sei aber eher motivierend: „Die Mannschaft bringt mich voran“, berichtet Scheitle. „Ich finde es cool. So lange ich Zeit habe, will ich auch weitermachen“, meint Isabell Balser. Allerdings müssen sich die fünf Kaderathleten (vom Gau bis zur Bayernauswahl) nun mehr anstrengen, denn in der Oberbayernliga ist das Niveau noch höher, erklärt Isabell Balser, was Statistikexperte Völk mit Zahlen belegt. Das Ziel ist deshalb, „nicht abzusteigen“, sagt Julia Balser.

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Sie ist als derzeit beste Juniorin im Gau Landsberg gleichsam die Vorzeigeathletin des Teams. Angebote aus der 1. und 2. Bundesliga hat sie abgelehnt, weil das mit dem Abitur zeitlich nicht vereinbar war – aus demselben Grund verpasste sie auch eine EM-Vorrunde. Derzeit liegt sie bei einem Schnitt von 390. „Ich hatte schon deutlich bessere Schnitte und hoffe, ich kann sie wieder steigern“, stapelt die 19-Jährige tief. Denn oft schießt sie Spitzenergebnisse: „Ich kann mir die oft selbst nicht erklären. Aber eine Portion Glück gehört schon auch dazu“, sagt sie bescheiden.

Bekanntheit steigt

Für das Saisonziel 2020/21 wollen sich die Fünf wieder ins Zeug legen, verspricht Trainingsweltmeister Völk. „Das ist ein Ansporn für uns. Wir haben gesehen, dass wir etwas erreichen können“, meint Scheitle. Zumal der fünffache Aufstieg am Stück auch Aufmerksamkeit erregt hat: „Es ist cool zu sehen, dass wir eine öffentliche Resonanz haben“, sagt Scheitle. Inzwischen kommen mehr Zuschauer, werden Mannschaft und Verein bei öffentlichen Anlässen gewürdigt. „Die Bekanntheit steigt“, fasst es Vorsitzender Port zusammen.

Dass die Burgschützen ambitioniert bleiben, war am letzten Wettkampftag zu sehen: Obwohl der Aufstieg schon feststand und eine Feier angesagt war, fertigte das Emmenhausener Quartett den Gegner Partenkirchen mit 4: 0 ab und wurde ungeschlagen Meister.