Corona-Krise

DOSB fürchtet Mitgliederschwund und Vereinssterben

Alfons Hörmann CSU Kandidat für das Amt des Landrats im Oberallgäu

DOSB-Präsident Alfons Hörmann aus Sulzberg macht sich Sorgen um die deutsche Vereinslandschaft. Er befürchtet einen Mitgliederschwund durch die Corona-Krise.

Bild: Ralf Lienert

DOSB-Präsident Alfons Hörmann aus Sulzberg macht sich Sorgen um die deutsche Vereinslandschaft. Er befürchtet einen Mitgliederschwund durch die Corona-Krise.

Bild: Ralf Lienert

Der Deutsche Olympische Sportbund glaubt: 15 Prozent der Vereinsmitglieder machen sich Gedanken über Kündigung.

Von dpa
22.05.2020 | Stand: 11:25 Uhr

Der Deutsche Olympische Sportbund fürchtet als Folge der Corona-Krise einen Mitgliederschwund und ein Vereinssterben. "Eindeutig ja", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann im Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel. "Eine aktuelle Analyse zeigt, dass sich etwa 10 bis 15 Prozent der circa 27 Millionen Mitglieder in deutschen Sportvereinen aktiv mit der Frage beschäftigen, ob die Mitgliedschaft gekündigt wird", meint der höchste deutsche Sportfunktionär aus Sulzberg im Allgäu.

Keine Neueintritte während der Corona-Krise

Zudem würden Vereine berichten, dass zumindest in den vergangenen zwei bis drei Monaten so gut wie keine Neueintritte in die Vereine erfolgt seien. "Gemäß dem Vereinsrecht ist es Vereinen und Verbänden nicht erlaubt, nennenswerte Rücklagen aufzubauen - ohne die Gemeinnützigkeit oder entsprechende Förderung vom Staat zu gefährden", erklärte Hörmann. Das führe dazu, dass die Mehrzahl der Vereine und Verbände fast rücklagenfrei agiere und damit binnen weniger Wochen oder Monate in Schwierigkeiten geraten seien.

DOSB fordert Unterstützung durch die Politik

Deshalb fordere der DOSB die Unterstützung der Politik. "Das gesellschaftliche Engagement in den 90 000 Sportvereinen ist für unser Land unbezahlbar", sagte Hörmann. Daraus ergebe sich eine gewisse Verantwortung der Politik. Die Bundesländer leisteten bereits wertvolle Unterstützung für Vereine. Hörmann weiter: "Was wir aber nachhaltig fordern, ist das Thema eines nationalen Notfallfonds für den Sport, um auch für die Zeit nach der Krise gewappnet zu sein und Sportdeutschland in seiner ganzen Vielfalt erhalten zu können."