Fußball-Ligapokal

Ein Sieg als Seelenbalsam für den FC Memmingen

Der FC Memmingen (rechts im roten Trikot Nicolai Brugger, der sich mit Gästetorwart Ludwig Zech um den Ball streitet) besiegte im Ligapokal den TSV Rain/Lech mit 1:0. Torraumszenen wie diese waren allerdings eher Mangelware.

Der FC Memmingen (rechts im roten Trikot Nicolai Brugger, der sich mit Gästetorwart Ludwig Zech um den Ball streitet) besiegte im Ligapokal den TSV Rain/Lech mit 1:0. Torraumszenen wie diese waren allerdings eher Mangelware.

Bild: Olaf Schulze

Der FC Memmingen (rechts im roten Trikot Nicolai Brugger, der sich mit Gästetorwart Ludwig Zech um den Ball streitet) besiegte im Ligapokal den TSV Rain/Lech mit 1:0. Torraumszenen wie diese waren allerdings eher Mangelware.

Bild: Olaf Schulze

Der FC Memmingen bezwingt in einer teilweise trostlosen Partie den TSV Rain mit 1:0. Als Torschütze glänzte einer der Spieler, denen Trainer Kahric vertraut.
Der FC Memmingen (rechts im roten Trikot Nicolai Brugger, der sich mit Gästetorwart Ludwig Zech um den Ball streitet) besiegte im Ligapokal den TSV Rain/Lech mit 1:0. Torraumszenen wie diese waren allerdings eher Mangelware.
Von Andreas Schales
07.10.2020 | Stand: 17:08 Uhr

Die Erleichterung war den Verantwortlichen des FC Memmingen am späten Dienstagabend anzumerken. Zum einen darüber, dass sich der völlig neuformierte Kader nach der 0:4-Abfuhr gegen Illertissen im zweiten Ligapokal-Spiel gegen den TSV Rain durchaus wettbewerbsfähig zeigte. Der 1:0- (0:0) Arbeitssieg war gut für das Selbstvertrauen. Zum anderen darüber, dass weitere Fortschritte erkennbar sind und sich die jungen Spieler dieses Mal keine bösen Patzer leisteten.

Erleichterung herrschte beim Vorsitzenden Armin Buchmann auch darüber, dass das Regionalliga-Punktspiel am Samstag in Garching nicht stattgefunden hatte. Wie berichtet war die Begegnung wegen des Corona-Verdachts eines Garchinger Spielers kurzfristig abgesagt worden, als sich die Memminger schon auf der Anreise befanden. Erst war der betreffende Spieler negativ, dann aber doch positiv getestet worden. „Wären wir in Garching angetreten, wäre jetzt unsere gesamte Mannschaft mit Trainer- und Betreuerstab zwei Wochen in Quarantäne“, mutmaßt Buchmann, der sich für seinen Gedanken entschuldigte, dass die Garchinger für die Absage andere Gründe gehabt haben könnten. Er drückt sein Bedauern für den VfR aus, der jetzt vier, möglichweise sogar fünf Spielausfälle hintereinander zu verkraften hat.

Bangen vor dem Anpfiff: Findet die Partie des FCM statt?

Der FCM bangte zwar auch noch, ob die Begegnung gegen Rain wegen steigender Infektionszahlen in der Stadt planmäßig ausgetragen werden kann. Sportveranstaltungen sind von neuerlichen Beschränkungen jedoch ausgenommen, sodass die Partie vor Zuschauern stattfinden konnte. Knapp 200 der treuesten Fans hatten sich eingefunden und konnten im Dauerregen fast alle auf der Tribüne Platz nehmen.

Inwieweit sich beide Trainer so richtig in die Karten schauen ließen, bleibt abzuwarten. Denn wichtiger als der Ligapokal ist das Treffen am kommenden Samstag (13 Uhr) in Rain, wenn es um Regionalliga-Punkte und damit um den Klassenerhalt geht. FCM-Trainer Esad Kahric bot keinen gelernten Mittelstürmer auf, sondern stellte Timo Gebhart in die Spitze. Dass der 31-jährige Routinier sich selbst eher in der Rolle des Vorbereiters sieht, wurde schon nach wenigen Sekunden deutlich. Allein vor dem Kasten zog er nicht ab, sondern legte quer, freilich ohne dass hier ein Mitspieler mitgelaufen wäre. Dass es noch an Abstimmung fehlt, wurde auch in anderen Situationen deutlich. Die Ideen von Gebhart, der erst sein zweites Spiel bestritt, fanden keinen Abnehmer. Wenn es mal klappte, brannte es vor dem Kasten des Gegners.

Trainer Kahric nutzt den Ligapokal, um einiges auszuprobieren

Kahric probierte noch einiges aus, stellte taktisch mehrmals um und ließ sein Personal auf verschiedenen Positionen rotieren. So fand sich der 19-jährige Tobias Schmölz erstmals in der Startelf. Der gleichaltrige Ikenna Ezeala rückte von der Abwehr dafür wieder auf seine eigentliche Position im offensiven Mittelfeld. A-Junior Dennis Picknik (18) deutete an, dass er als gelernter Verteidiger der von Kahric zugedachten Rolle im zentralen Mittelfeld durchaus gewachsen sein könnte. Und schließlich ging der einzige Treffer des Abends auch auf das Konto eines ganz Jungen: Nico Fundel (19) zog gleich nach der Pause aus der zweiten Reihe ab und erzielte das Tor des Tages zum 1:0 (47.).

In der Ligapokal-Vorrunde Südwest liegt der FCM (3 Punkte, 1:4 Tore) nun hinter Illertissen (4/8:4) und vor Rain (1/4:5) auf Rang zwei. Die Rückspiele finden im November statt. Die beiden Erstplatzierten erreichen sicher die nächste Runde.