Eishockey

Eishockeyprofi Daniel Fießinger vor dem DEL-Schlager gegen Schwenningen

Daniel Fießinger steht im Tor von Red  Bull München.

Daniel Fießinger steht im Tor von Red Bull München.

Bild: Peter Schatz

Daniel Fießinger steht im Tor von Red Bull München.

Bild: Peter Schatz

Vor dem DEL-Schlager spricht Torhüter Daniel Fießinger aus Marktoberdorf über die Pandemie sowie seine Entwicklung und die Rotation bei Red Bull München.
16.01.2021 | Stand: 06:30 Uhr

Von Aufregung vor dem nächsten großen Spiel ist bei den Eishockey-Profis des EHC Red Bull München nichts zu spüren. Die Süd-Gruppe der DEL wird von drei Mannschaften dominiert, neben den Cracks aus der bayerischen Landeshauptstadt auch noch von Mannheim und den Schwenninger Wild Wings. Und gegen eben diese geht es für die Bullen am Samstag ab 17.30 Uhr. EHC-Torwart Daniel Fießinger (24) aus Marktoberdorf, groß geworden im Nachwuchs des EV Füssen, wird aber wohl nur zuschauen. Die Münchner setzen seit Beginn der Saison auf konsequente Rotation zwischen den Pfosten. „Kevin Reich und ich haben in der Vorbereitung ähnliche Leistungen gezeigt. Es wäre also nicht fair gewesen, einen von uns auf der Bank sitzen zu lassen. Die Torwartrotation wurde klar kommuniziert, das passt für uns“, sagt Fießinger.

Münchner hoffen, dass Danny aus den Birken bald wieder fit wird

Die Lösung ist quasi aus der Not geboren. Die Münchner hoffen, dass der am Bein verletzte Stammkeeper Danny aus den Birken wieder fit wird – das dürfte in Kürze der Fall sein. Denn: München kassierte zuletzt zu viele Treffer. Sechs waren es am Dienstag beim 5:6 gegen Augsburg. „Nach zuletzt zwölf Gegentoren in zwei Spielen kann ich natürlich nicht zufrieden sein. Aber jeder Sportler geht mal durch ein Tief. Es ist jetzt die Kunst, sich da wieder rauszuziehen“, sagt Fießinger. Er rufe sich in Erinnerung, dass jedes Spiel wieder von vorne beginne und Fehler letztlich dazu da seien, um aus ihnen zu lernen.

Marktoberdorfer Fießinger spielt seit vier Jahren für die Münchner

Seit 2016 steht der Marktoberdorfer inzwischen bei den Münchnern unter Vertrag. In den ersten beiden Spielzeiten blieb er dort noch ohne Einsatz, sammelte Praxiserfahrung in Regensburg oder Garmisch (beides Oberliga). Vergangenes Jahr glückte der Durchbruch. Fießinger machte 17 Spiele für München, 13 davon wurden gewonnen. Seine Fangquote lag bei über 91 Prozent. „Über die vergangenen Jahre hinweg habe ich mich auf jeden Fall weiter entwickelt und mein Spiel verbessert“, sagt er. Mit dem bisherigen Saisonverlauf, vier Siege aus sieben Spielen, ist er zufrieden. „Wir haben schon viele gute Spiele gemacht, haben unter anderem den Magenta-Cup vor der Saison gewonnen. So etwas gibt Selbstvertrauen. Es mag daran liegen, dass wir nicht so viele Neuzugänge im Team haben und die, die neu sind, schnell ihre Rolle gefunden haben. Wir wissen, was wir können“, sagt er, betont aber auch, dass es noch Stellschrauben geben würde, an denen gedreht werden müsse.

Jetzt also ist Schwenningen der Gegner – jene Mannschaft mit den Allgäuern Daniel Pfaffengut (Kaufbeuren) und Max Hadraschek (Sonthofen), die als Überraschungsteam der Saison gilt, am Dienstag sogar Spitzenreiter Mannheim schlug. Keine Woche ist das letzte Aufeinandertreffen beider Teams her, München gewann dank eines Treffers kurz vor Schluss mit 3:2. Fießinger erwartet erneut ein knappes Spiel. „Nicht zuletzt wegen unserer Tiefe im Kader denke ich, dass wir auch diesmal wieder als Sieger vom Eis gehen. Außerdem hat die Mannschaft aus den Fehlern gelernt und sicherlich auch eine Portion Wut im Bauch, Dinge, die nicht so gut liefen, besser zu machen.“

DEL-Saison fühlt sich für Fießinger "speziell" an

Nicht leugnen kann der Torwart derweil, dass sich diese DEL-Saison schon eher speziell anfühle. Die notwendigen Regeln in Corona-Zeiten hinterlassen Spuren. „Normalerweise spielt man vor Fans, die einen anpeitschen. Die eigenen Fans, aber auch die des Gegners, motivieren einen Sportler. Außerdem müssen wir alle unser Leben auf ein Minimum reduzieren, jeder ist bereit dazu“, sagt Fießinger und ergänzt: „Wir wollen unbedingt spielen, es ist unser ein und alles, und deshalb sind wir sehr froh, dass wir das dürfen.“

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