Eishockey

ESC Kempten: Für den Aufsteiger wird es heute in der Bayernliga ernst

Für den ESC Kempten beginnt die Saison in Deutschlands vierthöchster Spielklasse. Freitagabend hatten die Sharks spielfrei, am Sonntag (ab 17.30 Uhr) geht’s nach Peißenberg.

Für den ESC Kempten beginnt die Saison in Deutschlands vierthöchster Spielklasse. Freitagabend hatten die Sharks spielfrei, am Sonntag (ab 17.30 Uhr) geht’s nach Peißenberg.

Bild: Ralf Lienert

Für den ESC Kempten beginnt die Saison in Deutschlands vierthöchster Spielklasse. Freitagabend hatten die Sharks spielfrei, am Sonntag (ab 17.30 Uhr) geht’s nach Peißenberg.

Bild: Ralf Lienert

Die Sharks müssen einen personellen Umbruch meistern, denn 15 Neuzugänge stehen im Aufgebot. Heute geht es gegen Peißenberg.
04.10.2020 | Stand: 11:55 Uhr

So richtig gefeiert haben sie den Aufstieg noch immer nicht. Nach dem abrupten Saisonende Anfang März und den Corona-Einschränkungen in den Monaten danach war für die große Sause noch keine Zeit - und jetzt wird’s für den Bayernliga-Neuling ESC Kempten wieder ernst. In Deutschlands vierthöchster Spielklasse beginnt die Saison. Freitagabend hatten die Sharks spielfrei, am Sonntag (ab 17.30 Uhr) geht’s nach Peißenberg.

Die Vorbereitung Die vergangenen Wochen liefen durchwachsen. Trainiert wurde zwar den ganzen Sommer über - in erster Linie Kraft und Kondition. Aufs Eis ging es Anfang September. Doch der Plan von Coach Carsten Gosdeck (41) wurde zuletzt durcheinandergewirbelt. Geplante Testspiele gegen Memmingen und Lindau wurden von den Oberligisten kurzfristig abgesagt. So waren es am Ende nur vier Partien gegen Bayernliga-Konkurrenten. Die Bilanz: drei Niederlagen, ein Sieg. Zweiter Vorsitzender Marcus Kubena sagt: "Wir haben 15 Neue, jeder ist auf seine Weise individuell stark. Es ist eine Herausforderung für alle, sie zu integrieren. Man darf die Ergebnisse daher nicht überbewerten."

Die Mannschaft des ESC Kempten Es gab erneut einen großen personellen Umbruch. 15 Spieler sind neu, aus dem Vorjahr sind nur noch sechs an Bord. Unter anderem haben Leistungsträger wie Topscorer Markus Vaitl (35, aus beruflichen Gründen) und Torwart Fabian Schütze (24, zum ERC Sonthofen) den Klub verlassen. Kubena meint: "Wir hatten zwar eine starke Aufstiegsmannschaft, aber es ist ein großer Schritt von einem Landesliga- zu einem Bayernliga-Team."

Mit einem Etat von 360 000 Euro planen die Kemptener, das ist nicht mehr als im Vorjahr. "Wir wollten uns in Zeiten der Corona-Krise auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen", sagt Kubena. Spektakulärste Personalien sind die Vertragsverlängerung des umworbenen Abwehrspielers Roni Rukajärvi (27) sowie die Verpflichtungen von Frauen-Nationaltorhüterin Jenny Harß (33) und Stürmer Max Schmidle. Der 35-Jährige war in den vergangenen Jahren Kapitän beim Zweitligisten ESV Kaufbeuren und will nun aus privaten Gründen kürzertreten. Kubena meint: "Wir haben eine gute Mischung aus jungen Spielern und Routiniers. Es haben sich heuer tatsächlich auch Spieler von sich aus bei uns gemeldet, die Bock auf Kempten haben. Das spricht für unsere Arbeit."

Das Saisonziel Insgeheim liebäugelt der Aufsteiger mit einer Platzierung unter den Top-Teams, offiziell wird aber tiefgestapelt. Es gehe in erster Linie um den Klassenerhalt, alles andere sei für einen Liga-Neuling vermessen, meint Kubena. Als Favoriten nennt er Meister Miesbach, Waldkraiburg und Erding. Und dann lässt er sich doch noch einen aussagekräftigen Satz entlocken: "Die beste Lösung, den Klassenerhalt zu schaffen, ist die Qualifikation für die Aufstiegsrunde."

ESC Kempten vs. TSV Peißenberg beginnt um 17.30 Uhr

Der Kooperationspartner Der ESC Kempten arbeitet künftig mit dem Oberligisten EC Peiting zusammen. "Das hat von Anfang an gepasst. Es ist grandios, was der Dorfverein auf die Beine stellt", schwärmt Kubena. Mit Stefan Saal (17), Markus Czogallik (18), Tim Mühlegger (18) und Dennis Krutsch (17) stehen vier junge Talente aus dem starken Nachwuchs der Oberbayern im Kemptener Kader, die mit Förderlizenz für beide Vereine spielen dürfen. Torhüter Elias Fischbacher wird die gesamte Saison in Kempten geparkt. Kubena: "Er soll sich heuer bei uns weiterentwickeln und Spielpraxis sammeln. Später soll er dann für Peiting in der Oberliga zum Einsatz kommen."

Der erste Gegner Der TSV Peißenberg, trainiert von Randy Neal, hat eine schwere Vorbereitung hinter sich. Nur zwei Testspiele wurden bestritten, gegen Schongau und Geretsried gab es jeweils Siege. Kubena spricht von einem "Gegner auf Augenhöhe". Los geht’s am Sonntag ab 17.30 Uhr. In die Eishalle in Peißenberg dürfen aber aktuell wie in Kempten nur 200 Zuschauer.