Fußball-Bundesliga

Kimmich zurück - Ein Bayern-Gegner namens Corona

Joshua Kimmich ist nach seiner Corona-Infektion zurück beim FC Bayern.

Joshua Kimmich ist nach seiner Corona-Infektion zurück beim FC Bayern.

Bild: Sven Hoppe, dpa

Joshua Kimmich ist nach seiner Corona-Infektion zurück beim FC Bayern.

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Es gibt doch noch Gegner, die der FC Bayern fürchten muss: Gladbach und Corona. Der Punkte-Vorsprung schrumpft. Aber es gibt Lichtblicke.
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dpa
09.01.2022 | Stand: 12:20 Uhr

Joshua Kimmich brüllte seinen Comeback-Frust ins weite, leere Stadionrund. Der Nationalspieler war glücklich, endlich wieder auf dem Fußballplatz stehen zu können - und dann das: Die Bayern zahlten beim 1:2 zum Bundesliga-Rückrundenstart gegen Gladbach den von ihnen befürchteten Corona-Preis. Das ärgerte und nervte Trainer Julian Nagelsmann ebenso wie den extrem ehrgeizigen Kimmich, dessen Rückkehr nach zwei Monaten Corona-Zwangspause und reichlich Impf-Aufregung um seine Person trotzdem ein Lichtblick war.

"Josh hat gerade die ersten 75 Minuten herausragend gut gespielt", lobte Nagelsmann. Erst in der Schlussphase sei auch bei ihm nach zwei Monaten Wettkampfpause "kein Saft mehr im Tank" gewesen. Genesen, gebrüllt, gelobt - Kimmich war streckenweise gleich wieder der Alte. Und das nicht als zentrale Figur im Mittelfeld, sondern als rechter Verteidiger, wo er wegen des Münchner Personal-Notstandes aushelfen musste, erstmals seit dem Champions-League-Finale 2020.

Kimmich zurück beim FC Bayern

Kimmich hatte gute Ballgewinne, trieb das Spiel an, stachelte die Nebenleute lautstark an. Seine Kommandos und Kommentare waren in der zuschauerlosen Allianz Arena bis auf die Tribüne zu hören. "Ey Schiri, das kann doch nicht dein Ernst sein", rief er etwa zu Daniel Siebert nach einem Foul-Pfiff, der ihm überhaupt nicht passte.

Acht Pflichtspiele hatte Kimmich verpasst, erst wegen zweimaliger Quarantäne als ungeimpfte Kontaktperson, dann wegen einer eigenen Infektion mit Covid-19 und anschließenden Lungenproblemen. Und auch bei seinem Comeback war Corona das alles überlagernde Bayern-Thema, aber ausnahmsweise nicht mehr mit ihm im Fokus.

Neun positiv getestete Spieler, das war auch für den Münchner Luxuskader zu viel, obwohl die nächste Niederlage gegen Gladbach trotz insgesamt 13 Ausfällen vermeidbar war. "Es war mehr drin", urteilte Aushilfs-Kapitän Thomas Müller, der befand: "Wir können von Glück sagen, dass wir noch Vorsprung haben in der Tabelle."

Coach Nagelsmann hadert mit Fahrlässigkeiten bei den Gegentoren von Neuhaus und Lainer

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Nagelsmann haderte mit den Fahrlässigkeiten bei den Gegentoren von Florian Neuhaus und Stefan Lainer, die eine "dominante" Anfangsphase mit dem 20. Saisontor von Robert Lewandowski torpedierten: "Ich bin mit der Leistung gar nicht unzufrieden - mit dem Ergebnis schon."

Den Bayern-Wunsch nach einer Spielverlegung hatte die DFL ignoriert. "Muss die Liga wissen, was sie da tut. Regelkonform wird es gewesen sein, glücklich sind wir damit nicht gewesen", grantelte Müller. Die glücklichen, aber personell ebenfalls dezimierten Gladbacher wussten, dass sie von einer Ausnahmesituation profitiert hatten. "Wenn du neun Corona-Fälle hast, wirft das alles über den Haufen", sagte Routinier Christoph Kramer. Die Gladbacher sind Bayerns neuer Angstgegner.

Mannschaft des FC Bayern wegen Corona minimiert

Die Münchner zahl(t)en auf dem Spielfeld den Preis für ein paar positive Corona-Tests zu viel im Weihnachtsurlaub. "Wir hatten trotzdem noch eine gute Mannschaft", sagte Nagelsmann zwar. Er sprach gleichwohl die großen Probleme an. Auf der Bank saßen ausnahmslos Amateure und Teenager. Paul Wanner ist nach seinem Kurzeinsatz mit 16 Jahren und 15 Tagen nun der jüngste Münchner Bundesliga-Spieler.

"Man muss auch bei der Beurteilung der ersten Elf sehen, dass der eine oder andere nicht auf seiner besten Position spielt", bemerkte Nagelsmann zudem. Marcel Sabitzer etwa agierte als Notlösung hinten links. Und wie geht's nun weiter? Kingsley Coman, Corentin Tolisso, Omar Richards haben die Quarantäne beendet und am Wochenende das Training aufgenommen. Manuel Neuer soll am Montag von den Malediven heimkehren. Womöglich kann er dann gleich wieder loslegen.

Nagelsmann äußerte sich beim Blick aufs nächste Spiel in Köln noch zurückhaltend. "Ich rechne jetzt nicht mit extrem vielen Rückkehrern, die für die erste Elf infrage kommen", sagte er. Bei Leon Goretzka schloss er eine schnelle Rückkehr aus, womöglich muss er wegen seiner anhaltenden Knieprobleme sogar operiert werden. Das Wort zur nächsten Münchner Corona-Woche sprach Müller: "Wir müssen schauen, dass wir Tag für Tag wieder Spieler aus dem Profikader integrieren können. Und dann ist der Dreier nächste Woche in Köln schon Pflicht." (Klaus Bergmann, dpa)

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