DOSB-Präsident Hörmann für staatliche Hilfe

Finanzspritze für den Profisport? - Bund plant kein Förderprogramm

Die Deutsche Fußball Liga hat einem Medienbericht zufolge ein Notfallszenario für den Fall eines Saisonabbruchs entworfen.

Soll der Profisport wegen der Corona-Krise finanziell vom Staat unterstützt werden? Wenn es nach CDU-Mann Frank Steffel geht, dann ja. Er kündigt forsch ein 100-Millionen-Hilfspaket für den Profisport an.

Bild: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Soll der Profisport wegen der Corona-Krise finanziell vom Staat unterstützt werden? Wenn es nach CDU-Mann Frank Steffel geht, dann ja. Er kündigt forsch ein 100-Millionen-Hilfspaket für den Profisport an.

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Auch der Sport ist von Corona schwer gebeutelt - vor allem die kleinen Vereine. CDU-Mann Frank Steffel kündigt forsch ein 100-Millionen-Hilfspaket für den Profisport an. Nur: Wer soll das finanzieren? Der Bund hat gar kein Förderprogramm geplant.

dpa
21.05.2020 | Stand: 14:23 Uhr

Dem deutschen Profi-Sport soll in der Corona-Krise mit einem 100-Millionen-Euro-Hilfspaket auf die Sprünge geholfen werden. Das fordert der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel und hat eine Initiative beim Bundeswirtschaftsministerium gestartet. Das für den Sport zuständige Bundesinnenministerium dagegen hat für die Profi-Clubs kein Förderprogramm geplant, da es sich bei den Vereinen der Topligen um Wirtschaftsunternehmen handelt.

DOSB-Präsident Hörmann für staatliche Hilfe

Der Deutsche Olympische Sportbund wollte konkret auf die Steffel-Initiative keine Stellungnahme abgeben. Generell zur Notwendigkeit für staatliche Hilfe für den Sport äußerte sich aber DOSB-Präsident Alfons Hörmann. «Die Bundesländer leisten bereits wertvolle Unterstützung für Vereine, dafür haben wir gemeinsam mit unseren Landessportbünden in allen Ländern geworben», sagte er im Interview mit dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» (Donnerstag). «Was wir aber nachhaltig fordern, ist das Thema eines nationalen Notfallfonds für den Sport, um auch für die Zeit nach der Krise gewappnet zu sein und Sportdeutschland in seiner ganzen Vielfalt erhalten zu können.»

Steffel hatte dem Berliner Radiosender 105,5 Spreeradio gesagt: «Wir wollen jetzt ein Paket für den Profibereich, da wahrscheinlich in der kommenden Saison normale Spiele mit normaler Zuschauerbeteiligung unmöglich sein werden, auf den Weg bringen.» Das Volumen solle «bei 100 Millionen Euro liegen», kündigte der CDU-Obmann im Sportausschuss des Bundestages an.

Bundestag: Sportausschusssitzung will sich mit dem Thema befassen

Dessen Vorsitzende Dagmar Freitag (SPD) teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, ihr sei nicht bekannt, ob überhaupt und wenn ja, mit wem Steffels Vorstoß abgesprochen sei. Sie könne nur vermuten, dass das mit Blick auf die Sportausschusssitzung in der kommenden Woche erfolgt sei, in der Vertreter der Initiative Teamsport Deutschland als Sachverständige eingeladen seien. Sie zeigte sich sicher, dass sich die Koalitionsfraktionen nach der nächsten Sportausschusssitzung mit dem Thema befassen werden.

In der Hauptstadt würde das «Basketball, Volleyball, Eishockey und Handball betreffen, und zwar für Männer und Frauen in erster und zweiter Bundesliga», sagte der CDU-Politiker. Seit Mai 2005 ist Steffel auch ehrenamtlicher Präsident des Sportvereins Füchse Berlin Reinickendorf - der Handball-Bundesligist Füchse Berlin ist ein Proficlub.

Den Clubs würden Zuschauereinnahmen, Sponsorengelder und Einnahmen aus Bandenwerbung und Catering wegbrechen, begründete Steffel. «Mit Bundeswirtschafts- und Bundesinnenministerium streben wir ein Paket an, das den Vereinen hilft, die in den nächsten Monaten leiden werden.» In der kommenden Woche werde es weitere Gespräche geben, sagte Steffel. Das Vorhaben solle in das «große Rettungspaket des Bundeswirtschaftsministeriums integriert werden», das Anfang Juni für viele Branchen kommen solle. Man gehe davon aus, dass die Einnahmen der betroffenen Clubs bei etwa 500 Millionen Euro pro Spielzeit liegen. «Wir glauben, dass es hilfreich ist, ihnen 25 Prozent dieser zu erwartenden Einnahmeausfälle zu ersetzen.»

Freitag betonte, sie teile die Sorgen: «Niemand kann Interesse daran haben, dass in unserem Land Mannschaften oder Ligen Corona-bedingt vor dem Aus stehen - die Vielfalt unserer Sportlandschaft ist für mich geradezu ein Markenzeichen.»