Deutsche Athleten bei Olympia

Freitag zum Olympia-Abschneiden: "Geld alleine nicht die Lösung"

Sportpolitikerin Dagmar Freitag (SPD) sieht nach dem mäßigen Abschneiden der deutschen Athleten bei Olympia den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in der Pflicht.

Sportpolitikerin Dagmar Freitag (SPD) sieht nach dem mäßigen Abschneiden der deutschen Athleten bei Olympia den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in der Pflicht.

Bild: Fabian Strauch, dpa (Archivbild)

Sportpolitikerin Dagmar Freitag (SPD) sieht nach dem mäßigen Abschneiden der deutschen Athleten bei Olympia den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in der Pflicht.

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Sportpolitikerin Dagmar Freitag sieht nach den mäßigen Ergebnissen des deutschen Olympia-Teams den DOSB gefordert. Ist das Geld der Knackpunkt?
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dpa
09.08.2021 | Stand: 15:48 Uhr

Nach dem mäßigen Abschneiden des deutschen Olympia-Teams in Tokio sieht Sportpolitikerin Dagmar Freitag (SPD) in erster Linie den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gefordert. "Geld alleine ist offensichtlich nicht die Lösung; schließlich ist die finanzielle Förderung des Leistungssports durch den Bund seit 2016 massiv erhöht worden", sagte die Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestages am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Der Geldgeber und das zuständige Bundesinnenministerium haben nicht nur die Pflicht, sondern auch das Recht, bestimmte Vorgaben zu machen und vor allem deren Einhaltung zu überprüfen, betonte sie.

Das deutsche Team hatte bei den am Sonntag beendeten Spielen in Japans Hauptstadt zehnmal Gold, elfmal Silber und 16 Mal Bronze geholt. Damit belegte es Platz neun im Medaillenspiegel. Die Ausbeute von 37 Medaillen war die schlechteste seit der Wiedervereinigung.

Zusammenschluss zu DOSB kritisiert

Freitag forderte den DOSB auf, die 2016 in der Leistungssportreform vereinbarten Schritte umzusetzen. "Ich denke da nur an das bis in das Jahr 2021 andauernde Gezerre um die Etablierung des wissenschaftlichen Verbundsystems, ein aus meiner Sicht ganz wesentlicher Punkt der Reform", sagte sie. Wenn solche und andere Maßnahmen auf massiven Widerstand des organisierten Sports treffen, verschleppt oder im Einzelfall verhindert würden, "sollte der Ruf nach mehr Geld jetzt mal nicht an erster Stelle stehen."

Ähnlich wie der zweimalige Schwimm-Olympiasieger Michael Groß (57) bezweifelt Freitag, dass der Zusammenschluss des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) 2006 mit dem damaligen Deutschen Sportbund (DSB) zum heutigen DOSB richtig war.

Ein NOK, das sich ausschließlich mit der Förderung und der Zukunft des Leistungssports beschäftigt, setze sicher "andere Akzente und Schwerpunkte als ein Dachverband, der nach meiner Wahrnehmung seit Jahren vor allem dadurch auffällt, dass er ständig externe Agenturen zur Konzeptentwicklung für unterschiedlichste Dinge beauftragt", meinte die Politikerin. Groß hatte sich am Sonntag im Interview bei t-online.de für eine größere Unabhängigkeit des Leistungssports vom DOSB ausgesprochen.

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