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Fußball-Bayernliga: Matthias Günes bleibt bis 2022 Trainer beim TSV Kottern

Matthias Günes bleibt auch über das Jahr 2021 hinaus Trainer beim Fußball-Bayernligisten TSV Kottern. Sein Vertrag wurde vorzeitig bis Ende Juni 2022 verlängert.

Matthias Günes bleibt auch über das Jahr 2021 hinaus Trainer beim Fußball-Bayernligisten TSV Kottern. Sein Vertrag wurde vorzeitig bis Ende Juni 2022 verlängert.

Bild: Ralf Lienert

Matthias Günes bleibt auch über das Jahr 2021 hinaus Trainer beim Fußball-Bayernligisten TSV Kottern. Sein Vertrag wurde vorzeitig bis Ende Juni 2022 verlängert.

Bild: Ralf Lienert

Fußball-Bayernligist TSV Kottern hat den Vertrag mit Trainer Matthias Günes vorzeitig verlängert. Warum der 37-jährige Füssener von "Vertrauensvorschuss" spricht.
29.12.2020 | Stand: 06:30 Uhr

Etwas mehr als ein Jahr ist Matthias Günes bereits Trainer beim Fußball-Bayernligisten TSV Kottern. Es waren 13 außergewöhnliche Monate. Denn seit Günes im November 2019 nach dem plötzlichen Wechsel von Esad Kahric zum Regionalligisten FC Memmingen von einem Tag auf den anderen vom Assistenten zum Chef befördert wurde, stand er – bedingt durch die Corona-Pandemie – nur selten an der Seitenlinie. „Ich habe zwar zwei komplette Vorbereitungen mit meinem Team absolviert, aber nur sechs Pflichtspiele. Das ist schon eine komische Situation“, meint der 37-jährige Füssener.

A-Lizenz-Inhaber Matthias Günes überzeugt mit Trainingsarbeit

Die Verantwortlichen beim TSV Kottern hat der A-Lizenz-Inhaber aber scheinbar mit seinen sportlichen Zukunftsplänen und der akribischen Trainingsarbeit überzeugt. Auch ohne Titel, Tabellenplätze und Tore. Denn pünktlich zum Jahreswechsel haben die Sankt Manger die Zusammenarbeit mit Günes vorzeitig verlängert – bis Ende Juni 2022. „Das ist in diesen schwierigen Zeiten der Pandemie, in denen alles so bedrückend wirkt, ein schönes Zeichen des Vereins. Auch eine Art Vertrauensvorschuss. Denn eigentlich kann man meine Arbeit bislang noch gar nicht so richtig bewerten“, sagt der 37-Jährige. Braucht’s auch gar nicht, meint Kotterns Sportlicher Leiter Michael Feneberg. Günes sei ein „sehr fleißiger Trainer“. Und weiter sagt Feneberg: „Wir sind mit seiner Arbeit sehr zufrieden und haben schon gesehen, dass es mit ihm in die richtige Richtung geht. Die Mannschaft hat sich gut entwickelt.“

In der Tabelle der Fußball-Bayernliga ist der TSV Kottern Fünfter

Mag man die Gründe für die Vertragsverlängerung in Fakten suchen, genügt ein kurzer Blick auf die Tabelle. Der TSV Kottern ist Fünfter der Bayernliga, neun Punkte Rückstand haben die Sankt Manger auf den zweitplatzierten FC Deisenhofen und damit auf den Relegationsplatz zur Regionalliga. Günes hat als Chef in sechs Partien durchschnittlich 1,17 Punkte geholt – allerdings unter Voraussetzungen, die kaum vergleichbar sind. Nach seinem Amtsantritt gab es einen Sieg (3:1 gegen Jahn Regensburg II) und ein Unentschieden (0:0 in Landsberg), dann kam der erste Lockdown. Erst Mitte September ging es wieder auf den Platz, vier weitere Partien wurden ausgetragen (drei Niederlagen, ein Sieg) – und schon war wieder Schluss. Auf unbestimmte Zeit. „Keiner weiß, wann und wie es nach dem zweiten Lockdown weitergeht. Trotzdem müssen wir ja irgendwann die Weichen stellen“, meint Feneberg. Geplant war eigentlich, dass für den TSV Kottern am 18. Januar die Vorbereitung wieder beginnt. Dieser Termin ist aber wohl kaum zu halten. „Uns wird nichts anderes übrig bleiben, als auf die jeweiligen Gegebenheiten zu reagieren“, sagt Günes.

In der fußballfreien Zeit sichtet der 37-Jährige Videomaterial von den Bayernliga-Spielen

Um am ersehnten Tag X trotzdem gut vorbereitet zu sein, hält der 37-Jährige auch in der fußballfreien Zeit regelmäßigen Kontakt zu seinen Kickern. Kurz bevor die Saison im Spätherbst ein weiteres Mal unterbrochen wurde, hat Günes Einzelgespräche mit den Spielern geführt. Ein Ergebnis davon waren individuell angepasste Trainingspläne für die Zeit während der Winterpause. „Die Jungs können die Aufgaben erledigen und in der Theorie arbeiten. Aber die Praxis fehlt uns halt“, meint der Coach. Er selbst vermisse vor allem die gemeinsamen Einheiten auf dem Platz und das Vereinsleben. Der Ball ruht, aber weniger Arbeit hat Günes deshalb nicht. „Ich schaue unfassbar viele Spiele an“, meint er lachend. So habe er etwa die vergangenen eineinhalb Jahre der Kotterner in ihre Einzelteile zerlegt und analysiert. „Mich hat dabei vor allem interessiert: Wie sehr passt unser Auftreten auf dem Platz zu unserem Leitfaden und den sportlichen Plänen? Ich habe mir auch zu jedem einzelnen Spieler Gedanken gemacht. Das ist grundsätzlich wichtig, aber im laufenden Betrieb fehlt dafür oft die Zeit“, erzählt der Füssener.

Im Hintergrund laufen beim TSV Kottern die Kaderplanungen

Die richtigen Lehren will er mit seinem Team aus all diesen Analysen ziehen. Das personelle Gerüst für die kommenden Monate steht schon. Sportchef Feneberg meint: „Die Mannschaft passt sehr gut zusammen. Einige Jungs haben bereits bis 2022 zugesagt. Und die restlichen Planungen laufen im Hintergrund auf Hochtouren.“