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Fußball in der Corona-Krise: Mädchen dürfen weiterspielen, Buben nicht

Cambodunum-Cup 2019: Finalspiele im Illerstadion Kempten

Im Bild: Finale C-Junioren, FC Kempten (rot) gegen FV Illertissen


18. Internationales Jugend-Fußballturnier. Cambodunum Cup

Für die Junioren ist die Saison in Bayern vorzeitig beendet. Die Mädchen hingegen dürfen ihre Spielzeit ab 1. September fortsetzen.

Bild: Matthias Becker

Für die Junioren ist die Saison in Bayern vorzeitig beendet. Die Mädchen hingegen dürfen ihre Spielzeit ab 1. September fortsetzen.

Bild: Matthias Becker

Der Bayerische Fußball-Verband beschließt eine Strategie für den Nachwuchs. Die Saison wird nur bei den Junioren abgebrochen, alle anderen spielen weiter.

Von Sportredaktion Allgäuer Zeitung
09.06.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) hat eine Marschroute für den Nachwuchsbereich beschlossen. Vorgesehen sind dabei zwei verschiedene Strategien für Mädchen und Buben: Die aktuell ausgesetzte Saison 2019/20 bei den Junioren wird demnach abgebrochen. Die Juniorinnen sollen ab 1. September ihre Runde fortsetzen. Der BFV folgt damit dem Vorschlag der entsprechenden Arbeitsgruppe.

Bei den Junioren werden die Abschlusstabellen auf Basis einer Quotientenregelung gebildet: Die bestplatzierten, aufstiegsberechtigten Mannschaften und die Teams auf den Relegationsplätzen steigen auf. Absteiger soll es nur dann geben, wenn Teams in der laufenden Saison bis dato punktlos geblieben sind.

"Vollkommen andere Rahmenbedingungen"

„Dass wir bei den Junioren zu dem Ergebnis kommen, die laufende Spielzeit abzubrechen, mag auf den ersten Blick überraschen. Wer sich allerdings ein bisschen intensiver mit dem Junioren-Spielbetrieb in Bayern auseinandersetzt, stellt ganz schnell fest, dass wir über vollkommen andere Rahmenbedingungen sprechen als bei den Erwachsenen“, sagt Verbands-Jugendleiter Florian Weißmann. So seien zum Beispiel die Hälfte der 14 100 Mannschaften im C- bis F-Junioren-Bereich nicht aufstiegsberechtigt.

Vereine haben Angst, Spielerinnen zu verlieren

Bei den Mädchen ist ein anderes Thema wichtig. Sandra Hofmann, Vorsitzende des Frauenausschusses im Verband, meint: „Für das Gros der Mädchen spielt trotz allem sportlichen Ehrgeiz die soziale Komponente eine immense Rolle. Das gemeinsame Spiel steht oft über dem Leistungsgedanken.“ Die größte Sorge für die Vereinsvertreter war, bei einem Saisonabbruch massiv Spielerinnen zu verlieren.

Allgäuer Vertreter in der Arbeitsgruppe

Das Allgäu war in der Arbeitsgruppe durch Thilo Kreier vertreten, Jugendleiter beim TSV Blaichach. Er sagt: „Jetzt können wir Vereine die neue Saison sicher planen. Ich freue mich, dass wir mit der Arbeitsgruppe eine Abbruch-Lösung vorschlagen konnten, die aus meiner Sicht nur Sieger und keine Verlierer hat.“