So viel wie noch nie

Grüntenstafette:  1.500 Sportler starten beim Team-Wettbewerb mit sechs Disziplinen

Der Grünten ruft am Samstag viele Sportler.

Der Grünten ruft am Samstag viele Sportler.

Bild: Nico Gauch

Der Grünten ruft am Samstag viele Sportler.

Bild: Nico Gauch

Erstmals in der 25-jährigen Geschichte starten am Samstag 1.500 Sportler bei der Grüntenstafette in Burgberg. Große Namen der Szene zieren das Teilnehmerfeld. Wir blicken auf Favoriten, Rekorde und Kurioses.
27.09.2019 | Stand: 14:38 Uhr

Einmal mehr wird er heuer dem größten Ansturm standhalten müssen, der Wächter des Allgäus. Erstmals in der 25-jährigen Geschichte der Grüntenstafette nehmen am heutigen Samstag 1.500 Ausdauersportler den Berg in Angriff. Ab 13 Uhr starten 250 Teams zum Sechser-Staffelwettkampf vom Flugplatz in Agathazell – damit stößt die internationale Stafette einmal mehr in eine neue Dimension vor. Bereits im vergangenen Jahr lag die Zahl knapp unter der 1400er-Grenze. Im Vergleich zu 2016, als es noch 700 Athleten waren, ist die Teilnehmerzahl nunmehr weit mehr als verdoppelt. Vor dem Startschuss schauen wir voraus auf Favoriten, Rekorde, die großen Namen der Szene und Kurioses rund um der Burgberger „liebstes Kind“.

„Früher hat Bolognese gereicht“
Bunter, spektakulärer, wilder, jünger: Die „Stafette der Neuzeit“ kennt keine Grenzen. „Es beeindruckt mich, welche Größenordnung wir inzwischen erreicht haben. Früher hat ein Bolognese-Topf für die Verpflegung gereicht – heute sind wir im Bereich eines Groß-Events“, sagt Gründervater Max Uhlemayr, der seit dem Geburtsjahr der Stafette 1994 dabei ist. Uhlemayr ist mit Dieter Eisenlauer und Lothar Dethels Kopf des Organisationskomitees des TSV Burgberg.

Sechs Athleten, eine Einheit

Dabei ist das Fundament – die Strecke – über die Jahre unangetastet. Aus dem einstigen Winter-Vierkampf hervorgegangen, sind es gewohnte sechs Disziplinen. Das verleiht der Stafette ihren traditionellen Charme. Nach dem Crosslauf vom Flugplatz über 6,4 km zur Zötler-Brauerei, geht es über 9,8 km im Rennrad-Bergsprint zur Alpe Vordere Kölle, ehe der Berglauf über 3,3 km das Feld zum „Gipfel des Wahnsinns“ führt. Von dort gehen die Alpinläufer auf 2,1 km an die Belastungsgrenze, bis die Mountainbiker (12 km) übernehmen. Der „Heimläufer“ bringt die Staffel über 5 km zurück an den Flugplatz. Sechs Athleten bilden ein Team gegen den Grünten auf 1.738 Metern.

Seit 2016 in neuen Sphären

Vor fünf Jahren drohte der Stafette das Ende. Mit vereinten Kräften wendete der TSV Burgberg das Aus ab – und holte sich Hilfe ins Boot. Seit 2016 steht das Team von „Hannes Hawaii Tours“ mit dem Know-how des Allgäu-Triathlons, des Zötler Race oder des Red Bull All-In in Marketing und Logistik zur Seite. „Wir haben uns heuer erstmals regelmäßig zusammengesetzt und Erfahrungswerte ausgetauscht“, sagt Marlon Wörndl von „HTT“.

Helden im Hintergrund

1.500 Starterbeutel werden gepackt, die Bierbänke für die Heldenfeier (ab 19 Uhr) aufgestellt, Gitter platziert: 300 Helfer sind in den Ablauf der Rekordstafette involviert. Bei drei beteiligten Gemeinden helfen neben dem ausrichtenden TSV auch die Nachbarvereine des TSV Kranzegg, der TSV Rettenberg sowie die Ski-Clubs aus Rettenberg und Burgberg, die Freiwilligen Feuerwehren und das THW. „Es ist gigantisch, wie die Leute anpacken und sich sogar Urlaub nehmen, um die Stafette zu wuppen“, sagt Marlon Wörndl von „HTT“. Drei Tage vor dem Rennen und zwei Tage danach sind die Helfer mit dem Auf- und Abbau am Flugplatz in Agathazell, am Grüntengipfel sowie an allen Wechselstationen beschäftigt.

Die großen Namen der Szene

Auch wenn die Ausnahme-Wintersportler wie Sebastian Eisenlauer, Andreas Sander oder Johannes Rydzek heuer fehlen: Die Stafette glänzt mit großen Namen: Ex-Olympia-Langläuferin Evi Sachenbacher-Stehle, Rad-Profi Michael Schwarzmann, die Ex-Nationalmannschafts-Läuferin der Ultras, Alex Hagspiel, die international dekorierte Bergläuferin Susi Lell, der deutsche Meister im Skibergsteigen, David Sambale sowie Ex-Rad-Profi Sebastian Baldauf oder Junioren-MTB-Europameisterin Sina van Thiel starten. Kurios: Allein neun Bergwacht-Teams – also 54 Athleten – haben gemeldet. Für die Sicherheit der Athleten ist gesorgt.

Alles „Haschko“, oder was?

Gelingt den Favoriten von „Sport Haschko“ um den Missener Quirin Schmölz der fünfte Sieg in Serie? Das Sextett hält auch den Streckenrekord von 2017 in 1:53:09,5 Stunden. Erste Jäger dürften auch heuer die Jungs von „Laufsport Saukel“ sein – zuletzt „serienmäßig Vize“. Die Allrounder um Jonas Schmeiser und Lauf-Ass Kevin Key freuen sich über die kurzfristige Zusage von Triathlet Fabian Eisenlauer. Der 27-jährige Sonthofer startet sieben Wochen nach seinem schweren Rennrad-Sturz in der Schweiz überraschend. Geheimfavorit ist „Banana Joe“, in dem unter anderem David Sambale, David Kögler, Simon Pulfer und Yannic Baier starten.