Nordische Ski-WM in Oberstdorf

Positiver Corona-Test bei WM-Favorit Halvor Egner Granerud - So reagiert Karl Geiger

Nordische Ski-WM in Oberstdorf: Skisprungstar Halvor Egner Granerud ist positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Nordische Ski-WM in Oberstdorf: Skisprungstar Halvor Egner Granerud ist positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Bild: Daniel Karmann, dpa (Archiv)

Nordische Ski-WM in Oberstdorf: Skisprungstar Halvor Egner Granerud ist positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Bild: Daniel Karmann, dpa (Archiv)

Skispringer Halvor Egner Granerud ist bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie DSV-Adler Karl Geiger reagiert.
03.03.2021 | Stand: 15:28 Uhr

Der Ausnahme-Springer des Winters ist raus. Norwegens Skispringer Halvor Egner Granerud ist positiv auf das Coronavirus getestet worden und wird damit aller Voraussicht nach alle weiteren Medaillenentscheidungen bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf verpassen. "Ich fühle mich ein wenig unwohl, aber ansonsten geht es mir gut", schrieb Granerud auf seinem Instagram-Profil. "Das bedeutet ganz offensichtlich, dass die WM für mich vorbei ist, und das ist eine Schande."

Insgesamt erhöhte sich die Zahl der positiven Testergebnisse im Rahmen der WM im Oberallgäu damit auf neun – bei 17.000 durchgeführten Tests.

Der 24-jährige Norweger war am Dienstagabend getestet worden – der Weltverband Fis hatte am Mittwochvormittag mitgeteilt, dass bei einem Mitglied des norwegischen Teams der Skispringer ein positives Testergebnis vorliege. Ein Sprecher des norwegischen Skiverbandes bestätigte kurz darauf das Ergebnis von Graneruds Test.

Norwegens Skisprungchef Clas Brede Braathen hatte noch am Vormittag einen Pressetermin einberufen, bei dem er erklärte, das Gesundheitsamt habe keine weiteren Athleten aus dem Team der Skandinavier als Kontaktpersonen eingestuft.

Italien zieht komplette Mannschaft zurück

Allerdings sind – ebenfalls am Mittwoch – zwei weitere Mitarbeiter aus dem Kreis der italienischen Skisprung-Mannschaft positiv getestet und – wie Granerud – sogleich isoliert worden. Der italienische Verband zog nach insgesamt vier positiven Testungen am Mittwoch gar die gesamte Mannschaft von der Nordischen-Ski WM in Oberstdorf ab.

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„Die beiden Mitglieder italienischen Mannschaft hatten während ihres Aufenthalts in Oberstdorf keinen Zugang zu einem der WM-Schauplätze“, sagte Pressechefin Miriam Frietsch. „Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, hat sich die Delegation nach Rücksprache mit dem italienischen Verband und dem Gesundheitsamt entschieden, das Team zurückzuziehen, um den Ablauf der WM zu schützen.“ Für die Dauer der Titelkämpfe werden alle für die WM akkreditierten Personen engmaschig getestet. Dazu stellen im Zwei-Tages-Rhythmus abwechselnd PCR- und Antigen-Tests verpflichtend an.

(Lesen Sie auch: Karl Geiger erlöst Deutschland mit Silber - "Das war wirklich brutal")

"Im Leben gibt es Aufs uns Abs. Und für mich ist in dieser Saison ein Traum wahr geworden", schrieb Granerud weiter. "Es zeigt mir, wie wichtig es ist, vorsichtig zu sein. Ich denke, ich habe alles getan, um eine Infektion zu vermeiden, aber es ist immer möglich." Der Silbermedaillen-Gewinner der Skiflug-WM aus Planica verpasst damit die Medaillenentscheidungen am Freitag im Einzel von der Großschanze und am Samstag im Teamwettkampf. Granerud ist mit elf Weltcupsiegen allein in der laufenden Saison der dominierende Springer in diesem Weltcup.

Karl Geigers Reaktion auf das Aus von Granerud

Mitgefühl gab es für den Norweger am Mittwoch aus dem deutschen Lager. „Schade, dass so ein Topsportler im Kampf um die Medaillen nicht dabei sein kann. Aber ich weiß nichts Näheres über die Umstände“, sagte der Bundestrainer der deutschen Skispringer, Stefan Horngacher, dem Sport-Informationsdienst. Sein frischgebackener Mixed-Weltmeister und Vize-Weltmeister von der Normalschanze war am Mittwoch ebenfalls perplex.

„Es hat mich wahnsinnig überrascht, muss ich gestehen. Das ist schon eine harte Nummer“, sagte Karl Geiger im Gespräch mit unserer Zeitung. Der 28-jährige Oberstdorfer hatte sich selbst um die Weihnachtsfeiertage nach einem positiven Testergebnis in Quarantäne begeben müssen, hatte diese erst einen Tag vor dem Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf verlassen – und flog dann bekanntermaßen zum Sieg.

„Es ist schon kurios, wie das passieren kann. Aber ich habe es ja selbst erfahren. Wir alle sind wahnsinnig vorsichtig, aber so etwas kann immer mal passieren“, sagte Geiger, der sich selbst sogar bei Instagram an Granerud richtete: „Mist. Ich kann mit Dir mitfühlen. Gute Besserung, wir sehen uns in Planica.“Mehr zur WM lesen sie in unserem WM-Newsblog.