Abt, Wörz und Handballer

Hier sprechen Kemptens Sportler des Jahres

Wenn der Sohn Sportler des Jahres wird... Hans-Jürgen Abt mit Formel-E-Rennfahrer Daniel bei der Kemptener Sportgala am Samstagabend.

Wenn der Sohn Sportler des Jahres wird... Hans-Jürgen Abt mit Formel-E-Rennfahrer Daniel bei der Kemptener Sportgala am Samstagabend.

Bild: Benedikt Siegert

Wenn der Sohn Sportler des Jahres wird... Hans-Jürgen Abt mit Formel-E-Rennfahrer Daniel bei der Kemptener Sportgala am Samstagabend.

Bild: Benedikt Siegert

Auch wenn die großen emotionalen Momente fehlten: Die Sport-Gala am Samstag im Kemptener Stadttheater stieß bei den Besuchern auf durchweg positive Resonanz.
06.05.2021 | Stand: 13:29 Uhr

Die Interviews und der Abend in fünf Punkten:

  • Platz da, ich umarm’ die Welt: Harald Platz, der Präsident des Stadtverbandes der Sportvereine, stürmte mit weit aufgerissenen Armen auf die Bühne, um das Moderatoren-Duo Silvia Reich-Recla und Michael Läufle am Weltumarmungstag gebührend zu begrüßen. Die beiden wussten zunächst nicht, wie ihnen geschieht. Wer weiß, wie der Abend verlaufen wäre, hätten Reich-Recla und Läufle alle 119 zu ehrenden Sportler und Sportlerinnen ebenfalls so innig gedrückt. Sie lägen heute vermutlich krank im Bett ... Ach ja, rein rhetorisch „knuddelte“ Platz noch munter weiter: die vielen Ehrenamtlichen in den Sportvereinen und die Stadtratskollegen, die die neue Dreifachturnhalle auf den Weg gebracht haben und die „hoffentlich auch noch eine neue Schnitzelgrube auf den Weg bringen“. Für diese Aussage hätten ihn zahlreiche Turner im Saal am liebsten ganz innig umarmt – sie beließen es aber beim freundlichen Applaus.

  • Der OB als Zahlenmeister: Oberbürgermeister Thomas Kiechle gab sich in seiner Begrüßung zahlenverliebt. Die Sportler mit 19 Gold-, 51 Silber- und 49 Bronzemedaillen zu ehren, sei ihm eine Ehre. Kiechle verwies darauf, dass in Kempten über Integration nicht mehr diskutiert werde, sie werde im Sport täglich vorgelebt. 100 verschiedene Sportangebote gebe es in der Stadt, 5000 Jugendliche und 20 000 Erwachsene würden sie wahrnehmen. Und 2000 Personen würden sich ehrenamtlich in die Vereinsarbeit einbringen. Macht summasummarum: egal. Nächstes Jahr wollen wir wissen, wie viele Kilometer der OB selbst gejoggt und geradelt ist ...

  • Viele Ferngebliebene: Vermisst wurden die Sportler des Jahres 2015. Weder die Kotterner Fußballer noch Rugby-Spielerin Ulrike Borchardt (lebt in Würzburg), noch Manuel Heilgemeier, der letztes Jahr seiner Freundin Isabell einen Heiratsantrag gemacht hatte, waren im Saal. Heilgemeier ließ immerhin schöne Grüße ausrichten, er sei noch glücklich verheiratet. Inzwischen arbeite er als Landestrainer Pistole beim Bayerischen Sportschützenbund und habe einen wichtigen Wettkampf. Von den 119 geehrten Sportler fehlten 18 entschuldigt – und fünf unentschuldigt. Squasherin Konny Höllein ließ von einem Wettkampf in Portugal wissen: Wenn sie nächstes Jahr wieder ausgezeichnet wird, heißt ihr Motto klar: Allgäu statt Algarve.

  • Goldene Generation Ü40: Eines wurde bei der Sport-Gala einmal mehr deutlich. Der Kemptener Sport ist vielfältig wie eh und je. Von A wie Automobilrennsport bis V wie Vorderladerperkusionsgewehrschießen vertraten die 119 Geehrten insgesamt 23 verschiedene Sportarten. Und die 19 Goldmedaillen-Träger sind vom Alter her breit gestreut: Der Jüngste ist mit 24 Jahren Daniel Abt, die Ältesten mit 70 Kraftsportler Xaver Kennerknecht und mit 67 Radfahrerin Maria Seefried. Durchschnittsalter der Goldmedaillengewinner: 43 Jahre.

  • Sperrige Sperrstunde: Aha, wunderten sich viele, als Harald Platz schon in seiner Begrüßung davon sprach, „dass wir den Abend um ein Uhr gerne ausklingen lassen wollen“. Eine verordnete Sperrstunde, das hatte es auch noch nie gegeben. Da sich der AZ-Reporter streng daran hielt, können nur „illegal Anwesende“ darüber berichten, dass ab ein Uhr der Punk erst so richtig abging. Die Band Voiceful habe noch mal richtig aufgedreht, die TGA-Turner hätten ihre berühmten Salti und Flickflacks zum Besten gegeben und einige Tanzbegeisterte wollten selbst um halb zwei Uhr nicht glauben, dass er wirklich schon zu Ende war, der Weltumarmungstag.