Vierschanzentournee 2020/2021

"Immer unser Genickbruch": So frustiert ist Karl Geiger nach seinem Patzer in Innsbruck

Dass Karl Geiger den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee noch holt, ist zwar nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich.

Dass Karl Geiger den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee noch holt, ist zwar nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich.

Bild: Daniel Karmann, dpa

Dass Karl Geiger den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee noch holt, ist zwar nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich.

Bild: Daniel Karmann, dpa

Karl Geiger zeigt sich nach seinem 16. Platz enttäuscht wie selten. Ein anderer deutscher Springer gibt sich kämpferisch.
04.01.2021 | Stand: 10:49 Uhr

Karl Geiger war längst verschwunden, als die polnischen Skispringer um Kamil Stoch vor leeren Rängen in Innsbruck feierten. Die Ernüchterung und der Ärger waren nach seinem Patzer auf der vorletzten Station der Vierschanzentournee 2020/2021 so groß, dass der 27-Jährige nach einem Interview-Marathon erst einmal etwas Zeit für sich brauchte. "Abregen und dann wieder weitermachen", sagte der auch noch eine halbe Stunde nach seinem sportlichen Dienstende in Innsbruck sichtlich genervte Oberstdorfer und gab unumwunden zu: "Ich bin ziemlich gefrustet."

Der zuvor in der Tournee-Gesamtwertung zweitplatzierte Karl Geiger liegt nach seinem 16. Rang vom Sonntag vor dem großen Finale in Bischofshofen am Mittwoch (16.45 Uhr/ZDF und Eurosport) nur noch auf dem vierten Platz - und was viel schlimmer für ihn ist: Der Rückstand auf Spitzenreiter Stoch beträgt bereits fast 14 Meter.

Dass der Skiflug-Weltmeister aus dem Allgäu, der mit einem Sieg so grandios in das Highlight rund um den Jahreswechsel gestartet war, das noch aufholt, ist zwar nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich. Einmal mehr war die berühmt-berüchtigte Schanze am Hang über der Stadt für die deutschen Springer alles andere als ein Glücksbringer.

Trainer von Karl Geiger: "Jetzt müsste schon ein Wunder geschehen"

"In den letzten Jahren ist es speziell bei der Tournee immer unser Genickbruch gewesen", sagte Geiger zum Bergisel. "Dass es dieses Jahr wieder so ist: Da kriegt man einfach nur das Kotzen." Teamkollege und Kumpel Markus Eisenbichler drückte es so aus: "Der Bergisel ist ab und zu einfach 'ne blöde Sau."

Die Worte von Bundestrainer Stefan Horngacher waren weniger drastisch, doch Illusionen macht sich auch der 51 Jahre alte Österreicher nicht. Als "bitter" bezeichnete er Geigers Situation und versuchte gar nicht erst, noch große Hoffnungen zu schüren. "Er vergibt die Chancen für den Sieg definitiv", sagte er. "Jetzt müsste schon ein Wunder geschehen."

Daran scheint zumindest Eisenbichler noch ein bisschen zu glauben. "Die anderen können auch Fehler machen", sagte der 29-Jährige nach seinem sechsten Platz. In der Tournee-Gesamtwertung liegt er hinter Geiger auf Rang fünf. "Es kann immer alles passieren", sagte Eisenbichler und kündigte an: "Ich werde mich selber nicht aufgeben, das ist einfach nicht in meiner Natur. Ich werde alles geben in B-hofen. Nicht hirnlos, aber selbstüberzeugt skispringen."