American Football

Kemptener Football-Team: Comets setzen auf Eigengewächse

Nach langer Pause sind die Allgäu Comets (hier im Bild gegen die Schwäbisch Hall Unicorns) heiß auf die neue Saison.

Nach langer Pause sind die Allgäu Comets (hier im Bild gegen die Schwäbisch Hall Unicorns) heiß auf die neue Saison.

Bild: Ralf Lienert (Archiv-Foto)

Nach langer Pause sind die Allgäu Comets (hier im Bild gegen die Schwäbisch Hall Unicorns) heiß auf die neue Saison.

Bild: Ralf Lienert (Archiv-Foto)

2020 ist die Football-Saison bundesweit abgesagt worden. Die Allgäu Comets bereiten sich nun auf die neue Spielzeit vor - und suchen dafür lokale Talente.
Von Julian Agardi
14.10.2020 | Stand: 08:17 Uhr

Ein Jahr zum Vergessen war es für die American Footballer der Allgäu Comets – was heuer allerdings nichts mit der sportlichen Leistung des Kemptener Bundesligisten zu tun hatte. Pandemiebedingt ist die Football-Saison 2020 bundesweit komplett ins Wasser gefallen. Die Comets absolvierten weder Spiele noch Trainingseinheiten. „Das war eine Strömung, mit der Anfang des Jahres noch niemand gerechnet hat und deren Auswirkungen einzigartig waren und immer noch sind“, sagte Comets-Headcoach Hesham Khalifa (54) beim Kick-off Meeting in Betzigau, bei dem Trainer und Verantwortliche ihre Spieler auf die neue Saison einschworen.

Cheftrainer der Comets blickt in die Zukunft

Kein Wunder also, dass sich der Cheftrainer bei seiner Ansprache an die Mannschaft nicht allzu lange mit der Vergangenheit aufhalten, sondern den Blick in die Zukunft richten wollte. Fest steht nämlich: 2021 wird der Spielbetrieb in der German Football League (GFL), Deutschlands höchster Spielklasse, definitiv wieder aufgenommen. Zwar ist noch nicht bekannt, wann und in welcher Form (ob im Liga- oder im Gruppenmodus) die kommende Spielzeit starten wird, dennoch arbeiten die Kometen schon jetzt mit Hochdruck am Konzept für die neue Saison.

Comets setzen auf Spieler aus der Region

Im Mittelpunkt steht dabei die Förderung junger Spieler aus der Region. Die Zeiten der Experimente, in denen die Comets viele Trainer und Spieler bevorzugt aus dem US-amerikanischen Ausland verpflichtet hatten, sollen erst einmal vorbei sein. „Wir wollen auf lokale Spieler setzen und sie besser machen“, erklärte Sportdirektor John Schanbacher. Dabei spiele es keine Rolle, „ob einer hier vor zwei Jahren der Superstar war, oder jetzt als junger Spieler neu dazugekommen ist“, sagte der ehemalige Comets-Jugendspieler und fügte an: „Jeder erhält die gleiche Chance, sich einen Platz im Team zu erkämpfen.“

Dem Football-Team fehlt noch ein Defensiv-Trainer

Offensiv-Trainer Elias Gniffke wird Headcoach Khalifa auch in der kommenden Saison unterstützen. Der 31-Jährige, der in den Spielzeiten 2018 und 2019 in selbiger Funktion für den Ligakonkurrenten Marburg tätig war, weiß allerdings noch ebenso wenig wie sein Cheftrainer, wer bei den Kometen im nächsten Jahr als Defensiv-Trainer arbeiten wird. Dabei mangele es laut Sportdirektor Schanbacher keineswegs an Angeboten. „In den vergangenen Wochen haben sich Viele bei uns gemeldet – vor allem Trainer aus dem Ausland“, sagte der 21-Jährige. Allerdings wolle man sich mit der Entscheidung bewusst Zeit lassen. Wichtig sei vor allem, dass der neue Defense-Coach den GFL-Football verstehe. „Für unsere Spieler steht der Sport nicht uneingeschränkt an erster Stelle. Sie haben auch noch Arbeit und Freizeit“, sagte Schanbacher. Gerade die amerikanischen Trainer hätten häufig Probleme, das zu verstehen.

Drei Spieler aus dem Ausland wollen die Kometen noch verpflichten

Und dennoch: Bis spätestens Januar soll der neue Defensiv-Trainer vorgestellt werden. Bis dahin wollen die Comets außerdem nur noch einen Quarterback und zwei Defensiv-Spieler aus dem Ausland (Imports) verpflichten. Das Gerüst der Mannschaft sollen Einheimische bilden. „Wir wollen zeigen, was in der GFL möglich ist, wenn man auf lokales Talent setzt und die anderen Mannschaften mit unserer Spielweise schocken“, sagte Schanbacher. Ihm sei bewusst, dass die meisten GFL-Teams den Kometen in der kommenden Saison nicht mehr als eine Außenseiter-Rolle zuteil kommen ließen. „Aber genau das wollen wir für uns nutzen und viele Überraschungsmomente kreieren“, sagte der Comets-Sportdirektor. Oder wie es Offensiv-Coach Gniffke formulierte: „Für den Erfolg müssen unsere Spieler alles geben. Sie müssen den Abend auf dem Sofa mit der Freundin aufgeben, um im Regen auf dem Trainingsplatz am Bachtelweiher zu stehen.“

Und genau dort begann am vergangenen Montag mit der ersten Übungseinheit auch die Vorbereitung auf die Saison 2021, in der nach rund eineinhalb Jahren Pause dann auch endlich wieder Football gespielt werden soll.