Allgäu Comets

Kemptener Footballer müssen weiter in der Warteschleife ausharren

Allgäu Comets 2020: Die Vorbereitung auf die Saison läuft auf Hochtouren. Den Fans (hier ein Foto vom Heimspiel 2019 gegen Schwäbisch Hall) soll voller Einsatz geboten werden.

Die Allgäu Comets spielen in Deutschlands höchster Liga. Ob die GFL heuer überhaupt eine Saison austrägt, ist weiter offen.

Bild: Ralf Lienert

Die Allgäu Comets spielen in Deutschlands höchster Liga. Ob die GFL heuer überhaupt eine Saison austrägt, ist weiter offen.

Bild: Ralf Lienert

Niemand weiß, ob heuer in Deutschlands höchster Liga überhaupt gespielt wird. Wie die American Footballer der Comets damit umgehen.

06.06.2020 | Stand: 18:00 Uhr

Adi Hölzli wirkt mittlerweile schon fast ein wenig verzweifelt. Der Präsident der Allgäu Comets muss im Gespräch über mögliche Szenarien für die kommende Saison in der German Football League (GFL) bei vielen Fragen schmunzeln. Weil auch er keine Antworten darauf hat. „Wir warten weiter auf ein Signal. Der AFVD ist jetzt am Zug“, sagt Hölzli. Seit knapp zweieinhalb Monaten dauern die Querelen um den Spielbetrieb 2020 nun an. Vorgesehen ist nach wie vor eine komprimierte Saison von September bis November. Doch die Fronten zwischen dem American Football Verband Deutschland und den Vereinen der 1. und 2. Bundesliga scheinen inzwischen verhärtet zu sein. Hölzli sagt verärgert: „Die Vereine ziehen mehrheitlich an einem Strang, aber auf unsere Belange ist der Verband bislang noch nicht eingegangen.“

Ist der Lizenz-Spielbetrieb freiwillig?

Einer dieser Anträge der Klubs sieht vor, dass der AFVD für das Jahr 2020 die Spielordnung ändert. Die Teilnahme am lizenzierten Liga-Spielbetrieb soll den Mannschaften heuer freigestellt werden. Wer will, der darf. Das Problem: Bislang ist in den Statuten des Verbands unter anderem eine Strafe für Teams festgeschrieben, die nicht antreten. Hölzli: „Da zahlst du 13 000 Euro und musst zurück in die 3. Liga. Genau aus diesem Grund pochen wir darauf, dass diese Spielordnung abgeändert wird.“

Comets-Präsident spricht von Wettbewerbsverzerrung

Bei den Kemptenern wurde intern zuletzt viel diskutiert, um die richtige Marschrichtung für die Comets zu finden. Für Hölzli ist klar: „Wenn die Liga auf freiwilliger Basis stattfindet, würden wir nicht am Lizenz-Spielbetrieb teilnehmen.“ Die Gesundheit der Spieler habe Vorrang. Der Präsident bezweifelt, dass die Sportler bis zu einem möglichen Tag X zu 100 Prozent fit zu bekommen sind. Außerdem spricht er aufgrund unterschiedlicher Lockerungen der Corona-Maßnahmen in den Bundesländern von Wettbewerbsverzerrung. Hölzli sagt: „Ein fairer Vergleich ist nicht möglich. Während andere Mannschaften ab kommender Woche wieder mit Kontakt trainieren dürfen, mühen wir uns hier noch in Kleingruppen herum. Von einem normalen Training sind wir meilenweit weg.“

Auch die Comets-Frauen wissen noch nicht, wie es weitergeht. Freiwilliges Athletiktraining wird bereits angeboten – unter Beachtung der Hygieneregeln. Zum Spielbetrieb der 2. Bundesliga hat sich der AFVD aber bislang nicht geäußert. Die Jugend soll möglichst nach den Sommerferien wieder trainieren dürfen, die Cheerleader hingegen müssen wegen der geltenden Auflagen und erhöhter Infektionsgefahr für unbestimmte Zeit pausieren.