Laufsportwochen in Kempten

Kemptener Laufsportwochen: Nur einer war flinker als Alina Reh

Deutschlands Topläuferin Alina Reh (links) gewann die Halbmarathon-Wertung der Frauen bei den Kemptener Laufsportwochen. Tobias Franke vom Kemptener Laufsport-Saukel-Team wurde Zweiter hinter Martin Schmitz.

Deutschlands Topläuferin Alina Reh (links) gewann die Halbmarathon-Wertung der Frauen bei den Kemptener Laufsportwochen. Tobias Franke vom Kemptener Laufsport-Saukel-Team wurde Zweiter hinter Martin Schmitz.

Bild: Matthias Becker

Deutschlands Topläuferin Alina Reh (links) gewann die Halbmarathon-Wertung der Frauen bei den Kemptener Laufsportwochen. Tobias Franke vom Kemptener Laufsport-Saukel-Team wurde Zweiter hinter Martin Schmitz.

Bild: Matthias Becker

Die Seitz-Laufsportwochen in Kempten stoßen als Ersatz für den abgesagten Laufsporttag auf große Resonanz. Auch eine 69-Jährige ist jetzt Feuer und Flamme.
01.09.2020 | Stand: 12:17 Uhr

Organisator Joachim Saukel ist hochzufrieden. Die Laufsportwochen in Kempten, die den ursprünglich im April stattfindenden und wegen Corona abgesagten Laufsporttag abgelöst haben, sei alles andere als eine Notlösung gewesen. „Die Resonanz war super“, erzählt Saukel von zahlreichen Rückmeldungen aus Sportlerkreisen.

564 Läufer treten an - manche sogar öfter

564 Teilnehmer hätten auf der Strecke mit der installierten Zeitmessung über 800 Läufe absolviert. „Alle waren froh und dankbar, dass wir in diesen schwierigen Zeiten überhaupt eine Veranstaltung angeboten haben“, sagt der 55-Jährige, nachdem am Sonntagabend die gut zweiwöchige Veranstaltung zu Ende gegangen war. Auch mit dem neuen Wettkampf-Format, eine der drei Strecken entlang der Iller ganz allein in Angriff zu nehmen, sei gut angekommen. „Man hat schon gesehen, dass es viele Läufer gibt, die nicht so gern in der großen Masse laufen und stattdessen mal allein ihre Kilometer herunterschrubben“, sagt Saukel. Auch die Möglichkeit, eine Distanz bis zu fünf Mal innerhalb der 16 Tage zu bestreiten, habe eine erfreuliche Dynamik in die Ergebnisliste gebracht, die im Internet stets live abrufbar war. „Viele haben es ein zweites und drittes Mal probiert, den Konkurrenten vornedran doch noch zu unterbieten.“

Kemptener Michael Schmitz läuft Halbmarathon in 1:13:42

Apropos vornedran: Über die Halbmarathon-Distanz setzte sich der Kemptener Michael Schmitz gleich am allerersten Tag an die Spitze des Klassements.

Kemptener Michael Schmitz sicherte sich auf der Halbmarathon-Distanz mit 1:13:42 die Bestzeit der Männer bei den Laufsportwochen.
Kemptener Michael Schmitz sicherte sich auf der Halbmarathon-Distanz mit 1:13:42 die Bestzeit der Männer bei den Laufsportwochen.
Bild: Dirk Klos (Archiv-Foto)

Und seine Zeit von 1:13:42 Stunden sollte danach nicht mehr unterboten werden. Schmitz selbst probierte es auch noch weitere drei Mal, blieb aber jeweils deutlich unter seiner Bestzeit.

Topläuferin Alina Reh ist die schnellste Frau

Schmitz war damit auch der einzige Läufer, der schneller war als die deutsche Top-Athletin Alina Reh vom SSV Ulm. Ihre eher durchschnittliche Zeit von 1:17:51 Stunden, die sie mit den vielen Bergtouren begründete, die sie letzte Woche in Oberstdorf unternommen hatte, reichte dennoch zum überlegenen Gesamtsieg. Am Ende hatte die 23-Jährige über zehn Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierte Steffi Dopfer vom Laufsport-Saukel-Team. Reh hatte laut Saukel sogar überlegt, die Strecke am vergangenen Wochenende noch einmal und vor allem schneller zu laufen, doch die schlechten Wetterprognosen hätten sie davon abgehalten.

69-jährige Kemptenerin Gerda Möslang entdeckt das Laufen für sich

Nicht abhalten vom mäßigen Wetter ließ sich dagegen die 69-jährige Kemptenerin Gerda Möslang. Sie hatte erst vor ein paar Monaten das „flotte Spazierengehen mit kurzen Jogging-Passagen“ angefangen, bei einer Verlosung einen Startplatz für den 5000-Meter-Lauf gewonnen – und in den letzten Wochen „absolut Feuer gefangen“, auch mal gegen die Uhr zu laufen. „Es macht so viel Spaß – und ich tue was für meine Gesundheit“, strahlt die ehemalige Badminton-Spielerin vom Post-SV Kempten.

Gerda Möslang (69) aus Kempten hat kürzlich das Laufen für sich entdeckt. Bei den Laufsportwochen startet sie auf der 5000 Meter Distanz - beim fünften Mal knackt sie mit 45 Minuten die persönliche Bestzeit.
Gerda Möslang (69) aus Kempten hat kürzlich das Laufen für sich entdeckt. Bei den Laufsportwochen startet sie auf der 5000 Meter Distanz - beim fünften Mal knackt sie mit 45 Minuten die persönliche Bestzeit.
Bild: Ralf Lienert

Am späten Sonntagnachmittag, als der Regen kurz aufgehört hatte, zog sie sich das lila Badminton-Trikot aus grauer Vorzeit über, lief die Fünf-Kilometer-Strecke das fünfte und letzte Mal und schaffte in knapp 45 Minuten ihre persönliche Bestzeit. „Ich will jetzt auf jeden Fall dranbleiben“, sagt die vierfache Großmutter. Ein richtiges Rennen an der Seite von vielen Konkurrenten kann sie sich aber eher nicht vorstellen. „Allein vor sich hinlaufen und an nichts denken müssen, ist mir viel lieber als im Pulk zu laufen.“

Neuzugänge bei den Laufsportwochen freuen Organisator Joachim Saukel

Organisator Saukel freut sich über Neuzugänge wie Gerda Möslang oder die Kemptener Gruppe „Ladies’ Circle 19“, in der sechs junge Mütter teilweise mit dem Kinderwagen mitliefen. Falls Corona auch in den nächsten Monaten keine Großveranstaltungen zulassen, plant Saukel für den Silvesterlauf ein ähnliches Format. Dann rechnet er mit noch mehr Startern. „Der Termin jetzt kam ja sehr kurzfristig zustande, noch dazu in den Ferien. Deshalb bin ich mit der Beteiligung super zufrieden.“