Futsal

Kommentar: Futsal, ein Auslaufmodell - der DFB muss handeln

Der Futsal ist ein Auslaufmodell - weder Spieler noch Zuschauer kommen in die Hallen.

Der Futsal ist ein Auslaufmodell - weder Spieler noch Zuschauer kommen in die Hallen.

Bild: Julian Leitenstorfer

Der Futsal ist ein Auslaufmodell - weder Spieler noch Zuschauer kommen in die Hallen.

Bild: Julian Leitenstorfer

Unser Autor sieht in der Ablösung des "alten" Hallenfußballs durch den Futsal einen Fehler und fordert, die einst gestroffenen Entscheidungen zu überdenken.
06.11.2020 | Stand: 10:35 Uhr

Die Hallenfußball-Saison findet in diesem Jahr nicht statt. Das heißt, dass die Verbände in diesem Jahr auch nicht händeringend nach Mannschaften für ihre offiziellen Futsalturniere suchen müssen. Die Kritik an der einst so beliebten Indoorsportart wird zudem immer größer. Das Schiff Hallenfußball mit den Kapitänen DFB und BFV sowie seinem Motor Futsal droht zu versinken. Der Kurswechsel von 2014, den Fußballklubs ihren geliebten Budenzauber zu nehmen und durch Futsal zu ersetzen, war schlichtweg falsch. Das belegen nicht nur die geringen Zuschauerzahlen, sondern vor allem das Desinteresse der Vereine.

Fußballer brauchen Spaß - dazu gehört Hallenfußball

„Zurück zur Tradition“ müsste der neue Weg heißen, besonders bei den offiziellen Turnieren – dann werden die Hallen wieder voller und Verband sowie Spieler glücklicher. Und geht es bei Sportarten nicht genau darum? Der Spaß und die Freude der Amateurspieler und der Zuschauer.

Futsal mag seine Berechtigung haben, nicht umsonst wird er weltweit mit Erfolg praktiziert. Viele Weltstars sind damit aufgewachsen, ob Pelé, Ronaldinho oder Neymar. Doch ein Kreisligakicker hat nicht die Ambitionen, sich mit solchen Fußballern zu messen. Er will in der Halle auch mal aus 20 Metern aufs Tor bolzen.

Passionierte Futsalspieler sollen deutschlandweit weiterhin in ihren Ligen gegeneinander spielen dürfen. Doch zum einfachen, „normalen“ Hallenfußball gehört eben eine Rundumbande, große Tore und ein „normaler“ Ball! Das wünschen sich Spieler und Zuschauer.

Ist die Kursänderung bereits zu spät?

Ob die Kursänderung allerdings schon zu spät ist oder ob der traditionsreiche Sport wieder Fahrt aufnimmt, ist ungewiss. Eine komplette Umstellung auf den alten Hallenfußball scheint unmöglich, geht es beim DFB doch um viel Geld und Prestige. Allerdings sollte man Fehler eingestehen und im besten Fall nach Lösungen suchen. Eine Überlegung könnte es deshalb sein, eine zweigleisige Variante des Hallenfußballs anzubieten. Futsalspieler können weiter Futsal und die anderen wieder den alten Hallenkick bei offiziellen Turnieren durchziehen. Für ein Umdenken hätten die Verbände ja nun lange genug Zeit.