Nordische Kombination

Kurz vor der Heim-WM: Kombinierer Julian Schmid ist auf dem Vormarsch

Julian Schmid vom SC Oberstdorf ist auf dem Sprung unter die Besten der Welt. In der Nordischen Kombination verpasste er seinen ersten Podestplatz in Val di Fiemme nur um einen Wimpernschlag.

Julian Schmid vom SC Oberstdorf ist auf dem Sprung unter die Besten der Welt. In der Nordischen Kombination verpasste er seinen ersten Podestplatz in Val di Fiemme nur um einen Wimpernschlag.

Bild: Ralf Lienert

Julian Schmid vom SC Oberstdorf ist auf dem Sprung unter die Besten der Welt. In der Nordischen Kombination verpasste er seinen ersten Podestplatz in Val di Fiemme nur um einen Wimpernschlag.

Bild: Ralf Lienert

Julian Schmid aus Oberstdorf verpasst seinen erste Podest-Platzierung im Weltcup nur knapp. Was er über Rang vier in Val di Fiemme und den erfolgreichen Vinzenz Geiger sagt.
18.01.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Es war ein Wimpernschlag. Um nur drei Zehntelsekunden hat Julian Schmid am Wochenende das erste Weltcup-Podest seiner jungen Karriere verpasst. Bei den Wettbewerben der Nordischen Kombinierer in Predazzo, dem größten Dorf im italienischen Val di Fiemme, wurde der 21-Jährige vom SC Oberstdorf gemeinsam mit Johannes Rydzek (29) Vierter im Teamsprint. Dankbarer Vierter. Denn Schmid meint: „Es war schade und auch extrem knapp. Ich bin aber froh, dass ich überhaupt die Chance bekommen habe und starten durfte. Es war ein super Wettkampf, der mir extrem viel Spaß gemacht hat. Daher bin ich tatsächlich glücklich über Platz vier.“

Bundestrainer Hermann Weinbuch ist zufrieden mit Julian Schmid

Nach dem Springen waren Schmid und Rydzek noch Sechste, hatten 33 Sekunden Rückstand auf die Spitze. In der Loipe – jeder der beiden hatte 7,5 Kilometer zu absolvieren – holten die zwei Allgäuer auf. Schmid unterlag im Zielsprint zwar dem Finnen Eero Hirvonen, behauptete sich aber gegen den Norweger Joergen Graabak. Damit beeindruckte der 21-Jährige auch Bundestrainer Hermann Weinbuch. Der sagt: „Es war ein richtig schöner Wettkampf, sehr spannend. Die taktischen Vorgaben wurden erfüllt und der Endspurt wurde entschlossen durchgezogen.“

In der Qualifikation für das erste Einzel wird der Oberstdorfer disqualifiziert

Für Schmid war dieser vierte Platz nicht nur die Ankunft in der Weltspitze, sondern auch eine ganz persönliche Genugtuung nach einem verpatzten Auftakt in Predazzo. Denn der Oberstdorfer wurde schon nach dem provisorischen Qualifikationssprung für den ersten Einzel-Wettkampf disqualifiziert – weil sein Anzug nicht den Regeln entsprach. Rydzek wurde nicht einmal zum Sprung zugelassen, weil auch sein Anzug zu weit war. Schmid blickt inzwischen recht gelassen zurück: „Das war natürlich extrem bitter, denn ich wäre sehr gerne gestartet. Aber man bewegt sich mit den Anzügen sowieso ständig am Limit. Und der Körper verändert sich über eine Saison ja auch.“ Er hat’s schnell abgehakt. Zum Abschluss durfte er doch noch im Einzel ran, dem zweiten an diesem Wochenende. Schmid kam auf den 31. Platz und haderte vor allem mit seinem Sprung auf 93 Meter, der ihm über eine Minute Rückstand in der Loipe bescherte. „Auf der Schanze war noch Luft nach oben. Aber ich habe generell gesehen, dass ich mithalten kann. Das macht mich zuversichtlich für den nächsten Weltcup in Lahti“, sagt der Oberstdorfer selbstbewusst.

Vor der Heim-WM sagt Schmid: "Ich mache mir keinen Druck"

Knapp fünf Wochen vor Beginn der Heim-Weltmeisterschaft liegt sein Fokus tatsächlich zunächst darauf, weiter Wettkampf-Praxis auf internationalen Niveau zu sammeln. Schmid meint: „Ich mache mir wegen der WM keinen Druck. Ich würde schon gerne starten, aber wir haben eine extrem starke Mannschaft. Da ist es schwierig, sich einen WM-Platz zu erkämpfen.“

Vinzenz Geiger vom SC Oberstdorf ist weiter in Top-Form

Sein Mannschaftskollege Vinzenz Geiger muss sich darüber keine Sorgen machen. Er ist derzeit Deutschlands bester Kombinierer und kam auch in Predazzo wieder aufs Podest. In den beiden Einzeln wurde er jeweils Dritter, in der Weltcup-Gesamtwertung ist er Zweiter hinter Überflieger Jarl Magnus Riiber aus Norwegen. Schmid schwärmt von Geigers Qualitäten: „Er hat speziell im Sprungbereich noch eine Schippe draufgelegt. Es macht richtig Spaß, ihm zuzuschauen. Und im Laufen war er eh schon eine Macht. Von ihm kann ich mir vor allem die Lockerheit abschauen, mit der er an die Sache rangeht.“

Deutschlands Kombinierer führen in der Nationenwertung vor Norwegen

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