Fußball

Nach langer Pause: Schiedsrichter treffen sich wieder

Nach mehr als sechs Monaten Corona-Zwangspause fand nun in Woringen wieder eine Versammlung der Schiedsrichtergruppe Memmingen statt.

Nach mehr als sechs Monaten Corona-Zwangspause fand nun in Woringen wieder eine Versammlung der Schiedsrichtergruppe Memmingen statt.

Bild: Kurt Kraus

Nach mehr als sechs Monaten Corona-Zwangspause fand nun in Woringen wieder eine Versammlung der Schiedsrichtergruppe Memmingen statt.

Bild: Kurt Kraus

Bei ihrem ersten Treffen seit der Corona-Krise diskutierte die Schiedsrichtergruppe Memmingen über Themen - von A(bseits) bis Z(uschauer).

Nach mehr als sechs Monaten Corona-Zwangspause fand nun in Woringen wieder eine Versammlung der Schiedsrichtergruppe Memmingen statt.
Von Kurt Kraus
08.09.2020 | Stand: 10:23 Uhr

Es sind schon allerhand Feinheiten, die ein Schiedsrichter bei der Auslegung der Fußball-Regeln, insbesondere beim Abseits und beim Handspiel, beachten soll. Deutlich wurde dies bei der Versammlung der Schiedsrichtergruppe Memmingen, die sich nach mehr als sechs Monaten Corona-Pause erstmals wieder im Saal des Gasthauses „Schwarzer Adler“ in Woringen zusammenfand. Obmann Klaus Theil hatte zu der Pflichtversammlung geladen. Aktuell gehören der Gruppe Memmingen 110 Schiedsrichter an, darunter 77 Aktive. Immerhin 51 kamen nun nach Woringen.

 

Regeländerungen im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt stand ein Vortrag des 29-jährigen Bezirksliga-Schiedsrichters Stefan Haas (BSC Memmingen). Er erläuterte anhand zahlreicher Folien, wie die zuletzt vom International Football Association Board (IFAB) beschlossenen Regeländerungen auszulegen sind. Zuletzt gab es einige Neuerungen beim Handspiel, beim Abseits, beim Strafstoß sowie beim Elfmeterschießen. Wer während der regulären Spielzeit mit Gelb-Rot oder Rot ausgeschlossen worden sei, könne nicht an einem Elfmeterschießen teilnehmen. Anders verhalte es sich im Jugendbereich.

Haas: „Wer beim Schlusspfiff eine Zeitstrafe absitzt“, dürfe einen Elfer schießen. Begehe der Torhüter beim Strafstoß ein Vergehen, sei er zunächst zu ermahnen. Erst beim zweiten Regelverstoß sei er mit der Gelben Karte zu verwarnen. Unterbreche hingegen der Schütze unerlaubt die Ausführung des Strafstoßes, sei er sofort zu verwarnen – und der Elfer gelte als verschossen.

Haas erläuterte seinen Kollegen unter anderem, dass ein Handspiel nur dann vorliege, wenn der Ball den Arm unterhalb der Achselhöhle berühre. Gehe der Ball also eindeutig an die Schulter des Spielers, liege kein Handspiel vor. Anhand einer ganzen Reihe von Video-Sequenzen zeigte Haas auf, warum auch nach einem unabsichtlichen Handspiel unmittelbar danach kein Tor mehr erzielt werden könne.

 

Raunen geht durch den Saal

Immer wieder einmal ging ein leises Raunen durch den Saal. Manche Szene hätte der eine oder andere Anwesende offenbar ein wenig anders ausgelegt. Zahlreiche Fragen ergaben sich, als Haas den neuen Elektronischen Spielbericht (ESB) vorstellte. „Inhaltlich hat sich nichts geändert“, versicherte Haas, lediglich das Layout sei nun etwas anders. Theil ergänzte: „Sorgt dafür, dass der Heimverein das Ergebnis meldet.“ Der Spielberichtsbogen könne auch am nächsten Tag in aller Ruhe ausgefüllt werden. Theil wies darauf hin, dass die Testspiele grundsätzlich ohne Assistenten durchgeführt würden. Auch wenn laut Theil höherklassige Vereine ihre Kräfte messen, müssten Linienrichter extra angefordert werden.

Gar nicht gut fand der Obmann, dass man trotz des Verbots des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) derzeit immer wieder zahlreiche Zuschauer an den Plätzen sehe. Aber, so Theil: „Das Thema Zuschauer soll uns nicht interessieren.“ Viel wichtiger sei ihm, dass die Schiedsrichter mit Mund-Nasen-Schutz anreisten und diese bis zum Betreten der Umkleidekabine aufbehielten.

Vor Spielbeginn gibt es „kein Einlaufen, kein Händeschütteln“, machte Theil noch einmal deutlich. Ob auch alle, die sich während des Spiels in der Coaching-Zone aufhielten, genügend Abstand zueinander hielten oder eine Maske trügen, sei hingegen nicht vom Schiedsrichter zu prüfen, sagte Theil.

 

Schafkopf-Turnier geplant

Theil freute sich, dass die Schiedsrichter Lukas Häring, Emre Sensoy und Peter Skipor den Leistungstest in Kempten erfolgreich absolviert hätten. Während alle anderen Treffen der Schiedsrichtergruppe ausgefallen oder abgesagt worden seien, wolle man am Schafkopf-Turnier nach Möglichkeit festhalten. „Wenn es die Corona-Lage zulässt“, so Theil, wolle man Anfang Oktober miteinander karteln.