Lockdown in Deutschland

Profisport nicht vom Lockdown betroffen: "Froh, spielen zu dürfen"

Die Stadien sind leer - aber die Mannschaften dürfen zumindest spielen.

Die Stadien sind leer - aber die Mannschaften dürfen zumindest spielen.

Bild: Alexandra Hartmann

Die Stadien sind leer - aber die Mannschaften dürfen zumindest spielen.

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Geschäfte und Schulen machen dicht, der Profisport darf sein volles Programm abspulen. Was im Frühjahr für viele ein Politikum darstellte, ist normal geworden.
Die Stadien sind leer - aber die Mannschaften dürfen zumindest spielen.
dpa
13.12.2020 | Stand: 14:44 Uhr

Zumindest der Profisport darf weitermachen wie zuletzt. Während weite Teile des öffentlichen Lebens in Deutschland ab Mittwoch zum zweiten Mal in diesem Jahr drastisch heruntergefahren werden, wird zum Beispiel die Bundesliga anders als im Frühjahr und trotz Corona-Pandemie planmäßig fortgeführt. Dies geht aus dem Beschluss der Bund-Länder-Runde mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag hervor, in dem der Profisport nicht explizit erwähnt wird. Auch bei der anschließenden Pressekonferenz waren Fußball, Handball und Co., die seit dem Teil-Lockdown Anfang November ohnehin vor leeren Zuschauerrängen stattfinden, kein Thema.

Vom Sport zunächst immer wieder erhoffte Lockerungen in der Zuschauerfrage sind dementsprechend auch bis mindestens zum 10. Januar vom Tisch, waren angesichts der Gesamtlage aber ohnehin illusorisch. Die Bosse der Fußball-Bundesliga sind trotz riesiger finanzieller Verluste ohne Publikum dankbar, dass auch in der aktuellen Zeit weiter gespielt werden darf. "Wir sind alle froh, dass wir Fußball spielen dürfen. Es ist für alle viel, klar. Aber wir dürfen spielen", sagte Gladbachs Trainer Marco Rose.

Corona trifft Clubs trotzdem

Die Aussagen von Borussia-Manager Max Eberl im ZDF-"Sportstudio", wonach der Sport bislang keine Signale für einen erneuten Stop erhalten habe, bestätigten sich am Sonntag. Dass Kanzlerin Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) den Sport in ihrer Pressekonferenz am Sonntagvormittag mit keinem Wort nannten, war diesmal ein Segen. Während man im Frühjahr noch sehnlich Signale für eine Fortsetzung erwartete, ist man nun solange froh, wie alles nach Plan weitergehen kann.

Dass die nun schon neun Monaten dauernde Krise trotzdem großen Einfluss auf die Zukunft der Profiligen und Sportvereine nimmt, ist unbestritten. "Das wird massive Spuren in den Bilanzen der Clubs hinterlassen", hatte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am vergangenen Montag bei der Mitgliederversammlung der 36 Proficlubs vorausgesagt. Neben den Zuschauereinbußen nannte Seifert einen Einbruch der Summen auf dem Transfermarkt sowie rückläufige Sponsorenleistungen als Kern der Corona-Problematik für Proficlubs.

Das gilt für den Jugend- und Amateursport

Die Vereine der Fußball-Bundesliga verlieren zwar mit den Geisterspielen riesige Summen, sind wegen der TV-Gelder aber darauf angewiesen, zumindest vor leeren Rängen spielen zu dürfen. Den Verlust an Zuschauergeldern bezifferte Seifert auf insgesamt "etwa 650 Millionen Euro" in dieser Spielzeit. Die Risiken seien deutlich größer, "als das bisher von dem einen oder anderen Club wahrgenommen wird", verdeutlichte Seifert. "Diese Erkenntnis wird sehr bald ankommen."

Im Frühjahr war die Bundesliga ab Mitte März für mehr als zwei Monate unterbrochen worden, bevor es in leeren Arenen und mit Hygienekonzept weiterging. Andere Sportarten wie Eishockey oder Handball brachen ihre Saison komplett ab und pausierten wesentlich länger. Seit dem Teil-Lockdown Anfang November sind in Deutschland nicht nur Zuschauer beim Profisport untersagt, sondern auch der gesamte Amateur- und Juniorensport. Auch dies gilt zunächst unverändert weiter bis zum 10. Januar.