Durchwachsene Saison

Segler warteten oft vergeblich auf ihre "Traum-Kombi"

Das Allgäu bietet für Segler wunderbare Reviere (wie hier den Forggensee). Doch die "Traum-Kombi" mit kräftigem Wind und Sonne war 2016 nicht ganz so ausgeprägt.

Das Allgäu bietet für Segler wunderbare Reviere (wie hier den Forggensee). Doch die "Traum-Kombi" mit kräftigem Wind und Sonne war 2016 nicht ganz so ausgeprägt.

Bild: Uwe Claus

Das Allgäu bietet für Segler wunderbare Reviere (wie hier den Forggensee). Doch die "Traum-Kombi" mit kräftigem Wind und Sonne war 2016 nicht ganz so ausgeprägt.

Bild: Uwe Claus

Eine durchwachsene Segelsaison 2016 hatten Allgäuer Segler – im Wettkampf- und im Breitensport vor Ort. Klar, zuvorderst benötigen Wassersportler nur Wind. Und das reichlich. Der bringt den Druck in die Segel, Geschwindigkeit und lässt das Boot über die Wellen gleiten. Doch wie bei anderen Sportarten macht die Bewegung im Freien besonders Spaß, wenn dazu die Sonne lacht. An der Kombination haperte es 2016 zu oft.
29.01.2021 | Stand: 00:42 Uhr

Gewiss gab es schöne Segeltage mit Sonne und Wind, doch gerade im Frühsommer bestimmten häufig schlechtes Wetter und nur laue Lüftchen die Situation. Auch im Leistungssport gibt es lachende und weinende Augen: lachend, weil es mit Philipp Buhl (Sonthofen) ein Allgäuer Segler zu den olympischen Spielen nach Rio geschafft hat – eine sensationelle Leistung. Und traurig, weil es für ihn ohne Medaille wieder heimging.

Der Allgäuer Segler Nummer eins: Philipp Buhl (vorn) nahm 2016 an den Olympischen Spielen in Rio teil.
Der Allgäuer Segler Nummer eins: Philipp Buhl (vorn) nahm 2016 an den Olympischen Spielen in Rio teil.
Bild: Carsten Rehder, dpa

Segeln – das verbindet mancher mit gekühlten Drinks auf Yachten vor blau-weißer Kulisse. Tatsächlich ermöglicht es die große Vielfalt an Bootstypen, das Segeln sehr individuell zu gestalten. Luxuriös oder eben hoch sportlich, als ausgleichender Freizeitsport oder bis an die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit. Was Segler wirklich schätzen: Etwas Fitness vorausgesetzt, ist der Wassersport von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter möglich. Und es gibt sogar eine eigene Bundesliga, bei der der Lindauer Segelclub in der ersten Liga mitmischt.

Auch etliche Allgäuer Segler messen sich bei hochrangigen Wettkämpfen, einige auch international. Ein Streifzug durch einige Klassen:

Ausnahmetalent ist allen voran der Allgäuer Olympia-Teilnehmer Philipp Buhl (Segelclub Alpsee-Immenstadt) in der Klasse „Laser Standard“, der 2016 erneut die Kieler Woche gewann - bei einer 111 Boote starken Konkurrenz. Den nächsten Weltcup-Sieg seiner Karriere konnte er nach einem hochspannenden Wettbewerb im französischen Hyères feiern. Achter wurde er bei der WM im mexikanischen Nuevo Vallarta, 13. bei der EM in Gran Canaria (Spanien).

Aufstrebende Talente: Johannes und Anton Sattler.
Aufstrebende Talente: Johannes und Anton Sattler.
Bild: Alexander Berndt

Zu den erfolgreichen Allgäuer Wettkämpfern zählen auch Johannes und Anton Sattler (Segelclub Füssen Forggensee) im „29er“ – einer kenterfreudigen, vor allem von Jugendlichen gesegelten Skiff-Klasse. Sie holten beispielsweise Silber bei der Jugendmeisterschaft der 29er in Radolfzell (Bodensee) und machten den sechsten Platz bei der renommierten Kieler Woche (13 Nationen am Start). Bei der Deutschen Meisterschaft wurden sie 13.; beim Europa-Cup im französischen Cavalaire segelten sie unter 101 Booten auf Platz 20. Nur die WM in den Niederlanden lief für sie nicht so gut: Platz 60 von 228.

Bei der WM der Katamaran-Klasse „Tornado“, die der Lindauer Segel-Club am Bodensee ausrichtete, wurden Bob und Marc Baier (Segelclub Füssen Forggensee) als bestes deutsches Team Vierte. Silber holte das griechisch-deutsche Team Maria Tsaousidou/Marc Baier bei der Tornado-Europameisterschaft in Italien. Bei der A-Kat-WM in den Niederlanden errang Bob Baier den achten Platz.

Platz fünf machten bei der Deutschen Meisterschaft im „Kielzugvogel“ Herbert und Elisabeth Kujan (Segelclub Füssen Forggensee).

Wiederum der Segelclub Alpsee-Immenstadt dominiert im Allgäu in den Jugendklassen „Laser Radial“ und „Laser 4.7“ (sie unterscheiden sich vom olympischen Standard-Laser nur durch die Segelgröße): Vom SCAI stammen die Bayrische Jugendmeisterin im „Laser Radial“, Christin Hoffmann, und ihr Bruder Julian Hoffmann, Deutscher Jugendmeister U16 im „Laser 4.7“ und Vize-Meister in der Gesamtwertung. Beim Europa-Cup der Warnemünder Woche und der YES (Young European Sailings) in Kiel-Schilksee belegte Julian Hoffmann jeweils Platz acht. Beim Laser Youth Easter Meeting in Italien wurde er 15. - und erneut bester Segler des Jahrgangs 2002 und jünger.


Überblick über die Segelreviere und BSV-Segelvereine im Allgäu:

Bad Wörishofener See
Bad Wörishofener Segelclub www.bwsc-ev.de

Bärensee

Seglergemeinschaft Bärensee www.seglergemeinschaft-baerensee.de

Forggensee
Osterreiner Segelclub www.osterreiner-segelclub.de
Segelclub Brunnen Forggensee www.scbf.de
Segelclub Füssen Forggensee www.scff.de
Segelclub Schwangau www.segelclub-schwangau.de
Seglergemeinschaft Dietringen www.sgd-segeln.de
Segelfreunde Marktoberdorf www.sf-mod.de
Wassersportgruppe Kaufbeuren www.wsgkaufbeuren.de

Großer Alpsee
Bühler Segelfreunde Immenstadt www.buehlersegelfreunde.de
Segelclub Alpsee-Immenstadt www.scai.bayern
Segelclub Trieblings-Immenstadt www.scti.de

Niedersonthofener See
Segelclub Kempten Niedersonthofener See www.sckn.de
Segelclub Niedersonthofen www.scni-segeln.de

Rottachsee
Segelclub Petersthal www.sscp-rottachsee.com
Segel- und Surfgemeinschaft Rottachsee www.ssg-rottachsee.de