Silvesterlauf in Kempten

Silvesterlauf in Kempten: 13 Tage Wettkampf statt Massenstart

Ein Bild, das aus heutiger Sicht nur noch schwer denkbar ist: Bei den Silvesterläufen der vergangenen Jahre drängten sich mehr und mehr Teilnehmer an den Start. Heuer läuft es anders.

Ein Bild, das aus heutiger Sicht nur noch schwer denkbar ist: Bei den Silvesterläufen der vergangenen Jahre drängten sich mehr und mehr Teilnehmer an den Start. Heuer läuft es anders.

Bild: Matthias Becker (Archivfoto)

Ein Bild, das aus heutiger Sicht nur noch schwer denkbar ist: Bei den Silvesterläufen der vergangenen Jahre drängten sich mehr und mehr Teilnehmer an den Start. Heuer läuft es anders.

Bild: Matthias Becker (Archivfoto)

Trotz der schwierigen Bedingungen können Sportler beim Kultrennen an den Start gehen. Wie die Organisatoren ein krisenfestes Konzept entwickelt haben.
17.10.2020 | Stand: 10:38 Uhr

Im vergangenen Jahr brachten über 2000 Teilnehmer beim Kemptener Silvesterlauf das Illerstadion zum Beben. Zu gerne hätten die Veranstalter mit dem AÜW als neuem Titelsponsor in diesem Jahr eine Schippe draufgelegt und noch mehr Läufer auf die Strecke gebracht. Bekanntlich ist in diesem Jahr alles anders. Für das Organisationsteam rund um Joachim Saukel stand jedoch frühzeitig fest: Der Silvesterlauf darf nicht ausfallen.

Silvesterlauf nach Vorbild der Seitz Laufsportwochen

So entstand nach dem Vorbild der Seitz Laufsportwochen – ebenfalls von Saukel ins Leben gerufen – ein bundesweit einzigartiges Format für den AÜW/Georg-Hieble-Silvesterlauf. Innerhalb von dreizehn Tagen, von 25. Dezember bis 6. Januar, können die Teilnehmer ihren Lauf auf einer vorgegebenen Strecke unter Wettkampfbedingungen bis zu fünf Mal absolvieren. Angeboten wird der „AÜW Zehn-Kilometer-Lauf“ und der „Laufsport Saukel Fünf-Kilometer-Lauf“.

„Wir unterscheiden uns mit unserem Konzept deutlich von den vielen virtuellen Läufen, die es derzeit überall gibt“, erklärt Saukel, Cheforganisator des Silvesterlaufs. Die Teilnehmer erhalten demnach mit der Anmeldung eine echte Startnummer mit Transponder. Über die Zeitnahme-Technik auf der Strecke wird ihr Lauf damit automatisch erfasst. „Es wird keine gesonderte App benötigt, genauso wenig müssen GPS-Daten selbst hochgeladen werden“, betont Saukel.

Unter diesen Voraussetzungen könne echtes Wettkampf-Feeling entstehen, sagt der erfahrene Marathonläufer weiter. Denn die Läufe seien aufgrund der vorgegebenen Strecke absolut vergleichbar. In der Live-Ergebnisliste sei jederzeit einsehbar, wo sich der Teilnehmer aktuell auf der Rangliste befindet.

Einen zusätzlichen Reiz soll dieses Format durch die Möglichkeit entwickeln, die gewählte Strecke bis zu fünfmal zu absolvieren. Damit bleibe der Wettkampf bis zum letzten Tag spannend, denn jeder Läufer hat bis zum Schluss die Chance, noch eins draufzulegen. „Tatsächlich hat sich bei den Seitz Laufsportwochen im Sommer erst am letzten Wettkampftag die endgültige Zusammensetzung auf dem Stockerl entschieden“, erzählt Saukel. Das Organisationsteam sei schon gespannt, welche Taktik sich die schnellen Läufer für den Silvesterlauf zurechtlegen.

Silvesterlauf in Kempten: Start ist im Illerstadion

Die Strecke ist angelehnt an die bekannte Silvesterlaufroute: Sie verläuft ausgehend vom Illerstadion in Kempten in nördlicher Richtung, bevor es nach dem vorgegebenen Wendepunkt am Seggersbogen auf gleichem Weg zum Ausgangspunkt zurückgeht. Die Teilnehmer des Zehn-Kilometer-Laufs absolvieren die Runde nach einer zweiten Wende im Illerstadion ein weiteres Mal.

Die Organisatoren des AÜW/Georg-Hieble-Silvesterlaufs freuen sich, eine Wettkampf-Alternative anbieten zu können, die mit den derzeit gebotenen Hygieneauflagen zu vereinbaren ist.

Dadurch, dass der Zeitraum auf dreizehn Tage ausgeweitet wird, lassen sich die Sicherheitsabstände selbst bei besonders vielen Teilnehmern ohne Probleme einhalten. Alle Sportler müssen sich bei ihrer Anmeldung zudem dazu verpflichten, bei ihrem Lauf die Bestimmungen aus den Corona-Verordnungen einzuhalten.

„Wir möchten den Läufern trotz aller Widrigkeiten zum Jahresabschluss ein schönes Lauferlebnis bieten und vielleicht auch einen kleinen Motivationsanker für die nächsten Wochen schaffen“, erklärt Saukel. Bekanntlich sei Bewegung an der frischen Luft wichtig, um die Abwehrkräfte zu stärken.