Ski-Weltcup in Val d’Isère

Ski Alpin am Wochenende: Zwei Allgäuer starten beim Super-G

Weltcup in Beaver Creek

In den technischen Disziplinen hat die Weltcup-Saison 2020/2021 längst begonnen. Am Wochenende starten auch die beiden Allgäuer Speed-Spezialisten Andreas Sander (Foto) und Manuel Schmid in den Winter.

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In den technischen Disziplinen hat die Weltcup-Saison 2020/2021 längst begonnen. Am Wochenende starten auch die beiden Allgäuer Speed-Spezialisten Andreas Sander (Foto) und Manuel Schmid in den Winter.

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Für die Abfahrer geht der Winter am Wochenende in Val d’Isère los. Was sich die beiden Allgäuer Andreas Sander und Manuel Schmid für die Rennen vornehmen.
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Von Bernd Schmelzer
11.12.2020 | Stand: 12:30 Uhr

Endlich. Die beiden Allgäuer atmen tief durch. Endlich geht es los. Der Weltcup-Zirkus der Alpinen ist schon seit einigen Wochen unterwegs. Aber jetzt dürfen auch die Speed-Spezialisten ran. „Wir sind top vorbereitet“, sagt Andreas Sander. „Der Trainer hat sogar gesagt, er hätte noch nie eine bessere Vorbereitung erlebt“, fügt Manuel Schmid hinzu. Man merkt: Die beiden Allgäuer, der Burgberger Sander und der Fischinger Schmid, brennen auf die ersten Rennen.

Schmid und Sander von Verletzungen geplagt

Wenn am Wochenende Abfahrt und Super-G im französischen Val d´Isère ausgetragen werden, liegt ein langer Sommer hinter Sander und Schmid. Ein ereignisreicher obendrein. Der 31-jährige Burgberger hatte sich kurz vor dem Saisonfinale in Hinterstoder noch das rechte Syndesmoseband gerissen. „Beim Training in Zermatt ist mir dasselbe Missgeschick dann erneut passiert. Dieses Mal allerdings auf der linken Seite“, erzählt Sander – und muss dabei schon fast ein bisschen schmunzeln.

Manuel Schmid (27) hat derweil seinen Mittelhandbruch auskurieren können, zugezogen vor rund einem Jahr („ich fahre jetzt mit einer Platte in der Hand“) und „nebenbei“ eine Art Pilotenschein gemacht. „Diese spezielle Fluglizenz ist die Voraussetzung, um alleine einen Gleitschirm fliegen zu dürfen“, erzählt er nicht ohne Stolz. Das Motto seines Berg-Sommers: rauf laufen und runter fliegen. Schmid: „Mal was anderes und es passt sehr gut in den Trainingsplan.“

Vorbereitung in den USA

Dem deutlich späteren Saisonstart können beide nur Positives abgewinnen. „Das hat für Ruhe gesorgt, da man teilweise ja doch nicht wusste, was eine Woche später passiert“, erklärt Sander die coronabedingt phasenweise unübersichtliche Planung. Einen längeren Trainingsblock in Copper Mountain/USA gab es dennoch. Zweieinhalb Wochen lang.

Sander sagt: „Die Reise dorthin war etwas komplizierter, aber für uns Deutsche wäre es sonst extrem schwierig geworden, in Europa Speed zu trainieren. Die Beschränkungen wurden im November nochmal strenger. Viele andere Nationen wie Schweiz, Österreich oder Italien können alle in ihrem eigenen Land trainieren, was wir nur im Winter können.“

Alle drei bis vier Tage einen Corona-Test

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Deshalb habe man sich andere Möglichkeiten überlegen müssen. „Wir haben uns selbst verpflegt, sind mehr oder weniger nur zum Sport ins Freie gegangen und sind alle drei bis vier Tage getestet worden“, berichtet Schmid. Er hat, genau wie Sander, versucht, dem Virus vorwiegend im Allgäu aus dem Weg zu gehen. „Viel an der frischen Luft sein und gesund ernähren, das baut die Abwehrkräfte auf. Das war mir wichtig für meine Familie in den vergangenen Monaten“, meint Sander. Kontakte habe er vermieden. So gut es eben ging.

Auftakt in den Hochsavoien

Nun geht es in Hochsavoien also richtig los. Der viel zitierte „gute Auftakt“ ist wichtig. Keine allzu schwere Strecke, „das ist auch richtig so für das erste Rennen“, erklärt Sander. Schließlich weiß keiner ja so ganz genau, wo er steht. Sonntagmittag sind dann alle schon ein wenig schlauer.

In Val d’Isère war der Weltcup-Tross 2016 zum letzten Mal zu Gast. Die Abfahrt gehörte in der Vergangenheit zu den Klassikern. Bundestrainer Christian Schwaiger sagt: „Wir freuen uns sehr. Die Strecke ist sehr interessant – vor allem, wenn sie vom Originalstart und damit auf kompletter Länge gefahren werden kann.“

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