Snowboardcross-WM in Schweden

Snowboardcross-WM: Diese Athleten vom Oberstdorfer Bundesstützpunkt sind dabei

Am 11. Februar startet die Snowboardcross-WM in Idre Fjäll in Schweden.

Am 11. Februar startet die Snowboardcross-WM in Idre Fjäll in Schweden.

Bild: Symbolbild, Patrick Seeger, dpa

Am 11. Februar startet die Snowboardcross-WM in Idre Fjäll in Schweden.

Bild: Symbolbild, Patrick Seeger, dpa

Die Crossfahrer vom Oberstdorfer Bundesstützpunkt starten bei der Weltmeisterschaft in Schweden mit guten Chancen. Was sich Trainer David Speiser ausrechnet.
Am 11. Februar startet die Snowboardcross-WM in Idre Fjäll in Schweden.
Von Dieter Haug
09.02.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Schwer gebeutelt hatte es diesen Winter die Spitzenathleten der deutschen Snowboardcross-Szene (SBX). Dreimal sollten sie in die Weltcup-Saison starten, dreimal wurden die Rennen kurzfristig abgesagt. Erst Ende Januar durften sie in Chiesa/Valmalenco (Italien) auf die Piste. Gleichzeitig bedeutete dieses Rennen die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im schwedischen Idre Fjäll, die an diesem Dienstag mit der Qualifikation beginnt und bis Freitag dauert.

Wer bereits vor der Quali gesetzt war

Für die WM gesetzt waren bereits vor der Qualifikation die Routiniers und Medaillenanwärter Paul Berg (29, SC Konstanz) und Martin Nörl (27, DJK-SV Adlkofen) sowie als einzige Frau Jana Fischer (21, SC Löffingen). Alle drei Athleten haben ihre neue Heimat im Oberallgäu gefunden, befindet sich doch der Bundesstützpunkt des deutschen Snowboardverbands (SNBGER) in Oberstdorf. Zum deutschen WM-Team, das am vergangenen Freitag in Mittelschweden eingetroffen ist, zählen darüber hinaus Leon Beckhaus (21, SC Miesbach) und der Schwarzwälder Umito Kirchwehm (20, SC Altglashütten) sowie Ersatzmann Sebastian Pietrzykowski (22, WSV Ebingen), der ebenfalls in Oberstdorf eine Bleibe gefunden hat. Betreut werden die Snowboard-Crosser von Bernard Loer (40), Andreas Fischle (28) und dem einzigen „echten“ Allgäuer im Team, David Speiser (40) aus Oberstdorf, selbst ehemaliger Snowboardprofi.

Wie der Wettbewerb abläuft

Anders als beim Parallelslalom der Snowboard-Racer fahren die Crosser in Viererteams gegeneinander. Doch vor den Finalläufen bei der WM (Donnerstag Einzel, Freitag Team) gilt es, die Qualifikation zu schaffen, die einzeln auf Zeit gefahren wird. Die besten 16 Frauen und die besten 32 Männer erreichen das Finale. Leon Beckhaus erklärt: „Ab den Heats, spätestens ab dem Viertelfinale, herrschen dann andere Gesetzte. Da kann viel passieren. Ich denke, die Strecke wird sehr schnell – und vor allem lang. Da braucht man gute Kondition.“ Ähnlich sieht es Teamkollege Umito Kirchwehm. Der WM-Debütant hat mit der Teilnahme ein großes Ziel in seiner zweiten kompletten Weltcupsaison erreicht: „Heats fahren ist wie Karten spielen, in denen man ein gewisses Blatt in der Hinterhand hat und taktisch agieren muss. Bleibe ich hier im Windschatten? Soll ich da überholen? Man kann sich viel vornehmen, aber am Ende muss man in der Situation intuitiv entscheiden. Und in jedem Heat werden die Karten neu gemischt.“

Wer die einzige deutsche Starterin ist

Einzige deutsche Starterin ist Jana Fischer, die in Fischen lebt. Die 21-Jährige reist zu ihrer zweiten Weltmeisterschaft. Zwischen dem Großereignis 2019 in Utah (USA) und heute ist sie jedoch kaum bei offiziellen Rennen am Start gestanden. Die vergangene Saison musste sie wegen einer Schulterverletzung komplett sausen lassen – und das Comeback beim einzigen Weltcup in diesem Winter lief alles andere als nach Wunsch. Nach starken Trainings- und Qualifikationszeiten stürzte sie in beiden Rennen kurz nach dem Start und schied aus. „Das war reine Kopfsache. Gut, dass es vor der WM schiefgegangen ist. Den Fehler mache ich bestimmt kein drittes Mal. Bei der WM kann es nur besser werden, und hoffentlich kann ich dann zeigen, was ich kann“, sagt die Juniorenweltmeisterin von 2019, die für den Teamwettbewerb gesetzt ist. Der zweite Teilnehmer wird nach dem Einzelrennen nominiert.

Dass sich die Deutschen im internationalen Vergleich trotz starker Konkurrenz aus Italien, Österreich, Frankreich und den USA nicht zu verstecken brauchen, betont Disziplintrainer David Speiser, der selbst aktiv von 2002 bis 2014 im Weltcupzirkus unterwegs war. „Die konstant guten Ergebnisse von Paul Berg und Martin Nörl sprechen für sich und sind Motivation für die Nachwuchsathleten, es ihnen gleichzutun. Alle sind heiß, jetzt endlich zu performen, und unsere Erfolgskurve zeigt seit einigen Jahren stets nach oben.“

Anreise und Hotelbuchung mit Hindernissen

Ursprünglich sollte die Weltmeisterschaft als vorolympischer Test in Peking stattfinden, wurde aber wegen Corona und der damit verbundenen Quarantänebestimmungen nach Schweden verlegt. „Die Anreise und die Hotelbuchungen nach Idre Fjäll machten zwar einige organisatorische Kopfstände erforderlich“, sagt Speiser, „aber die perfekten Wetter- und Schneebedingungen hier zeigen, dass nun alles stimmig ist.“