Eishockey ESV Kaufbeuren

„Die Mannschaft hat wahnsinnigen Charakter“ - sagt der neue Trainer über den ESVK

ESVK - Frankfurt

Wichtiger Mann: Florian Thomas schoss am Dienstagabend das entscheidende Tor gegen die Heilbronner Falken.

Bild: Mathias Wild (Archivfoto)

Wichtiger Mann: Florian Thomas schoss am Dienstagabend das entscheidende Tor gegen die Heilbronner Falken.

Bild: Mathias Wild (Archivfoto)

Mit dem neuen Trainer Tray Tuomie gelingt dem ESV Kaufbeuren der erste Sieg in der laufenden Saison. Die Joker erkämpfen ein dramatisches 4:3 in Heilbronn.
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Von Stephan Sonntag
13.10.2021 | Stand: 16:30 Uhr

Die letzte Minute veranschaulichte das Spiel treffend. Mit allem was sie hatten, stemmten sich die Kaufbeurer am Dienstagabend in Heilbronn gegen den 4:4-Ausgleich. Allein Youngster Philipp Krauß blockte in der Schlussphase gefühlt fünf Schüsse. Was bis zum Tor durchkam, stoppte Goalie Stefan Vajs. „Die Mannschaft hat wahnsinnigen Charakter gezeigt und sich endlich mit einem Sieg belohnt“, sagte Trainer Tray Tuomie. Nebenbei bescherte das Team dem 53-jährigen Deutsch-Amerikaner einen perfekten Einstand als Coach.

Hochverdienter Sieg

Es war ein hochverdienter erster Saisonsieg für die Joker. Von Beginn an waren die Gäste vor der Minuskulisse von 863 Zuschauern in Heilbronn die bessere Mannschaft. „Wir haben viel zu sehr auf unser Talent vertraut, sind viel zu wenig Schlittschuh gelaufen, haben nicht zusammengespielt“, ärgerte sich Falken-Coach Jason Morgan und nahm besonders seine erfahrenen Führungsspieler in die Kritik: „Mit ein bisschen herumtänzeln lassen sich keine Spiele gewinnen.“ Sein Team habe wohl noch den lockeren 7:2-Erfolg im letzten Vorbereitungsspiel gegen Kaufbeuren im Hinterkopf gehabt.

Markus Lillich mit seinem vierten Tor

Bereits in der dritten Minute ging Kaufbeuren in Führung. Einen Schuss von John Lammers parierte Falken-Goalie Arno Tiefensee genau auf den Schläger von Markus Lillich. Der 22-Jährige ließ sich nicht bitten und erzielte sein viertes Saisontor im fünften Spiel zum 1:0. Anschließend waren es allerdings die Joker selbst, die Heilbronn in die Partie halfen. Innerhalb von 60 Sekunden wanderten Krauß und Max Oswald auf die Strafbank. In doppelter Überzahl erzielte die starke Powerplay-Formation der Falken schnell den Ausgleich. Topscorer Jeremy Williams ließ Vajs aus spitzem Winkel keine Chance (9.).

Falken stellen Spielverlauf auf den Kopf

Mit dem 2:1 für die Gastgeber drei Minuten später war der Spielverlauf auf den Kopf gestellt. Judd Blackwater fälschte einen Schuss von Philipp Preto unhaltbar zum 2:1 ab (12.). Mit diesem Spielstand ging es auch in die erste Pause. Ein bitterer Spielverlauf für die Joker, die aber mit noch mehr Schwung aufs Eis zurückkehrten.

Aus gut wird besser

Aus einem guten Auftritt wurde jetzt ein sehr guter. „Wir haben uns im zweiten Drittel sehr gesteigert“, lobte Tuomie. Das spiegelte sich allein schon im Schussverhältnis von 14:3 wider. Zwar erzielte Fabian Koziol nach einem blitzsauber ausgespielten Konter auf Pass von Lammers das überfällige 2:2 (24.) und Tyler Spurgeon mit einem gewieften Schlenzer durch Tiefensees Schoner das nicht weniger verdiente 3:2 (27.). Doch trotz bester Chancen verpasste der ESVK, das vierte und fünfte Tor nachzulegen.

Die Latte hat eine wichtige Rolle

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Koziol kassierte schließlich eine unnötige Strafe wegen Beinstellens in der neutralen Zone. Dadurch kamen die Falken in Überzahl zum äußerst schmeichelhaften 3:3-Ausgleich. Julian Lautenschlager verlud Vajs und traf unter die Latte (31.). Genau auf das Gestänge zielte wenig später Markus Schweiger (34.). Mit dem 3:3 am Drittelende waren die Falken mehr als gut bedient.

Unbedingter Siegeswille des ESVK

Im letzten Abschnitt konzentrierten sich beide Teams darauf, keine entscheidenden Fehler zu begehen. Die Joker blieben aber das gefälligere Team - und wurden belohnt. Ein Schuss von Krauß prallte von der Bande zurück, Florian Thomas reagierte am schnellsten und schoss Tiefensee an. Vom Goalie der Falken prallte die Scheibe zum 4:3 ins Tor (54.). Der Rest war der unbedingte Siegeswille und der größere Einsatz.